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Die Gegenwart · 1869-08-15 · 16 (15.8.1869) · p. Seite 153

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Journal
Die Gegenwart
Volume
II (1869)
Issue
16 (15.8.1869)
Date
1869-08-15
Page
Seite 153 (sequence 1)
Language
German
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Halbjährige- Abonnement für Prag und die Provinz iuklusive Zustellung ins Hans oder Poswersendnng ö. W.. . Ist.40 fr. für's Ausland IThIr. fiirAmerika 2 Dollar. Inserate werden billigst berechnet. Hrgan für die Interessen des Judentums. Redaktion nnd Administration Ritter» gaffe Rro. E—1. wodin alle Briefe u. Geldsendungen zn richten sind. Die „Gegenwart" er» scheint am l. und I'». eines jeden Monates. Nro. 16. - Prag 15. August 1869. II. Jahr-, Inhalt: Leitartikel: Prag und Wien. — Resormpilze und Pflanzer. Korrespondenz: Rocow. Maricnbad, Weißkirchen, Wien, Berlin. Loeales. Auswärtiges. Bom Büchertische. Feuilleton. Inserate. Prag und Wien. - Während die israelitische Vertretung in Prag ihre Sitzungen durch, RcmnncrationSerthcilnngen, Zulagen und gegenseitige Dankvotirungen für nichtssagende Rechnungsprüfungen interessant zu machen sucht, ihren Bcrathungen durch Anlegung eines FondcS, der vielleicht einst zum Nutzen und Frommen invalid gewordener Amtsschreiber dienen soll, Strucrcrhöhung und wie alle diese Zeit tödtcnden Mittelheißen mögen, eine erhöhte Bedeutung verleiht, werden in Wien vom Borstande der israelitischen KultuSgcmcinde hochwichtige Angelegenheiten, die in daS Räderwerk der Religion eingrcifcn, berathen, ohne sich um die Collision zn kümmern, in die sie mit den bestehenden StaatSgrundgcsctzcn geräth. Wie vor Kurzem die BeschneidungSfrage. durch einen Renitcnzfall hcrvorgerufen, in einer, .Sitzung - des Wiener ~ israelitischen Vorstandes vcntilirt und von demselben gegen die Entscheidung des Wiener Magistrats, daß der Name des Knaben auch ohne vorhergegangene Beschneidnng in daö GebnrtSprotokoll einzutragen ist, der Rekurs an die k. k. Statthalterei ergriffen und dieser damit motivirt wurde, daß Feuillkton. Plffudcreitn. n. Ob zwischen den Lebenden und Tobten eine Comiezioi, herrscht, ob die aus den Augen strömenden Thränc» von den Moder erfüllten Grabhügeln aufgcsogcn, zu den thcucrcn Hingeschiedenen dringen, von denselben als naffcr Tribut für empfundene Reue, zurückgclaffene Liebe, ewige Erinnerung acceptirt werden, ist schwer zu erklären, allein, wenn ich die Ruhestätten der von irdischer Welt Abgcschloffcnen besuche, glaube ich schier an einer Entladung meiner Gefühle und ich scheine zu empfinden, als falle inir ein Stein von meinem gepreßten Herzen. . Als ich neulich, es war ain Tage vor dem Reumondrüsttag, jene stillen Wohnungen besuchte, wo man wenigstens von keinem Hausherrn geplagt wird, da fiel mir rin Stein vom Herzen, ein Stein ins Auge. Steine bekanntlich sind unorganische Körper, sie können nicht fühlen, nicht sprechen, also auch nicht lieben. Ich traute meinen Sinnen nicht, alt -ich einen Stein sah, der da sprach und da liebte. Ol schwärmertsche Seele, wie schien dir das Ende beffer alt der Anfang, wie gefiel dir ein junge» Mädchen beffer. als eine, deren üops jede die KultuSgcmeinde „ihre Autonomie in fonfcffi o« nellen Fra g cn wahren und die heiligsten Institutionen d e S I n d c n t h u m S schütze n in ü s s e, daß die B cschn cidnn g keine Ecrcinonie, sondern ein geheiligtes Gebot sei, so hat auch nenerdingS und zwar am «>. d. M. der Wiener Borstand bewiesen: daß er schützend seine Fittige über daS Indenthuin und die jüdische Religion ausbreitcr nnd mannhaft für die Erhaltung, Festigung und Kräfligung derselben sorgt. An die Wiener Vertretung nämlich erging ein Erlaß der Statthaltcrci, in Folge von mehrfach an das Unterrichtsministerium gelangten Beschwerden, mit der Interpellation, in welchem Maße und mit welcher Wirkung bei dem israelitischen Religionsunterricht für BoltS und Mittelschulen der hebräische Sprachunterricht als obligatorisch gilt nnd ob die dicßfälligen Einrichtungen sich ans bestimmte Anordnungen-der Behörde oder nur auf einen vom Borstande ein« geführten UsuS stützen. Mit dem Referate dieses Erlasses wurde der sich um daS Indenthuin verdient gemachte vr. Komp er t betraut, der auch, wie es nicht anders zn erwarten war, im Sinuc des traditionellen IndenthnmeS seine Aufgabe mit vielem (beschick gelöst hat. Der Referent legt eine detaillirtc Beantwortung dieser Fragen mit bcsaru-. dercr Hervorhebung chcs Umstandes vor, daß der Unterricht in der hebräischen Sprache nicht als Sprach sondern als Religionsunterricht für israelitische Schulen zn betrachten ist. Gleichzeitig wird am Schlüsse dieser Beantwortung die Hoffnung auSgcdrückt, das llntcrrichtSm'nisterium werde einen unmittelbaren Eingriff in den Lehrstoff nicht im Schilde I Aussicht auf eine siebende Gattin, ans eine zärtliche Mutter verschließt! Orpheus rührte einst Steine, ivarum sollte dich schwarz verhüllter Stein die Liebe nicht rünren." auch selbst an jener Stelle wo das Herz aufhört zu schlagen. Wenn cS nur Geld schlägt, der .iweck ist erreicht, der Stein wandelt ins Steinreich und ich unter die Journalisten. Sollte man mir einst ineinen Kinderrcichthum vorwerfc», so nähre ich daS Bewußtsein, daß ich Segen iin Hanse liabe nnd für diesen arbeite und mich plage schämen und errötben würde ich aber, mir von einem kinderreichen Journalisten Jnseratkosten schenken zu lasten, zumal mir mein Pater hie nnd da »och einen Willdcnzcttcl in die Hand drückt, mit den Worten: Junge sei brav, nicht ungezogen und kränke inich nicht. Ja cS ist nicht anders, man soll nicht Pater werden wollen, wenn man ans >tinde»dank reffet tircn will, da werde inan lieber jüdischer Spitalsarzt oder wenige stens Krankenwärter und man ist des Tankes gewiß. Es kostet allcrdingS Zeit, Lauferei, Schreiberei und Jnscrtkostcn, aber inan weiß doch, was man sich selbst versteht, ist gut und prompt versehen. Diese Dankomanic, die nach RothbcrgcrS Ansicht, ein »othwendtge» llebel ist, beweist zu sehr, daß da» Hospital, daS parallel mit der Bcilchengaste lauft, kein interconfeffionclle» ist und führt zu^ folgender mathematischen Aufgabe: Wenn bei .der Annahme, daß im jüdischen Hospital täglich ein Einziger dasselbe gesund verläßt der Prlmar-Ar^t tm Abendblatt» drei Danksagungen «hält, f, «tßtn «it

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