Die Gegenwart
- Journal
- Die Gegenwart
- Volume
- II (1869)
- Issue
- 1 (1.1.1869)
- Date
- 1869-01-01
- Page
- Seite 1 (sequence 7)
- Language
- German
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Halbjähriges tUbon* ntratnt für Prag und die Provinz inklusive Anstellung ins Haus oder Postversendnug ö. W. - -Ist- 4» kr. sür'S Ausland 1 Tblr. fürAmerila 2 Dollar. Inserate werden billigst berechnet. Die Gegenwart. Hrgan für die Interessen des Zudenthums. Redaktion und Administration Rittergaste Rro. -los.— t wohin alle Briese «'rldsrndungen zn richten sind. Die „Gegenwart" erscheint am l. und r>. eines jeden Monates. Nro. 1. Prag 1. Laner. -^- ||,| ili. Iahrg. Pränumerationö-Einladttnij. auf die „Gegrnwark m 1 die zweimal im Monate und zwar am eines jeden erscheint.- Halbjähriges Abvimement sammt Zustellung i»S Hans ' od. Zusendung pr. Post. Ist. JO fr. GauzMiges Abonneuicut snmint Zustellung ins Haus od. Zusendung pr. Post 2 fl. 8(1 tr. Auswärtige Abonnenten können den Abonncmcntsbcirag in bequemster Weise mittelst Postanweisung, die gegen Erlag von 10 kr. in den k. k. Postämtern;» baden ist. cinschickc» an Die Administration der „Gegenwart." Prag Nittergasse 4er. 408 — 1. J n h alt: Leitartikel: Der TodeSkampf der Talmud-Thora Schule. — Das neue BereinSgesctz und die jiid. Lehrer Böhmens. — Rede von Loniü Slernau-Goldschmid. — Ein S^cvt über Werth und Wesen der gci stigen Bildung. — Ucber Selbstmord bei Juden. Correspondeuz: Aus dem westlichen Böhme»._ Lokales. — Auswärtiges. — Feuilleton. — Inserate. Der LodesKamps der Latmud-Thoraschute. Wir haben so osl aus die Zwecklosigkeit und die sünd hafte Geldverschwendung jenes Institutes hingcwicsen, das man mit gewisser Oslcntation Thalmud-Thora-Schule zu neu ucn sich erlaubt, und ohne personelle oder sachliche Interessen im Auge zu haben, haben wir stets unsere Ansichten begründe. und in augeuMiger Waise die unpraktischen An ^e'tc u’l‘>alCiini OcfnO)t; allein nc «WHMK'Wgcllicine Inleicsse zu kümmern, haben Wc oFiÄPHtckktcn Leiter der Gemeinde. die das Regulativ - .«sPr sich 'allein in Anspruch zu nehmen glauben, in den Gel- * * rst:i /Äni '»u^Mcindc ^'orlgewühlt. den moralischen rt^ode» form- .-und, lG ^Hcl) uMgraden und auf Grund ihrer durch allerlei Künste gcschastciicn Stellung, die nichts anderes als blosics Blend wert ist, geholfen, mir meisterhafter Rancune an dem Mime des communalcn Lebens der Israeliten zn arbei'en. Zn richtiger Würdigung der Verhältnisse haben wir schon vor einem Jahre gewußt, daß jene Herren mit der Zeit zur Bcsin r-uirg kommen müssen, die noch vor vierzehn Tagen siir die Epistenz eines Institutes geschwärmt haben, über dessen Le bcusfühigteit wir längst das TodcSurthcit gefüllt und dessen Fortdauer nichts anderes ist, als ein Gewaltakt gegenüber der Gcmeindckassa, den man im gewöhnlichen Leben mit nichts besserem als einer handgreiflichen Bewegung bezeichnet. Wir sind nun heute. Dank dem vielgepriesenen Jahresbudqet, au eine Krisis angclangt, die ein Schattenbild des sen verbildlicht, was wir in gerechten Farben schon so oft ausgctragcn; wir haben jenes Stadium erreicht, das man in der Heilkunde mit Agonie bezeichnet, und wenn wir diesen Anflösungsproceß früher crtannt und prognostieirt haben, so mußten wir von einem depriinirendcn Gefühle angewan delt, dennoch sichtlich erfreut sein, den Antrag ans Anflö s n n g d r Talnmd Thora SiMle ans de», Mund? eines .Rannes zu hören, der dieses i.'dlgevoreiie >iind in den Win de.» der Guneindegelder io ce'st zn legen wußte, als wäre er von dem Glauben bcslartl, die Todtgcbornen seien erst die rechten Lebensgeister. Ilm so überraschender mußte diese Reu jahrSbcschecrung sein, als gerade eine ausschließlich talmudischc Anstalt unter der Leitung eines Manne', der durch eine lange Reihe von Jahren Religionstchrer war und auf rabbinische Gelehrsamteit Anspruch macht, nicht zn rechtem Leben kommen tonnte und aus eben dem Grunde desto leichter dem Verfalle preisg.geben wurde. Haben wir wohl voraus gesehen, daß dieser Mann trotz seiner Stellung für ein spe FruiUrton. Wie ich wählen möchte. -■ David uut c^oliaih. — Stcmrbcii'.csinng und deutsche Tecnc. — Ein himmlischer Stcnertoinmissär. - Die „ge regelte" Lustheizung. — Die Geregelten und Ungeregelte». — Einem Unglütl entgangen. — Eine originelle E'rnenming. — Ein foiiitäicr LLnnsch. Wenn ich einst wählen sollte, ziehe ich cö vor eine reizende, liebenswürdige Jüdin, die weder an s „cioile" noch an s „vermisch tc" denkt zu nieincr LebeiiSgefährtin zn machen, nie aber könnte ich niich zn zivei jüdische» Stadtverordneten cntschlicsten, die mit gotdcncn Schlüsseln die Herzen manches jüdischen Wählers offnen, um zu dem Resultate zu gelangen, wie daS einer Pachtgcsellschafl, die einen hohem Pachtschilling offcrirt. Seitdem einst der kleine David dem Riesen Goliath mittelst eines SteinwnrfcS die Empfindlichkeit seiner kleinen Größe beigcbracht seitdem ein zweiter kleine „David" durch autonomes Slimmcnengagement ein Wahltomitc im Pfeffer »heu liest und mi> in's Dladtverordiietenevllegium hiueiubligfirt und i»?volge dieser Estamotage ine- >tnov'loch ein gewisses Etwas hingecanbert 'sab. das der Eigentbnmer mit gewissen Wi'blbrhagen nicht nur au» den Rock, sondern selbst auf Weste, -soie u. s. trägt, um selbst im iauftcu Schlummer, in siisten rrmimen das gewiffe Etivas stets vor Augen r» haben, seitdeiu sind die Wahlposlen i» dem ebemaligen <-U>et!u selb't für tüchtige Man- »er. die Herz und Mund am rechten .vleete haben ein mathematisches Räthiel, daS ^nue daun m lasen nt, wenn die jüdische., Wäh» lcr thatträitig wäre» und solchen Stellenjäger» doch einmal daS Handwert legen möchten. Der Prager Tch'acliten Repräsentanz thnt in dieser Beziehung keine Wahl wehe ii>id, wen» fic de» „rechten" nicht auf der Erde findet, so streckt sie ihren geioaltige» deutschen Arm nicht i» den Beutel der Gemeinde »ach dem Himmel auS. hier sucht sic unter dm Trabanten einen Teutonen, der von Etcuerbrineffung keinen Dunst haben darf und als solcher Dunstlose auS hcm „deutschen Hause drS ProzeffeS" fich für die Eom-