Die Gegenwart
- Journal
- Die Gegenwart
- Volume
- II (1869)
- Issue
- 23 (1.12.1869)
- Date
- 1869-12-01
- Page
- Seite 228 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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i 228 den, mit einem Gegenstände, der den Religionsunterricht in sich schließt. Allerdings kann und muß zugegeben werden, daß dieser als die Basis aller jener Momente, die die moralische Existenz bedingt, seht' wenig und wenn schon, nicht systematisch gepflegt ist, aus eben dem Grunde, wird der Religionsunterricht zur Eardinalfrage und darf nicht hinter solchen Gegenständen Zurückbleiben, die der Schwierigkeit wegen vertagt werden, um das besonnene, ruhige Urtheil von Fachmännern cinzuholen. So lieben es aber die Herren nicht und die Religionsunterrichtssrage muß wie eine Remunerationsangelcgenheit behandelt werden. Zwei der wichtigsten vom LandeSschulrathe ausstrahlende Fragen: 1. „Wem steht das Recht zur Ernennung des ReligionSlehrerS zu, 2. Welche Eigenschaft muß ein Rcligionslehrer haben, damit er bestätigt werden kann, haben eine der letzten Sitzungen, ans die wir an einem andern Orte dieses Blattes verweisen, nur zum Theile in Anspruch genommen, um mit aller Schnellkraft gelöst zu werden. Die Wichtigkeit der zweiten Frage hätte es jedenfalls erfordert, dieselbe zur ersten Frage zu machen, da diese sich dann um so leichter auS den Eonsequenzcn der andern ergibt. Die Nürnberger sagen: erst haben, dann hängen. Wenn daS Medium, als die Hauptsache, wodurch die Onalifikation eines Religionslehrer« prädeftinirt und festgesetzt wird, so wird die Frage, wer ihn anzustellen hat, um so leichter, und zu keinem cr»8U8 constructus geschaffen. Da man aber in unserer EultuSvcrtretung gewohnt ist. den Gegenstand anstatt beim Kopfe, beim Fuße zu fassen, so muß dieses Verfahren auch diesmal entschuldigt werden. Wenn nun der jüdische LandeSschulrath Herr Dr. Wiener sein Theorem aufstellt, der Religionslehrer habe nicht nothwendig für speciell jüdisches Wissen etwas vorzuw eisen, so wäre vernunftgemäß jeder Vcljrcr berechtigt, den Religionsunterricht zu ertheilen, und c« stünde dann jedem frei, einen solchen zu engagircn. Die so ausgesprochene Ansicht dcS böhmisch - jüdischen VandesschulrüthcS schien demselben an« seiner Seele geflossen zu sein, und in einer höheren Intuition ihren Grund zu haben, indem jener seine südifchc Anschauung dem SchulrathSkollcginm nicht dcdicircn, sondern intra muros der jüdischen Vertretung zur Geltung bringen wollte, welcher Umstand freilich die Blamage abschwächtc, wiewohl sie genug intensiv war und noch intensiver wurde durch die Behauptung deSjuri8 cousultus H. Wiener, daß die EultuSgemeinde kompetent sei, zu entscheiden, ob der ReligionSlehrcr nach ihrer Ansicht didaktische Befähigung hat, während der Eollege dcS schnlräthlichen jüdischen Aftcrgclchrtcn mit diesem sonst, was jüdisches Wissen betrifft, zwei Seelen einen Gedanken zwei Herzen einen Schlag bildet, dicßmal der Repräz»nn todten Meer erfordert (iiiicii rag, jedoch des schlechten WegeS mid des Reitens müde »imint die Reise gewöhnlich zwei Tage in Anspruch. So erreickn inan, selten ein Dorf oder ein Bcduiiienlagcr erblickend, daS füdwcstliclie Ufer dcS todtc» Meeres; am Rande desselben liegen viele tadle Bögel, welche ihren Flug von der Wüste her nclnnend. von diesem Wasser tranken und endeten. In dem Waffe» selbst ist kein lebende» Wesen zu finden und daS nach Muscheln suchende Ange findet nicht» als Alaun, eine Art Steinsalz und verschiedenes Aas. Das Meer^st ungleich breit und hat am ander» liker die Abhänge der Moabitergebirge. Die größte Breite de» Meeres kann »wei deutsche Meile», die Länge beinahe vier Meilen betrage». Für diejenigen Reisenden, die de» Schwim- >>««>»» nicht kundig, ist daS Meer ein furchtloser, sehr angenehmer Badeplatz, denn da» Meer ist größtcnthcils immer ruhig und hat da» Ansehen eine» großen deutschen!cichc». Haie, sonstige Sccungeheucr oder andere Seellnerc braucht man nicht zu fürchten und die Schwere de» Wafiers läßt auch da» versinken nicht z». Hingegen nach dem Bade kann man in der 40—50 gradigen Sonnen- "Izltzc tApril oder Mai) da» Ansehen einer Salzsäule bekonunennnd findet man nicht in der Nähe süße» Wasser, welche» auch selten zu finden ist. so kann man sich vor lauter Jucken die Haut voin Leibe sentanz, der er angehärt ein Ksmplimrnt macht und nicht annehmen kann, daß die von der einen Gemeinde erklärte Befähigung eine« ReligionilehrerS eine Richtschnur für die andere sein konnte. Macht es doch schon einen komischen Eindruck, wenn solche für daS Iudenthum zerschmelzende Männer den Religionsunterricht zum Gegenstand der Debatte machen, so wird der GallimathiaS um so größer, wenn man bedenkt, daß der Professor einer Hochschule, der eine n Universitätsstadt, bei einer etwaigen Versetzung, auch die Befähigung besitzt, auf der Lehrkanzel einer and cm Universität zu tradiren. Run hat wohl ein anderes Mitglied der Repräsentanz in dem nothwcndigcn Vorhandensein eines Lehrplanes zum Maßstabe der Qualification eines Lehrers daS Ei des ColumbuS gefunden, während ein anderes Mitglied den bizarren Einfall hatte, eine jede Gemeinde habe über die Befähigung ihres Religionslehrers abzuurtheilen. Bei dem Umstande nun, daß die ReligionSlehrer in den Landgemeinden materiell nicht glänzend gestellt und von den La», nen ihrer Vorgesetzten abhängig gemacht sind, kann eS gelingen, die- Wanderjahrc solcher fahrender Scholasten mit nichts Anderem als mit einem Perpetuum mobile von Examinationen zu versüßen. So kommt der eine Antragsteller aus der Sackgasse didaktischer Unkenntniß und jüdischer Begriffsverwirrung glücklich heraus, bi« der andere ein neues Pulver erfindet, nämlich, daß der Prüfende wenigstens so viel wissen soll als der Geprüfte, ein zweiter ein Zeugnis von einem angestellten Rabbiner für hinreichend findet, trotzdem cs so oft vorgekommen, daß für gute Worte und manchcs Andere mancher Rabbiner einen krassen Ignoranten;» einem Gelehrten siegelte, ein dritter, wir wissen nicht, ob eö Spaß oder Ernst gemeint ist, behufs der Besoldung die rechtsgelehrte Behauptung aufstellt, in dem Falle als der Staat das Schulgeld bekommt, habe der Staat, im Falle die Gemeinde dasselbe empfängt, die Gemeinde zu besolden. Man erkennt deutlich an dem Kunterbunt der Anträge und Beschlüsse den jüdischen Geist, der die Repräsentanz beseelt und unsere in diesen Blättern so oft betonte Nothwendigkeit, daß, die Repräsentanz, weil eben das Iudenthum keine confeffionelle Obcrbehörde kennt. Virilstimmeu hätte schaffen sollen, um so das Urtheil von Fachmännern zu Horen, welche durch ihre Sach- und Fachkenntnis noch immer das Urtheil von kaufmännischen Talmudisten und rabbinischen Juristen aus dem Felde schlagen, ohne daß man Gefahr zu laufen brauchte, die Repräsentanz klerikal zu machen. Und man muß cs zuerkennen, daß die Debatten von Männern, die für das Iudenthum nur das Interesse haben, um für sich d a S zu erzielen, was sie unstreben, nicht nur das Ohr beleidigen, sondern tief in's Herz einschueidcn mit dem Ge« reißen. Die ganze Hegend ist zum größten Theil unfrnchtbar, sehe heiß, wafferarin, kn den Sommermonaten d-»- Hitze und der Unsicherheit der Beduinen wegen unzugänglich. Ans dein Platze wo jetzt das todtc Meer ist, behaupten die Beduinen noch, daß unter dem Äaffer noch zwei Städte (Sodom und Gomorah?) zu finden wären, an Hold, Silber und Juwelen soll cS daselbst nicht fehlen. Boote oder sonstige Fahrzeuge sind nicht zu sehen, die Franzosen jedoch, hatte,» vor inehrerci» Jahren ein Bemeffungs- >»nd ForschungSboot, ausgeschickt, voi» welchem keine Spur mehr zu findeil ist. In» Monate März dieses Jahres, war der Capitän nebst einen» Seeoffizier und Männern der Brigg „Ladh Bird" (ein engl. Kriegsschiff, in Jaffa landcnd) in dieser Gegend und versprach eine genaue Ausforschung deS todten Meeres so wie dcS Iordanffuffes, der sich in demselben ergießt. Zu dieser Expedition wird ein kleines Segel »u»d Ruderboot per Kamcel von Jaffa nach dem todten Meere tranSportirt. (4 — 5 Tagereise). An der nördlichen Seite des todten MccrcS ergießt sich der vom Libaitongcbirge und den See Tibcrias durchsiicßende Jordansiuß. Der Jordan ist der einzige Fluß, immer waffcrreich und nie versiegend, wozu die großen Regengüffe in» Winter und da» Schmelzen de» Schnee» im Sommer beitragen. Auch ist der Jordan Gegenstand der Bewunderung der christliche,» Pilger, von denen l.