Die Gegenwart
- Journal
- Die Gegenwart
- Volume
- II (1869)
- Issue
- 12 (15.6.1869)
- Date
- 1869-06-15
- Page
- Seite 109 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/4890378-5433914-5433971--311-4890654- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Hltjiihrige« M„ imtnt für Pr«,»,d die Pr»vi«z i»N»five Zustellung ins Haus »der Poftversrudung S. W.. . 1 fl- 40 fr. itr'S Ausland IThlr. ftzrAmerika 2 Dollar. Inserate wrrde« billigst dercchart. Die Gegenwart. Hrgan für die Interessen des Iudenthums. / Ntdattiao »d Ad «inistration Atttrrgasie Nr». 4Ü8 —1 »«hin alle Briese n. Geldsrudungrn zu richtra stad. Dir „Gegenwart" erscheint am l. und 15. eiars jrdra Moaalrs. Aro. 12. Prag 15. 3imi 1869. ll. Iahrg. Pränumerations-Einladung. aus die „Gegenwart," die zweimal im Monate und zwar am 1. und 15. eines jeden erscheint. Halbjähriges Abonnement sammt Anstellung ins Haus od. Zusendung pr. Post, l fl. 40 kr. Ganzjähriges Abonnement sammt Anstellung inS HauS od. Zusendung pr. Post 2 fl. 80 kr. Auswärtige Abonnenten können den Abonnementsbetrag in bequemster Weise mittelst Postanweisung, die gegen Erlag von 10 kr. in den k. k. Postämtern zu haben ist, einschicken an die Administration der „Gegenwart." Prag Rittergasse Nr. 408—1. snhac 1: Leitartikel: Scheiden thut weh. — Das Kadischgebet. — Tie Offen. barung und der Psalmist. Correspondeuz (Breslau.) Locales. Auswärtiges. Buntes. Bom Biichertische. — Rrkrologie. \ Nachtrag. Die richtige Etymologie deS Wortes.^222 — Da» Programm des ist. Gemeindetage« in Leipzig. Feuilleton. Inserate. Scheiden thut weh. Will man daS Bild haben von den Zuständen eines kränkelnden Gemeindelebens, so beobachte nian vor Allem die Symptome die sich an demselben zeigen und die Ereignisse, die sich in demselben abspielcn. In den jüngst verflossenen Tagen haben wir rin solches Ereigniß zu beklagen, das wie ein düsterer Schatten in itnfer Gemcindeleben hineinragt und einer schwarzen Silhouette gleich, neuerdings ein Bild unserer socialen Verhältnisse bietet. Am d. M. hat eSI'ich zugetragen, daß der Prager Oberjnrist Herr Rabbiner Samuel Freund die Kanzel im jüdischen Trauerhause bestieg, mm an der Bahre eines frommen und biedern Gemeindemitgliedes, das sich bei Lebzeiten jeden Nachruf verbeten hat, dennoch eine Trauer- oder vielmehr eine GelegenheitSrede zu halten. Enthielt sie aber, wie es zu erwarten war, Worte zur Verherrlichung der Verdienste des Dahingeschiedenen, Worte deS Trostes, Worte des Abschiedes, die Thräncn entlocken? nein! es waren Worte des Unwillens, eines veralteten Ingrimms, die nicht ThrSnen fanden, sondern Indignation hcrvorriefen. Würden wir nicht daS Alter des greisen Rabbi berücksichtigen, wir hätten unS rein nur auf seine eigenen Worte beschränkt, welche eines EommentarS nicht bedurft hätten, um der Welt das in seiner Natürlichkeit zu zeigen, was wir gegenwärtig im dichten Schleier verhüllt, nur hcrvorschin'.mcrn lassen, um für die Zukunft solche bedauerliche Ereignisse schon im Vorhinein im Keime ersticken zu lassen. Ohne ans die Form, auf die unästetische Stilistik cinzugehen, mit denen der gereitzte Rabbi chir Schaale seines Zornes auf die Gemeinde ergoß, finden wir cs von seiner Seite höchst indecent, den letzten Akt eines Menschenlebens zu benützen, um ein derartiges Schauspiel zu liefern, den letzten Gang eines Menschen, dem nur Trauer und Thränen geweiht sein sollen, für geeignet zu halten, um dem gepressten Herzen in einer Weise Vuft zu machen, wie sie einem Manne, der auf da- Prädikat eines Talmid Ehacham Anspruch macht, am allerwenigsten ziemt. Anstatt den Hintritt eine- Manne» zu betrauern, die Gemeinde, der Verluste wegen zu trösten, die sic seit den letzten Jahren Schlag auf Schlag getroffen, wurden die gröbsten Kaliber gegen die Trancrgästc anfgeführt, die sich ci.lgc funden, dem frommen Tobten den letzten Liebesdienst zu erweisen, eine dem ihnen entrissenen Bicdcrmanne gebührende Trauerrede zu hören, nicht aber eine Strafpredigt, die nicht einmal einen Ort findet, wo sic gehalten werden könnte. Wir wollen nicht darauf eingehen und es ist auch nicht unsere Pflicht, ob und wie und wann Herr Rabbiner Freund Feuilleton. Badekuren. Variatio dclectat, was zu deutsch heißt. Abwechslung muß sein und so w erde ich einmal, wenn ich nicht handwerksmäßiger Badearzt sein kann, wenigsten» Badegast, um so von dem stockenrn Alltagsleben, ins Raffe zu grrathrn und mich von den Stadtftrapaßrn zu erholen, die mir allerlei Leiden zugefügt, dir ich aber weder so kenne als mein Ayzt, dein ich die .Krankengeschichte, oder bcffrr gesagt, eine Anweisung auf daS Wassertrinkheil- und badequalhoirorar überreiche. Ein Bad ist unbedingt nothwcndig für meine Glaubensgenossen, ivelchc verschiedene Schmerzen haben. Der Eine, dem Blutkongestioncn wegen einer zu erlangenden SchulrathSstelle, die ihn ganz rathlos macht, quälen, scheint Wartenberg, dem andern, dem ein noch nicht erlangter Adel schlaflose Rächte venirsachte, dient Gräfe nberg, dem dritten an obligaten Kreuzschmerzen Leidenden ist Marienbader Kren zbrunn anzurathrn, und jenen, welche gleich reich werden wollen, möge G l e ichcnberg jenen welche an Gelbsucht laborlren, ist c i n e r z dienlich sein. So scheint »- 1 /I