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Die Gegenwart · 1868-09-24 · 21 (24.9.1868) · p. Seite 230

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Journal
Die Gegenwart
Volume
I (1868)
Issue
21 (24.9.1868)
Date
1868-09-24
Page
Seite 230 (sequence 10)
Language
German
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— 130 — „Wie hatten nbcrdieß die Profeten den Stein auf einen j der wesentlichsten Punkte de- Iudenthums werfen können? Darf man in der That, im Besitze eine- Codex von Gott ■ selbst gegebenen Gesetzen sagen, daß man nur das Geistvolle! hiervon entnehmen kann, ohne sich um den Werth der Form, die Wichtigkeit de- Buchstaben zu kümmern? Nichts ist willkührlicher, mehr den ewigen Konfusionen ansgesetzt, als ein ähnliches Shstem. Die Freiheit zu interpretircn, ist ein edler Vorzug, die man im Judcnthumc nie dem Gläubigen aufgcdrungen hat, aber d i c mir so viele gute Früchte trägt, daß diejenigen, die davon Gebrauch machen, nicht im mcr den Buchstaben und die Gcsctzform als eine nutzlose Rinde betrachten, klnserc Religion zeichnet sich wesentlich durch den besonderen Charakter aus, der darin besteht, in einer uud derselben Lehre Geist und Ausübung, Idee und yiebe, d. h. den ganzen Menschen zu bilden suchen. Diese verschiedenen Dinge, welche so gut den verschicdenen Seiten der menschlichen Ratur entsprechen, in Uebcrcinstimmung bringen, ist sein Ziel. Sic trennen, eine der^ andern opfern, hieße aus der Wirklichkeit hcraustrctcn, hieße' sich auf dem glatten Abhänge des MistiziSmuS oder Materialismus wagen, hieße dem Fortschritte den Rücken zuwenden; denn so lange der Mensch ein Mensch, ein Kompositum von Körper' und Seele sein wird, so wird der Fortschritt darinbestehen, daß er beiden zusammen das liefert, was jedem zu seiner Erhaltung und Ernährung dienlich ist. Rur. wenn der Formalismus etwas von der Autorität, welche dem Geiste gebührt, zu mißbrauchen sucht, und ihn zu fesseln strebt, indem er ihm in seiner natürlichen Entwicklung hinderlich ist, =u>irb er verdanrurungSwerth. (Fortsetzung folgt.) Briefkasten kr Redaktion. Hrbrov in 2t. FranziSto. Rro. S2 ist nnS nicht zugekommen, bitten uni Einsendung. — Herrn L. in P. Corrcspondenzen interesianlen Inhalts sind »nS stets willkommen. — Herrn Prof. G. in Wien. Ein ähnlicher Artikel find sich bereits im „Ausland" vor. — Herrn Roth in >riismrrk. Es sollte UNS freue,I. wenn sie nnS hie und da Lorreipondeuzen ^utommen laffen. — Hrn P. H. in Br. Durch Ihre schmei« chelhasle Inschrift siihle» wir uns geehrt. — Herrn I. Baum in K. In spät angekotdinen, kommt in der nächsten Rnmmer eomplet. Briefkasten der Administration. -Herrn B. KauderS in Brennporitschen. Wünschen Lie (Korrektur? 2r. Ehrwürdcn Herr» Rabb. Kobn in K. Bitte» um Einsendung .de» Caldo. —Herrn T. in V—z. Ersuchen um den Abonnent emsbetrag.— (Safetier V. in Pest. Bereits abgegangcn. — Herrn M. in Rjezow. Wollen im Postamte reklamiren. Hetrn B. in Ttoppan. Abonnement vorgemetkt. — Inserate: (Eingesendet) Wccljrter Aerr Redakteur! Auf Grund Ihrer uns bckaiintcn klnparteilichkeit, mit der Sic Ihr viclgclesenes Blatt leiten, ersuchen wir Sie, nnserer Beschwerde in Ihrem geschützten Journale Raum zu gönnen, und erwarten, daß die Betreffenden von derselben Rotitz nehmen werden. ‘Cljiie uns erst auf das Privat Un tcrrichtSwcsen ans dem Lande cinznlassen. müssen wirfolgenden Unfug zur Kenntniß bringen, der wie ei» Krebsschaden _ouf unsere Jtigend wirkt und leider daS häusliche CrzirhungSalS Lehrsnstem total untergräbt. Wir sind selbstverständlich, wenn wir in die Vage kommen, i tuen Hauslehrer zu bedürfen, angewiesen nach Prag zn reisen, um einen solchen zu cngagircn. Wir kommen in die jüdischen Gasthäuser, werden von sogenannten Zubringern nmschwärnit, die uns den einen oder den andern Lehrer vorstcllen. Da crstere nicht bernfen sind, die Fähigkeiten eines Lehrers zu prüfen, und cs den besorgten Familienvätern vom Lande nicht inöglich ist, sich von den Leistlingen des Lehret s im Vorhinein zu überzengen, so muß und kann uns nur das vorgezeigtc Zcugniß des Lchrers zur Richtschnnr dienen. Diese Zeugnisse sind aber ge wohnlich so voll deS Lobe , daß man sich freut, eine flute Akquisition gemacht zu haben, und nicht zögert den Lehrer zu acceptiren Man reist nun in Begleitung des soit disaut Erziehers nach Hause; doch wie getäuscht findet man sich nach einer kurze» Zeit; indem die Kinder nicht nur nichts lernen, sonder» noch Gefahr lausen, das wenige, das sie von stü her her wußten, zu verlernen. Um jedoch den Lehrer niomentan nicht brodlos zu machen, sind die Eltern angewiesen, mit dieseni Manne wenigstens ein Semester lang zu wirthschäften und das Schicksal ihrer Kinder den Händen eines „Unberufenen" anznvrrtraucn. Kommt man zufällig mit dem früheren Brodherrn desselben znsaninien, und macht ihm Bor- Würfe über die Anssttllnng eines lügenhaften ZeugnisskS, so erhält man zur Antwort: „Ja lieber Freund, ich wollte ihn loS werden, darum habe ich ihm ein gutes Zeugniß gegeben." — Man wird also leicht begreifen, wie sehr die Eltern aber noch mehr deren Kinder auf dem Lande zu bedauern sind, und wir wünschten im Jntereffe derselben, daß die betreffenden Chefs mit -den lobhudelnden Zeugnissen da haushälterischer sein sollen, wo der Lehrer seinen Verpflichtungen und den Ansordernngcn der Schüler nicht gewissenhaft, methodisch und mit den nöthigen Kenntnissen versehen nachgckommeit ist. Werden die Chefs ehrlich und offen Han deln, so wird erstlich der Jugend genützt, sodann der ordeutliche wissenschaftlich gebildete Lehrer, von dem gewissenS losen oberflächlichen und ungebildeten strenge geschieden. Mehrere Kanficute t »m Landes die in der llcslamaliou „Schlesinger4, ziisaninieii^ekoimiieii sind. B. Straschitz k. lc. privilouj. Kleideriiibi-ik J ’ra-g Graben (Nro. 850) neben gräflich Nostitz’scheu Palais, (küsste Auswahl vo:: allen Gattungen HERREN-KLEIDER besontlers Herbst-Übersioher,. Jaquetts, Sacco nach neuester englischer und li:!,/>>.icher Facon; Itoinkloidor. und allen zur Heiren-Gnrderobe gehörigen Artikeln. Auch empfiehlt er ein grosses Lager von modernen Brünner-,französischen und englischen Rock-und Hosenstoffen, und werden Bestellungen prompt, pünktlich und billig ausgeführt. Bei Aufträgen vom Lande genügt die Brustweite und Ärmellänge oder ein unpassendes Kleidungsstück. rgcat /km

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