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Die Gegenwart · 1868-09-24 · 23 (24.9.1868) · p. Seite 244

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Journal
Die Gegenwart
Volume
I (1868)
Issue
23 (24.9.1868)
Date
1868-09-24
Page
Seite 244 (sequence 2)
Language
German
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f 244 Ist e«, wie wir hoffen und glauben, unrichtig, daß sie ein solch verwerfliches Handwerk treiben; so mögen sie in der. Oeffcntlichkcit sich gegen den Borwurf desselben vcrwahreu und so Gelegenheit bieten, eine Gehässigkeit, welche solches Thun den Israeliten aufburdet, von diesen fern zu hattcn. ^Ist cs aber wirklich wahr, und haben diese Herren wirklich die friedliche Mission der Juden, überall einend und vermittelnd wirken, so weit vergessen, daß sic wegen Brodcrwcrb Zwietracht säen; so »nögen sie bedenken, tvao eben sich seit den Zeiten Hainaus vielfach bewährt ist, daß die der Iudeuhcit bereitete Gefahr und Unannehmlichkeit durch die Vorsehung behoben und der drohende Schlag auf den Schuldigen allein geführt wird ",סי. ."רוחילצלד. Den Organen der Nationalen gegenüber aber erklären wir hier wiederholt, daß die Juden als Gesanimthcit weder der einen, noch der anderen politischen Partei angchörcn, daß vielmehr jeder ein;eine Jude seiner Ueberzcugung ganz frei und unbeeinflußt von irgend einer korporativen Institution folgen lann und folgt, daß ebenso wie viele aufrichtig dem Dcutschthumc, besonders in seiner Bcdculniig für Wissenschaft und Indnstric anhängen, cs gar nicht wenige Juden gibt, welche den nationalen Bestrebungen, wenn diese auf dem legalen Boden des Liberalismus stehen, den besten Erfolg wünschen, und daß die Juden im allgcmciucn viel zu friedlicher Natur sind, als daß Hetzer und vorsätzliche Bcrbittcrcr des öffentlichen Gebens nicht zu den Ausnahmen, die bei der Mehrheit ihrer Glaubensgenossen weder Sympathie noch Achtung finde», gehören sollten. An die Adresse der Augsburger Allgemeineu Zeitung. Wir lesen in diesem Journale vom l.'i. d. M. folgenden Passus in einer Correspondeiiz ans Galizien, datirt vom 10. Oktober: ״Wenn unlängst einige Wiener- Blätter dehauptet, die kürzlich in Lemberg gegen die dortigen Iuden begangenen Exccssc seien auf Anstiftung russischer Agenlen geschehen, so ist diese Notiz nur ein neuer Beweis, wie schlecht unterrichtet gewisse Wiener Journale über nm'ere Verhältnisse, sind. Hier weiß man keine Sylbc davon, daß ״russische Agenten jenen Tumult hervorgerufcn, wohl aber i st d i c K l a g c gegen die Unverschämtheit und A n m a ß u n g eines groß e n T h c! l c s unserer I u den seit der Giltigkeit der e o n f e f s i o n c l l e n Gleichberechtigung all ge m ein geworden, daß man sich kaum wunder'» darf, wenn unsere niedere christliche Volks schichte sich zu Auss chrci tun ge n gegen jene th a lsächliche La n dplage Galiziens h inreiß cn läßt." Indem wir glauben, daß diese wenigen Zeilen genügen, um sich der Hab tung der schönen Augsburgcriu klar bewußt zu werden/ bedarf es vor Allem der Entschuldigung, daß wir uns die geringe Mühe genommen, sie über d!e in ihren Artikel cingeschmuggelte unflätige Corr.spondenz auszuklären, damit die Augsbnrgcrin von ihrer eigenen Unverschämtheit und Aumaßung einen Begriff bekomme, die sie in so uon chalanter Weise dem großen Theil der galizischen Inden imputirt. In der Thal lieft man der ״Allgemeinen" den Ingrimm ab, der bei ihr deßhalb znmMsbruchc kommt, daß während in Oesterreich die Regierung in dem großen Ltveplo e!lL8<.׳ der Civilisation einen solche» Vorsprung har. daß die Scheidewand, welche einen Glauben von dem andern trennte, fallen, und dem Inden als Menschen, Bürger und Träger der Kultur eine alte Schuld abgetragen werde» mußte, die in dem großcn Conto der Civilisation als ein längst verfallener Saldo verzeichnet war. in de.n baierischen Lande, wo;bic Intelligenz nach der wahrscheinlichen Atinahmc der ״Allgemeinen" die Gcneralpächtcrin in ganz Europa zu sein scheint, der Jude mit einigen Concessionen Vorlieb nehmen muß. Der unver schämten Augsburgerin. die der niederen christl.chen Volksschicht des Kansniaims. Sie verlangte eine» •׳.toff, ähnlich dem, welcher ni »nnachalnnlichen Reiz ihre» stopf umschlang und dessen Enden mit goldenen Kranze» nnisäiiml. ans ihre Schulter» flössen. Den schönsten imter dem Borrath wählte sie und schickte sich »1 zahlen au.י Ariiel machte eine abwehrcnde Handbeivegung, als ivollte cT jagen : Bebaltc dein Wölb, ich bin d >rch?einen Besuch reich belohnt. Aber ohne die Worte Arnels ohznivarteii, lieh die schöne Käuferin eine Handvoll Goldnücke in das Kästchen rollen, das znin Ausbewabre» der eageS-Einnabme diente. Das Kästchen war sörnilich gefüllt, Arsiel nalnn cs und schüttete den Inhalt in das Kleid der Sklavin. ..Wie. ivilllt?» nicht das Geld für Deine Waarcii annchinen? fragte Aziza. ,.?ars ich?!>׳ denn nicht dieses Wenige zn», Geselienk mache» criviedertc Arsicl. ,,Aimm cS a», nimm vielmehr Alles was hier ist. »in»» auch ״lich, schönes Weib, denn es gibt für mich kein größeres Glück. als Dein Sklave zu sein!" ..Seltsame Großunith die?»11 znui Bettler mache» kann,'' sagte lächelnd die ,via». ,,?ch denke nicht an mein Bermögen," erwiederte Arsicl schivcrmiitbig. Ein Stillschweigen herrschte, wahrend welchem sich Beider Blicke begegnete» und in stummer Zwiesprache den gegenseitigen Weg zu»» Herzen sanden. .,Wer ohne Gcgenverlangen gibt, verlangt oft mehr als er z» verlangen wagt." Aach diesen halb für sich gesprochene» Worte» wendete sic sich wie von einem plötzlichen Gedanke» ersaßt, an Arsicl. .,Wut, ich nehme es an. Aber als Gegengeschenk nimm diese volle Börse hier." Arsicl zögerte. ..Ainu» diese- Weib, gebe eS in Drin Geschäft, vergrößere Deiiien Handel, arbeite mit Brrständniß. ich werde wiederkommen und Rechenschaft verlangen." ״Esei." sagte Arstel und bedeckte ihre Hände mit Küsten, ״Dein bleibe das Geld und auch der Reichthum, ״ den ich dam k ״erwerbe, Dn wirst wirderkonnncii »nd Dein Andenken ivird bei m>! sei», »nd das wird mir Glück nnd Segen bringen." Aziza entfernte sich. ״Aruel preßte die Börse an stine Lippen, von nener Hoffnung ׳belebt, ging er feinem Gewerbe nach, ließ sich mit einem gewissen Selbstvertrauen i» gewinnbringende llnterne'.nnnngcn ei», die ihin alle glückten nnd verdoppelte in solcher Weise das Darlehen der schönen Unbekannten. Sic kam wieder. Arsicl zeigte ihr nicht allein ihr Geld, sondern auch ebenso viel als Geivinnst »nd bat sic, beide Sllimiieil zurückzunehme». Sie lehnte es jedoch ab und sagte : ״Ich bin mit Dir zlifrieden, »nd füge diese Börse »och Hinz». D» wirst mich Wiedersehen, bis dahin sei Gott mit Dir," Dank dieser neuen Summe, nahmen die llntcrnchnlungcii Arsicls immer größeren Umsiing an nnd wurden stets vom günstige» Erfolge gekrönt, so daß er sich .binnen Kurze.״ z»m reichen Mann genlacht sah, nnd in,de1-.!׳'>l׳en Maaße ivuch» auch seine Verehrung für seine Wohlthäteri». Als!ו1>״" •״•־ ei!,ig,-t- *Seit wicdcrkani. zeigte er ihr das Gewonnciie ׳aad berichtete ihr getreulich über de» Stand seines Geschäftes. Sie lei nte sich neben ihm!»'s Sofa zurück und hörte ihm mit viclein Bebagc.» zu, bald aber stand. -sic auf nnd sagte: ״Ich nuiß Dich verlassen, hüte Dich mir zn folgen.?1» ei- »er Stunde verlasse Dein Magazin, gehe außerhalb der Siadt, durchschneide die Gärte» und verfolge jenen sZnßsteg, der sich längs der Weinberge hinzicht, bis Du einen Hügel erreichst, der sich gegen das Ufer des SigriS hin absiacht. Dort suche eine schattige Stelle aus, kaufe sie und baue unter dein Schatte» der Sikomoreu ein Landhaus. Statte cS reichlich aus und laste cs nicht an Luxus fehlen, damit cS meiner würdig sei.. An» dritten Tage jeder Woche wird Zcinab vor Deinem Lade» vorübergchen, rufe sic nicht und sprich nicht mit ihr, aber wenn das Landhaus fertig sein wird, dann gib ihr ein Zeichen, sie wird Dich verstehen. Dort wollen wir dann glückliche Stunden verleben>"Wortsctzung sogt.)

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