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Die Gegenwart · 1869-07-15 · 14 (15.7.1869) · p. Seite 139

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Journal
Die Gegenwart
Volume
II (1869)
Issue
14 (15.7.1869)
Date
1869-07-15
Page
Seite 139 (sequence 9)
Language
German
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139 Beilage zur „Gegenwart" Nr. 14. ren. Unter Anderen erschienen die Abgeordneten Dr. Lib elt und Smolka, viele Geistliche, Landleute u. s. w. Der Prediger Dr. Simon Dankowicz hielt eine ergreifende Rede über die Bedeutung Kasimirs des Großen und rührte Alle zu Thränen.—Nach Schluß^ der Andacht drängten sich alle Anwesenden zu ihm heran uny dankten ihm. Paris. Bei der letzten KunstgemällttauSstellung erhielten drei Israeliten und zwar die Herren: Fischel, Löwy und Worms die 3 goldenen Verdienstmedaillen. Herrn FischelS Gemälde stellte vor: Die Nacht des 23: August-15 72. Herr Heinrich LöwyS Gemälde: Die gefangenen I sraeliten weinend auf den Ruinen Jerusalems und des Herr» WormS Gemälde war: Die Darstellung einer Scene in Spanien. Amerika. Laut einem von den europäischen Staaten geschlossenen Telegraphen-Vertrage, so meldet die Frank. LeSlie'S Illustrirte Zeitung, kann man jetzt dort, ohne Erhöhung der Gebühren für Benützung einer andern, als der am Orte der Absendung landesüblichen Sprache in sechs und zwanzig Sprachen telegrafiren. unter diesen werden auch die hebräische und b ö h m i s ch c Sprache hervorgehoben, * * * Gesetz, betreffend die Gleichberechtigung der Confessionen in bürgerlicher und staatsbürgerlicher Beziehung. Vom 3. Juli 1869. Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden, König von Preußen oc. verordnen im Namen des Norddeutschen Bundes, nach erfolgter Zustimmung des Bundesrathcs und des Reichstages, was folgt: Einziger Artikel. Alle noch bestehenden, aus der Verschiedenheit des religiösen Bekenntnisses hergeleitetcn Beschränkungen der bürgerlichen und staatsbürgerlichen Rechte werden hierdurch aufgehoben. Insbesondere soll die Befähigung zur Theilnahme an der Gemeinde- und Landes Vertretung und zur Bekleidung öffentlicher Aemter vom religiösen Bekenntniß unabhängig sein. Urkundlich unter Unserer Höchsteigenhändigen Unterschrift und beigedrucktem Bundes-Jnsiegel. Gegeben Schloß Babelsberg, den 3. Juli 1869 (L. 8.) Wilhelm. Gr. v. Bismark-Schönhaufe». Vom Mchertische Systematisches Lehrbuch der israelitischen Religion für die reifere Schuljugend bearbeitet von vr. W. Feilchenfeld, Rabbiner der Synagogen-Gemcinde Düsseldorf. Berlin, Louis Gerschel Verlagshandlung. tiSmuS verfiel, der sie bei Vermeidung alles von der heil. Schrift Vorgeschriebenen, der Religion total entfremdete. Diesem Uebelstande ist damit abgeholfcn, wenn man Feil chenfeld'S systematisches Lehrbuch der israel. Religion zu Hilfe nimmt. Dasselbe macht nicht nur den isracl. Schüler mit den allgemeinen und besondern Pflichten, Geboten und Verboten der Religion mit der Glaubenslehre Israels vertrant, sondern cs dient zum Commentar, der NeumondS-Fast-Trauer« und Festtage, wodurch ein klares Verständnis erzielt wird. Die Jugend wird in diesem Buche die Bedeutung der T'fillin der Mesusah (Pfostenzeichen) u. s. w. erfahren und diese Zeremonien und Gebote nicht mechanisch oder wie in ungebildeten Kreisen so oft verlautet, aus Gewohnheit beobachten. Der Verfasser war bedacht, dieses systematische Lehrbuch, das al« solchcs einen Vorzug vor so vielen Eoncurrcnzbüchern verdient für die reifere Schuljugend zu schreiben, in dco Voraussicht, daß eben diese eine klare Auffassung zuläßt. Leitfaden für den Unterricht in der jüdischen Geschichte und Literatur. Nebst einer kurzen Darstellung der biblischen Geschichte und einer Uebersicht der Geographie Palästina'-. Von vr. D. Eassel Berlin, Louis Gerschel Verlagsbuchhandlung. Jüdische Geschichtsbücher, die in kurzgcfaßter aber leichtfaßlicher Uebersicht die Begebenheiten der Israeliten der Jugend klar und lebendig vor die Augen führen sollen, gehören zu den Seltenheiten. DaS vorliegende Buch, um dessen systematische, chronologische und historische Zusammenstellung, sich in erster Reihe der nimmermüde Schriftsteller H. vr. Eassel, in zweiter der Verleger H. Gerschel durch die Veröffentlichung desselben verdient gemacht, ist für die Jugend eine wahre Fundgrube, in welcher sic, die historischen Schätze der Israeliten seit dem babylonischen Exil derselben bis zur Zeit ihrer Zerstreuung, finden. Unter Vorausschickung einer gedrängten Uebersicht von der biblischen sogenannten vorcxilischcn Zeit, die in acht Perioden: Bon der Schöpknng der Welt bis zur Entstehung des Reiches Juda zerfällt, theilt der Verfasser die Geschichte der Juden in zwei Hauptheile, den ersteu derselben in zwei Periodenr dre Juden nntcr fremder Oberhoheit und dann unter eigenen Königen, den zweiten der Haupttheile wiederum in sechs Abschnitte in folgender Reihenfolge: Die Juden im römischen Reiche bis zu dessen Untergang, im ncupersischen Reiche, in den Ländernde« Islam in Asieen und Afrika, in Europa bis gegen Ende des Mittelalters. Die neuere Zeit und die neueste Zeit von Mendelssohn bis jetzt. Mit dieser Geschichte ist zugleich die jüdische Literatur in einer Weise verflochten, daß der Laie, dem der Talmud, die Werke MaimonideS, das Buch Sohar etc. so wie überhaupt Persönlichkeiten wie Josef Aldo, Abarvanel, Raschbaz, Narboni KaSpe, Riffim den Rüben. NachmanideS. Raschi u. s. w. ganz fremd sind, mit diesen so vertrant wird, daß sie ihm nicht wie spanische Dörfer Vorkommen. Der jüdischen Literatur in allen Ländern, selbst Oesterreich (Prag) nicht ausgenommen, hat der Verfasser Rechnung getragen, und da« interessante Buch, das wir den israelitischen Lehrern zum Gebrauche beim Unterrichte aus'S Wärmste empfehlen, mit einer Geographie Palästina'S in der biblischen Zeit, geschloffen. Wir haben oft die Erfahrung gemacht, daß die Jugend, nach überstandener Tortur, die sie durch einen quälenden ReligionSuntericht, der sich auf das mechanische Memorien schwülstiger und höchst unpraktischer Religionsbücher oder, wie man sie beliebt, Katechismen zn benennen, beschränkt, zu überstehen hatte, am Ziele deS Unterrichtes nicht einmal die historische Bedeutung der Festtage, den Zweck der alltäglichen Ceremonien, kurz den der Pflichtenlehre wußten und nur durch diesen Mangel an Wissen in einen religiösen Jndifferen« Briefkasten der Redaktion. Herr >. St. in vr. ©ebautrn Ihr Corr. nicht aufnchmen zu könne«.— Herr vr. I. in L. zu spät. — Herrn Rabb. Sch. in O. Nicht verwendbar.— Briefkasten der Administration. KnNut-nneiude Kweklau, Böhm«. der vetnq war ,»r für «i» '/. Jahr in §**« drßea nur bU Kr. II. Mrpacrtt.

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