Die Gegenwart
- Journal
- Die Gegenwart
- Volume
- II (1869)
- Issue
- 12 (15.6.1869)
- Date
- 1869-06-15
- Page
- Seite 117 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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117 Beilage zu Nr 12 der Gegenwart" Rhein rufen: .Die deutschen wi^en. was recht ist. aber wir haben es ausgeführt. Belgien und die Niederliande vyn der Republik erobert oder mit Frankreich verbunden, haden die französischen Eimichtungen erhalten und behielten sie nach erlangter Selbstständigkeit vollkommen bei._ (Fortsetzung folgt.) Nekrologie. Aaron Gabriel Fischet, rstorbtn den 3. Juni 1869. (Sivan 5629.) im 89. Lrbenrjahre. Der unerbittliche Tod hat zu den Opfer, die er sich in der letzten Zeit in der Prager Gemeinde aüSerkohren auch Herr Aaron Fischel gereiht, einen Mann, der durch seine wahre Frömmigkeit und Gottergebenheit ein Muster in der Gemeinde genannt zu werden verdiente. Dieser biedere Mann, dem namenllich die Bescheidenheit und Friedensliebe nachgerühmt werden muß, hat in seiner Abgeschlvffenheit von der Außen« Welt, nur in Gott, in der Religion und im Forschen in der heiligen Lehre, seine aufrichtigsten Freunde, die Stützen seineS,daS gewöhnliche Menschenalter überschrittenen Lebens gefunden. Nicht in mechanischer Weise hat er die Pflichten ge« gm Gott erfüllt, nicht für gute Revenuen und Einkünfte hat er sich täglich die Pforten des HeiligthumS geöffnet, er war, trotzdem er nicht zu jenen gehörte, die über irdische Güter verfügen, wolthätig in einer Weise, wie sie einen hö- Heren Werth hat, indem er das Mittel zur Wolthätigkeit bildete, indem er in seiner Hand den Schlüffel hielt, mit dem er die Herzen anderer öffnete, um aus diesen den Strom zu leiten, an dem die Armuth gedrückter Familien frische Labt genießm. Der Verstorbene, einer höchst achtbarm Fami׳ lim angehörig, Bruder des, der Gemeindeseines WolthätigkeitSsinneS unvergeßlichen Herrn Fabrikanten David Fischel, gab seiner zur zweiten Natur gewordenm Bescheidenheit, durch seine letzte Anordnung, welche bei seinem Leichenbegängniffe das Vermeiden jeden Prunke», jede Trauerrede; betonte, dm wahren Ausdruck. Und so möge die Palme des Friedens über das Grab dieses GotteSmanneS wehen; Ruhe seiner Asche! Nachtrag. Die richtige Etymologie des Wortes מסכרון Zu Nutz und Frommen de« Herrn Dr. L. R aber, Rabb. «.Prediger von Adolf Koh»1. Herr Rabbiner Dr. A. Raber, ein geschätzter Mitarbeiter dieser gediegmen Zeitschrift, hat in Nr. 10 der ,Gegenwartunter dem Titels .Zur Etymologie des Worte» מטננרון" Hypothesen ausgestellt, wie ich sie von diesem besonnenen und nüchternen Gelehrten am Allerwenigsten erwartet hätte. Freilich haben selbst die geistreichsten Forscher in Betreff der Etymologie des Worte» מטגורק von jeher bie wunderlichsten und absonderlichstm Einfalle zum Besten gegeben. So halten A. Frank (.Kabbaladeuffch von Iellinek S. 43,) Grätz (.Gnostizismus- G. 44 Vgl. auch das Jahrbuch Kerem Lhemed 4. Th. G. 197 Mittrou für eine Composition au» fut« und Ap» »o x Nach Luzzato ist Mittron —!!tra nach Hirschfeld (Frankel- Zeitschrift 1846, S. 353) «/«r« und r» ׳jxr »»«».׳—Mitherrscher. Andere wiederum —und nntrrihnrnauch Frankel (l. t.) und Sachs (Beiträge" 1. TH.S. 108.) schließen sich der von E l i a Levita gegebenen und von Buxtorf wiederholten Ansicht an, daß Mittron au» dem lateinischen metntor --- Abgrenzer hcrzulcitcn sei u. s. w. Und so kam es, daß jedes große und kleine Lichtlein irgend eine brillante Eon« jektur aushecktc, die dann einige Jahre hindurch im Schwünge war, bis wiederum andere Hypothesen- und Konjekturenschwangere Forscher die Etymologie ihrer Vorgänger widerlegten und höchsteigene wundersame Produkte dem gelehrteü Mob auftischten. Herr Dr. A. .Naher nun tritt mit einer funkelnagelneuen Entdeckung auf: Mittron sei nicht« AndercS als—i\hrud{m!m^— .der göttliche Vorläufer, deffen Aufgabe es zugleich war. die Aufsicht zu haben, ob die göttlichen Anordnungen befolgt werden," Herr Rabbiner und Prediger Dr. A. Raber — Sic haben sich sehr geirrt.! Im Jahre 1866 hat der Obcrabbiner in Stuhlweißenburg (Ungarn) Dr. Alexander Ko Hut ein Bruder des Verfassers dieser Zeilm unter dem Titel: .lieber die jüdische Angclologic und Dämonologie in ihrer Abhängigkeit vom Parsismus״ (Abhandlungen der deutschen Morgcnländischen Gesellschaft. 4. B. N. 3.) ein Buch herausgegeben, worin die Etymologie de« Worte« מטטדון ein ganz ausführlicheS und erschöpfende» Essay gewidmet ist. Da es aber allenfalls sehr möglich ist, daß Sie desagte« Buch in Ihrer Bibliothek vielleicht nicht vorräthig haben, so erlaube ich mir. Ihnen in Bezug auf die Etymologie des Wortes מטטרון einige Worte mitzutheilen: S. 39 heißt cS: .Wenden wir uns an die talmudischmidraschischen Schriften, die uns das Wesen ־מיטטרן• MittronS erschließen so werden wir zwischen dem persischen M i t h r a und dem jüdischen Mittron natürlich umtatis mutandis nicht nur eine lautliche, sondern auch eine sachliche Uebercinstimmung finden. — Und Talmud und Midrasch selbst machen kein Hehl" daraus, daß die Namen der Engel aus dem babylvuischeu Cxil stammen, noch wemger läßt sich die sachliche Uebercinstimmung zwischen M i t h r a und Mittron verkennen. .In einem polemischen Dialoge zwischen einem Häretiker und Einem in Sachen religiöser Polemik sehr gewandteil jüdischen Gesetzeslehrer, RamenS R. Jdith, antwortet letzterer auf die an ihn gerichtete Frage: .Warum e« heiße und zu Moses sprach Er, (Gott) gehe hinauf zu Gott (2. M. 24, 1,) da eS doch nach dem Sprachgebrauch heißen sollte: gehe hinauf zu m i r folgendermaßen: Dieses hatte nicht Gott selbst, sondern Mittron gesprochen, denn ®מי ימי MittronS Name lautet so wie der seines Herrn, denn so heißt eS (das. 23,21) .mein Name wohnt in ihm." Darauf der Häretiker: nun so sollet ihr ihn anbeten'? R. Jdith: Du sollst ihn nicht mit mir vertauschen. Warum aber heißt eS, entgcgnete jener, er werde euren Sünden nicht vergeben'? .Wahrlich, crwiederte R. Jdith. die« könnte er auch nicht: היטנותא נידן אפילו בם רוו נ ק א נמי לא .Wir haben die Ueberzeugung, daß wir Mittron nicht einmal als vermittelnden Boten annehmea dürfen." Sanhed. 38. b. .In diesem fragmentarisch unerhaltenen«» Dialoge ist das Wesen MittronS in Lapidaren, aber dem in die Mythra-Mythe Eingeweihten current genug lesbaren Zügen gezeichnet. Gleich Mithra erscheint hier Mittton al» mächtiger Krieg-Held, der beaufttagt ist, dajüd. Volk in» ge? lobte Land zu führen, gleich Mithra dem an den Mythra« druyaS unerbittlich sich rächenden, ist Mittron ein unsersöhnlicher Rächer, der den Abfall von Gott nicht verzeiht, glttch Mythra, dem .Vermittler," gilt auch Mittron al»