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Die Gegenwart · 1868-12-15 · 26 (15.12.1868) · p. Seite 273

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Journal
Die Gegenwart
Volume
I (1868)
Issue
26 (15.12.1868)
Date
1868-12-15
Page
Seite 273 (sequence 1)
Language
German
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Hrldjiihrige« Kbin>< ,e»e»t für Prag nnb die Proviaz iaNasive Aistelloag inS Haus oder Postvrrsrudung S. W.. . 1 fl. 40 kr. filr'S Ausland IThlr. Gegenwart Inserate werden bil- Hrgan für die Znteresten des Iudenthums. ligst berechnet E;pkdition für den gesammten Buchhandel £&far Seiner in Leipzig Verlagsbuchhandlung. Rditii» und Bl* »inistratia, Ritte», gaffe Nro. 408 — l wohin alt Briefe n. Geldsendungen zu richten sind. Die „Gegenwart" er» scheint am 1. und 15. eines jede« Mo* uates. Nro. 2l. Prag 15. Dezember 1868. 1. Zahrg. Pr umerations-Einlndung. Indem die geehrten Leser ans das Schlußwort in der hei n Nummer aufmerksam machen, laden wir sie zu ränumeration der „Gegenwart" ein, die zweimal im Monate und zwar am 1. und 15. eines jeden erscheint. Halbjähriges Abonnement sammt “ *' ~ ins Hans od. Znsendnng pr. Post. 1 fl. 40 kr. Ganzjähriges Abonnement sammt Zustellung ins HauS od. Zusendung pr. Post 2 fl. 80 fr. Die Administration der „Gegenwart." Prag Rittcrgassc Nr. 406—1. J n JU I t: Leitartikel: Wie mail in manchen Gegenden Ungarndie Gleichbrrech. tigung aufsaßt. — Die jüd. Schule und der jüd. Lehrer Böhmen-. — Rede des vr. Albert Cohn an dem Grabe James von Rothschild. — Ein Wert über Werth und Wesen der geistigen Bildung. — ournalistik. orrespondenz: Brünn. Locales. — Auswärtiges. — Netrologie. Nachtrag: Die ungarische Robbinriveilammlniig und meine so wie meiner Gesinnungsgenossen Thetlnahme an derselben. Schlußwort. FeuiUrtou. — Inserate. Wie man in manchen Gegenden Ungarns die Gleichberechtigung auffaßt, „Schütt-Sommcrcin," so erhält der „Pestcr L," folgende Millheilung: „war in den letzten Tagen der Lchauplatz blutiger Exzesse. Die Nachrichten über diese rohen, pöbelhaften Ftuillelon. Aus dein Harem. (Schluß.) Arfiel konnte sich nicht enthalten, dem rohen Schiffer um den HalS zu fallen und ihn zu küffen wie einen Bruder. „Rein,'' sagte er zu ihm im herzlichen Tone, Deine Pflicht soll nicht verletzt werden, Du sollst sie vielmehr an-üben wie Dein Befehl lautet. Hörei Du nimmst mich mit in den Kahn, damit ich Dir rudern helfe und wirfst jede» der Säcke in den Fluß, so wie Dir besohlen. Um deu Sack, in welchem sich meine Geliebte be> findet, werde ich einen Gurt schlingen und mjch ebenfalls int Bas- , AuSschreikungcn, denen ein Menschenleben bereits zum Opfer! geworden (eine Mutter unmündiger Kinder erlag unter den quälenden Schmerzen in Folge der mit Mordwerkzrug nach ihr geführten Streiche), wirken um so empörender, wenn man die traurige Thatsackc constativt, daß ein Mann an der Spitze der Behörde, zu den in tellekt»» eilen Urhebern dieser Vorgänge gehörte. Am 14. v. M. Nachts zwischen 11—-12 Uhr stürmten wie verlautet unter Führung eines gewissen Bavranyi. mit Aextcn und diversen Handw.rkzeugen bewaffnete Bänden das HauS eines seit Kurzem in Sommcreir. angesicdelten Juden. Tie Frau desselben, Mutter von neun unmündigen Klndrrn, die erst diese in Sicherheit gebracht, ward zum ersten Opfer dieser bestialischen Horde. Zerfleischt am ganzen Körper erlag sie nach zwei Tagen den schmerzlichen beiden. Eine andere achtundsiebzigjährige Frau liegt mit gebrochenen Armen, ein alter Mann mit zerschmettertem Schädel am Krankenbette und fürchtet man in jeder Stunde für ihr Leben. Der dortige Herr Stadtarzt verweigerte jede ärztliche Hilfe, denn — er muffe vorher seine christlichen Krankenbesuche n. Und während dieses Morden und Plündern durch Stun den fortdauerte, ließen sich der Bürgerincister und Stadrich ter von ihrem Schlafe nicht stören. Wozu auch? hatte doch der Stadtrichter dem Juden, der sich einige Tage vorher bei ihm beschwerte, man halte ihm in« Fenster geschossen, grautwortrt: „(Geschieht euch schon recht, warum kommt ihr hie» her wohnen?^während die« euch unsere Privilegien verbieten!!" Ucber Aufforderung des in einer Stunde Entfernung domizilirendcn Stuhlrichtcrs wurde eine Wache (e i n besoffener Mann) anfgestkllt, dem der Jude übrigen« für eine Nacht fünfzehn Gulden sofort geben lnnßtc; in den andern Nächten blieb die Wohnung jedweder Bewachung bar, und nach Herzenslust wurde nun geplündert und geraubt, zerstört. Und so ist da« Leben, Hab und Gut der armen Juden noch bis heute schütz- und wehrlos preisgegeben. Wohl hat das Prcßburger KomitatSgericht eine Kommiffion zur Untersuchung des Thatbestandcs auS seiner Mitte entsendet und auch einige Mann Militär nach dem Schauste werfen, UNI sie ans jenseitige Ufer z» bringen. Dein Gcwiffen bleibt rein und mir wie jenem armen Wesen hast Du das Leben erhalten. Daß Dir Allah dafür lohne." Arsiel endigte da Eröffnung seines PlanS mit einem zweiten Beutel voll Goldstücken, der in den Taschen de« Schiffer« und in seinem Gcwiffen das vollständige Gleichgewicht herstellte. „Ich verlaffe Dich jetzt, mein Freund, um mir den Gurt zu verschaffen, den ich zu meinem Vorhaben brauche. Bor Sonnen- Untergang bin ich bei Dir. So wie ich diese Hand in Deine Rechte lege, so lege ich zwei Menschenleben in Deine Macht." „Bertraue mir. Freund I da« Werk, obwohl schwierig, wird un« gelingen; habe nur guten Muth, da« Eprüchwort sagt ja: Damaskus ist für einen Liebenden nicht zu weit. Allah mit Dir l" Arfiel eignete fich da- Nöthige an und kehrte mit geflügelten Schritten zurück. ES war Seit. Von Feme sah man schon rinn» L 1 4923

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