Die Gegenwart
- Journal
- Die Gegenwart
- Volume
- II (1869)
- Issue
- 10 (15.5.1869)
- Date
- 1869-05-15
- Page
- Seite 97 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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J / - 07 - Beilage zu Nr. '10 der ״Gegenwart" Hirsch in aller Ruhe beidringt. In eine weitere Kritik dieser Kritik sich einzulassen, muß nahe zu überflüssig gefunden werden, weil die Krage, der Beschneidung zn oft ventilirt wurde und der folgende Satz in der Bibel; ein unumstößlicheS Gesetz ist. ,Da sprach Gott zn Abraham: Und du bewahre meinen Bund, du und deine Nachkommen nach dir für ihre Geschlechter. ^Dieß ist mein Bund, den ihr hüten sollt, zwischen Mir und euch und deinen Nachkommen nach dir, beschneidet euch alles Männliche. So sollt ihr beschneiden das Fleisch euerer Borhaut, dieß sei zum Zeichen des Bundes zwischen mir und euch. Zu acht Tagen werde euch beschnitten alles Männlich, für euere Geschlechter. — Aber der unbeschnittene Männliche, der nicht beschneidet das Fleisch seiner Vorhaut, die Person wird auSgerottet aus ihrem Volke — Meinen Bund hat sie verworfen (Gen. XVII 9 — 12; 14.) — Die zweite Abhandlung bildet vielmehr einen Bortrag unseres geschätzten Mitarbeiters Herrn A d o l f Ko Hut, den er den Verdiensten Herders um die Juden und die jüdische Wissenschaft widmet. Nach einer kurze» Schilderung der. Wandelperiode des JudenthumS, an dem er nach fast 18 Jahrhunderten dauernden Druck, Berfolgung, Verhetzung des wahren ,ewigen Juden" die Freiheitssonne erglänzen sieht, legt er den Ton auf die Zeitepoche der französischen Revolution, die er eine Sturm- und Drangpsrtode nennt, und spricht mit Begeisterung von den beiden Männern Lessing und Herder, welche über allerlei Despotismus und Unrecht die geistige Geißel geschwungen und mit größtem Nachdrucke für das Judenthum die Lstechte der Duldung Humanität lind Liebe in Anspruch genommen haben. Der Verfasser glaubt mit Recht in seiiiem Vortrage über Lcssing sich nicht weitläufig besprochen zu müssen, da die Leistungen dieses unsterblichen Dichters per Wahrheit und Humanität allgemein bekannt sind, wogegen er mit gewissem aber gerechten» Ulrmuthe sich gegen gewisse literarische Kreise sträubt, welche die großen Ver- Äenste Herders um die Kulturentwickluna Europas im Allgemeinen und um die Juden iu's Besondere nicht zu würdigen wissen. Als Grund hiefür führt er den gewissen R ealismus an, der sich mit der hohen idealen Begeift er u n g, die sich in Herders Werken ansspricht, nicht verträgt. Und darum rechnet es sich der Verfasser zur heiligen Pflicht an, die Juden die Herder ״das ausgezeichnetste Volk der Erde" nennt, zumal zu ermahnen, die großen Verdienste Herders, »venigstens in Bezug auf die Juden »md die jüdische Wissenschaft zu schätzen und zu würdigen. In höchst interessanter Weise führt uns der Verfasset die Gegensätze vor, die Herder in Bezug auf feilte Ansichten der Juden und des Judenchruns zu den größten Geistern des 18. Jahrhunderts Voltaire, Göthe und Schiller bildet. Voltaire, der ״aufgeklärteste Mann des vorigen Jahrhunderteein verbissener Judenfeind, der bei den Juden den Charakterzug hervorzusinden glaubt, ״Mäkler- und Trödlergeschäfte zu treiben, zu wuchern, und durch Müßigkeit und Sparsamkeit Geld znsammenzuscharre.i," der ihnen das Bestteben auf Bestechungen zum Vorwurf macht, während der Dichterfürst Goethe i» dem jüdischen Volke ״einen wilde»», unfruchtbaren Stamm. der in einem Kreise von wilden, unfruchtbaren Bäumen ''und, auf den pflanzte der ewige Gärtner das edle NeiS .!'»tm Christum, damit cS darauf bekleidend des Stammes Natur vrrcüel» und von dannen Pfropfreiser zur Befruchtung der übrigen Bäuine geholt wurde»»," erblickt, mtb Schiller in seiner ״Sendung Mosis" sagt: ״Wir »»»üssen das Judenthum als ein nnreineS, gemeines Gefäß, »vorin aber etwas sehr kostbares ansbewahrt worden, schätzen, »vir »nüssen in ihm den Kanal verehren, den, so unrein er auch »var, die Vorsicht erlvählte, uns das edelste der Güter, die Wahrheit, zuzuführeu; den sie aber zerbrach, sobald es geleistet hatte, was er sollte! Diesen drei Männern führt der Verfasser Herder zmn Borbilde vor, be^ vor Allem bestrebt »var, durch seine HurnanitätSpriuzjpien auf. die traurige, soziale Stellung der Anschauungen des unsterblichen Dichtersucht der Verfasser in geistvollster Weile zu deinonstrircn; und so dankbar der Stoff war, den sich der Verfasser gewählt, in nicht minde« rem Grade dankbar, wird ihm die jüdische Literatur sein, daß er bestrebt war, mit dem Geiste Herders, auch seinen eigenen Geist ihr vorzufahren. Nachtrag. Zur Ethymologie dks Wortes fNVVV von Dr. Ä. R a b r r Rabbiner und Pttdlgrr. Die etymologischen Erklärungen dieses Namens fluden »vir sehr verschieden gedeutet, die jedoch dem Denker sehr wenig z»»r Befriedigung genüge»». Unter A»»dern leitet Arnch dieses Wort vom lateinischen motator Abstecher, Festsetzer, Abtheiler ab, bringt hierüber mehrere Belege, »velche jedoch mit dieser Deutung nicht übcreinstimmen. Zuletzt glaubt er den Narnen מטמרון vom radix נטר bewahren, bewachen zu entlehnen, »velchcr eben mit den Belegen nicht karmonirt. Nack meiner Ansicht ist das Wort nichts anderes als das griechische ׳Um;mlder göttliche Vorläufer dessen Aufgabe es zugleich »var, die Ailfsicht zu heben, ob die göttlichen Anordnllngeu befolgt »vcrden, auch gebe ich hiezu folgende Andeutllugen. ׳Nach der Rückkehr aus den» babhlonischen Er»! finden »vir von de!» Propheten, im Thalinud den Midraschim »n»d kabalistischen Werken d>e Engel n a n» e»»t l i ch erwähnt. איר חנינא שמות חדישים עלו מבנל רימז לקיש אמר א{? שמות מלאכים. (מדרש רבה) Es sagt Rabbi El»a>»iua, aus Babel brachten sie 1»eue . Namen mit, und Resch Lakisch bemerkt, auch den Namen der Engel. Nach der Aussage der .»tabalisten ist die Gelt von diesei» geistigen Wesen überfüllt, sie regieren überall und bewohnen alle Elemente. ר׳ שמואל בר נחמני אמי: אטר ר׳ יונתן כל דבור ודכור C6 שיצא מפי הקיבה נכרא ממנו מלאך אחד. (חגיגה ייד Aus jedem Worte, das dc»n Mu»»de Gottes entströmte, »vard ei»» Engel erschaffen. Sic sind Diener und Boten Gottes, Werkzeuge »md Mittel z»»r Leitung der Natur, sie sind die Schutzgeister der Mensche»» oder ihre Feinde, sie sind demnach belohnende oder bestrafende Boten. Gott heißt deswegen צבאות »veil er seinen Willen צביונו an ihnen ausübt. תנו רבנן בזמן שישראל שמין בצער ופירש אחד מהן כאין שני מיה שמלוין לו לאדם ומניחין לו ידיהן על ראשו ואומרים פלוני 0$'זה שפירש מן הצבור אל יראה בנחמת צבור (תענית י Nimmt jemand an den Leiden seines Volkes keinen Antheil, koininen z»vei E»!gel, »velche den Menschen begleiten, legen die Hände auf sein Haupt und sagen: Dieser Mann, der sich von der Gemcindc ausschließt, möge keinen Antheil haben an ihren Freuden. Adan» hörte feine Strafrede aus dem Munde der Engel (Midi-asch rabba). Den salomonischen Tempel halfen Engel bauen (Midrasch chasita). Während die mainionidische Sch»»le die Engel als die personifizirte Naturkräfte aufsaßt, erklärt sie der Thal»nud liberal!, als selftstäudige und höhere Wesen, die an sich Heiligkeit besitzen, hvpostasirte Natnrkräfte sind, »nid ihre Erhaltung den» Glanze der Göttlichkeit verdanken. Mctatron ist demnach einer von diesen dienstthnendcn Engeln, dessen Aufgabe besteht, als Vvrläufer zu dienen. נעשה קולו של הקיבה סיטטרון למשה (מדרש רגה פיה מיס Die Stimme Gottes kam dem Moscheh voraus. וישמע בלק כי בא בלעם ששלחו ממטר לפניו (מדרש רנה> Balak hörte, daß Bileam kounne, denn er schickte einen Eilboten voraus. Metatron ist die personifizirte Vorfeb׳׳׳ und Leitung Gottes und koiumt auch oft als Stellve.'״ צדוקי לרב אידית. ואל משח אמר עלה אל ד׳ עלה ל זהו י׳יייירון ששמו כשם רבו דכתיב כי שמי בקרבו%