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Die Gegenwart · 1868-12-15 · 26 (15.12.1868) · p. Seite 283

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Journal
Die Gegenwart
Volume
I (1868)
Issue
26 (15.12.1868)
Date
1868-12-15
Page
Seite 283 (sequence 11)
Language
German
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— 283 — hüten schleunigst nach -Hause reisen müßte, nicht annehmcn zu könnrn, von welchem Entschlüsse er jedoch durch die allgemeine Aufforderung der Versammlung znrücktrat. Hierauf richtete derselbe in Form einer שאלה an die Versammlung folgende Worte: seine eigene Deputirtenwahl sei so gut wie gesichert, sein Gewiffen aber erlaube ihn» nicht, übcr^ die,bekanntlich Hem.Lougreffe-vorliegendenin üiiserer^ciligen ארונה tief eingreifenden Frage mit sich allein zuin Abschlüsse zu gelangen. Hierzu gehören Gemeinde- sowie Schulorganisation und die Seminar- und Lehrerpräparandiccnfragc; er bitte daher, daß die Bersammluilg, deren Beschluß ihin maßgebend sein werde, sich hierüber aussprcchcn möge. Der Vorsitzende erklärt sich mit dem Anträge ganz einverstanden, und fügt hinzu, daß auch die Erthcilung von החמת die Qualisication der שוהמים und סופרים hochwichtige Fragen seien, über welche der Beschluß der Rabbiner- Versammlung zu provociren er beantrage. Es entspann sich hierüber eine sehr lebhafte Debatte, an welcher sich besonders der Rabbiner Munkacs einerseits und Schreiber dieses anderseits betheiligten. Ersterer beantragte, daß sich sofort Gruppen von je 20 bilden sollte», die bis etwa in 4 oder 5 Stunden sich über diese Fragen verständigen und einen Obmann unter sich wählen sollten, welcher als Referent je einer Gruppe ausschließlich an der Debatte theilzunehmen habe, so daß diese erleichtert und ein Beschluß schneller erzielt werde» könnte. Schreiber dieses entgcgncte hierauf, daß inan ihm, als durch eine größere Brochürc an den Tagcssragcn betheiligt, -und als seit fast 2 Dezennien dem öffentlichen ungarischen Leben angehörcnd in dieser Sache wohl ein Urtheil zutrauen dürfe. Rach seiner festesten Uebcrzeugung sei eine Bentilirung und Uebereinkunft über diese hochwichtigen und sehr weit verzweigten Fragen in so kurzer Zeit rein unmöglich. Eine einzeln -herausgeriffene Frage zumal die Scminarsragc, außer Zusammenhang init der ganzen Schulsrage, ja sogar der Gemcindeordnungsfrage, wobei er nur im Vorbeigehen auf den großen Unterschied dazwischen, ob der Rabbiner, wie cS sich gebühre, einen wesentlichen Einfluß in der Gemeinde erhalte oder nicht, verweise, könne unmöglich beantwortet werden. Uebcrhaupt lägen in diesen Anträgen, die alle brennenden Tagesfragen in sich involviren, eine solche Fülle von Specialfragcn daß dieselben, zuinal bevor ein ganz abgeschloffenes Elaborat vorliegen würde, bei der kurzen, dem Plenum zu Gebote stehenden Zeit unmöglich gründlich genug behandelt werden könnten. Er schlage daher folgenden Modus vor, für welchen schon die Zustimmung von mindestens 50 Rabbinen gesichert sei. Ermüff^dabcl irorauSschicken, daß!räch seiner Berechnung eine Zwischenzeit von 5—K Wochen durchaus keine Gefahr enthalte. 10 Tage seien noch bis zur Eröffnung des Congreffes, man könne sicher 8—10 Tage für die Berifieation der Wahlen annehmen, wozu dann noch vielleicht, falls der Congreß beschließt, daß für die etwa anullirten Wahlen die Neuwahlen vor Fortsetzung der Berathung vorgcnommen werden sollten, mindestens 8—14 Tage hinzukämen. Aber auch iin gcgcntheiligen Falle nehme die Constituirung der Vcrsaminlung und der Abschluß der Diätenfrage auch circa 8 Tage in Ansprach. Hierauf folgen, die etwa vom hohen Ministerium vorgelcgten oder gar vom Congresse selbst erst zu entwerfenden Vorlagen, zu deren Prüfung respektive Entwerfung Commiffionen zu ernennen seien, die wiederum mindestens 8—14 Tage für sich in Anspruch nehmen würden. Dann tritt der Congreß wohl zuerst in die Berathung der Gcmeindcordnung, von welcher die ersten §8noch nicht so sehr die religiöse Frage tangiren. Es seien mithin 5 — 6 Wochen sicherlich nicht zu hoch gegriffen. Er beantrage daher Folgendes: Es möge sofort eine auS 25 — 30 Mitgliedern bestehende Lommiffion, wobei cs wünschenswcrth, daß wenigstens einige ניקז וגדולי דרור darunter wären, ans den thalkräftigstcn, intelligentesten Mitgliedern der Versammlung durch Stimmzettel gewählt werden; die übrigen Rabbinen könnten in Ihre Heim Ul, zneückkehren. Diese Coimniffion solle etwa in 5 Tagen ein dies bezügliches Elaborat ausarbciten. Dasselbe solle sofort, was imserhaU׳ dreier!age geschrstem^öllNe,' 711 hebräischer Hid deutscher Sprache vervielfältigt und an sämmtliche Rabbinen, auch an unsere nicht gegenwärtigen Gesinnungsgcuosicn zur Prüfung versendet werden. Nach 4 — 5 Tagen treten säinmtlichc Rabbinen eines oder zweier Coinitate zusammen, tauschen ihre gegenseitigen Bemerkungen aus und legen ihre monita in ein von säinmtlichen Anwesenden unterschriebene» Protokoll nieder, in welchem, wo keine llebereinstimmung erzielt, da» Mijoritäts- und MinoritätSvotnin mit Angabe des Stimmvcrhältniffes enthalten sein sollen. Sä!n ntliche. Coinitate dclegircn je Eincn zum Delcgirtcn einer, wenige Tage darauf in Pesth abzuhaltcndcn Versammlung, in welcher alle Protokolle verglichen, rcsp. wiederum Majoritäts- und Minoritätsvota aufgenomincn iverden und dieses Gcsammtrcsnltat solle dann als der Ausdruck der Gesamintheit der ungarischen Rabbinen gelten. Es ivird hiervon ein gedrucktes Exemplar säinmtlichen Rabbinen, sowie allen z» unserer Partei gehörigen Dcpiltirten zugemittclt. Vergebens drang Schreiber dieses darauf, daß über seinen Antrag ordnungsgemäß abgestinunt werde, vielinchr wurde durch eine moralische Presiioii eine öffcntlichc Antwort init Ja und Rein spceicll über die Scmznarsrage, ob solches ja oder nicht eingerichtet werden solle, provoeirt. Hierauf hat Schreiber dieses ohne das Resultat dieser Abstimmung abzuwarten beiin Beginne der Abcndsttzuug folgende Verwahrung in dle Hände des Präsidenten niedergelegt: Da die unbedingte Verwahrung gegen ein Scininar zurAbstimmung gebracht wird, welche Frage weder spcciell an nuS gecichtet, noch wie ich in der Morgcnsitzung erklärte, außer Zusainmcnhang mit dcr^ganzen Schulfrage beantwortet werden kann, und da selbst nach dem Standpunkte dcS chrw. Rabbinen von S. A. Ujhely, nach welchem die Versammlung sich zu einem jn בית constituiren solle, dazu nothwendig משא ומתן של הלבד,«ח gehört, mir cs aber nicht ,nöglich gewesen, zu bewirken, daß man mich auhörc, so muß ich zu meinem Bedauern aus dieser Versammlung austrctcn. Rach Ausgabe dieser Verwahrung verließ der Schreiber dirseS sofort den Sitzungssaal. -Dies der wahrheitsgetreue Verlauf der Verhandlungen, so weit ich denselben beiwohnte. Alles in Allem gcnoinmen danke ich dem Allmächtigen, daß ich daS Glück hatte, an den obcncrwähnten denkwürdigen Errungenschaften dieser Versammlung thcilzunehmen und hoffe ich zu Ihm, daß er diesen edlen, hoffnungsvollen Keim weiter ausbauen wird. Daß ich in ungetrübter Freundschaft von allen versainmcltcn Rabbinen, selbst denjenigen, zwischen denen und mir im letzten Augenblicke eine so große objektive Differenz vor waltetr, schied, brauche ich wohl nicht erst zu sagen. Ich füge nur noch einige wenige die Uebcrschrift betreffenden Worte hinzu. Ich fühle mich nicht berechtigt, die Namen meiner Gesinnungsgenoffen bei der Rabbincrversaminlung ohne deren Einwilligung, welche ich gegenwärtig nicht erst cinholcn kann, zu nennen *) fühle mich aber veranlaßt, die obenerwähnten, gewonnenen Resultate einerseits, so wie meinen letzten Entschluß andererseits, nicht mir allein zu vindiciren, sondern dem Einklang init incinen Gesiuuungsgenoffen. Dr. Israel HildeShei»er. *) Des Einvernehmen« mit den Rabbinen Krpo-vär, Szobalko und Esongrad ausgenommen. Schlußwort. Mit der heutigen Nummer ist der erste Jahrgang dieser Blätter zum Abschlüsse gebracht. Wir haben im November 1867 die Redaktion dieses zur selben Zeit gegründeten Blattes übernommen, und glauben »it Befriedigung auf die Lösung der Aufgabe, der wir uns unterzogen, Hinweisen zu dürfen. Unsere. mehrjährige journalistMhr ^hätigkeit verlieh uns Muth selbstständig aufzntreten, wiewol wir die Schwierigkeiten, die mit den Ansprüchen eineGgrblsdeten Lesepublikum-, wie es eben das israelitische ist, verknüpft sind, nicht verkannt haben. Un erstützt von Mitarbeitern, die in der Publicistik keine Neulinge sind, haben wir vor Allem da» Augenmerk darauf geWchtetl^dem Leser jedes Stande» Leitartickel, politische, wissenschaftliche, belletristl zur aM—1'*“־ ~ ~ ‘ ..

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