Die Gegenwart
- Journal
- Die Gegenwart
- Volume
- I (1868)
- Issue
- 19 (27.8.1868)
- Date
- 1868-08-27
- Page
- Seite 209 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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209 Beilage zur ״Gegenwart" 9fr. IS. zu werden, führte ich die sterbliche Hülle. in Begleitung von 10 Personen auf die Grabstätte in Ettendorf. 3״« Monate Jjar 1628 שם״ח veröffentlichte die Gras, schüft von Hagenau sehr strenge Gesetze gegen die Juden, nach diesen Verordnungen ward jeder Jude gezwungen, eine jährliche Leibsteuer von 10 Reichsthalern nebst den gewöhnlichen und außerordentlichen Steuern zu zahle«; unter andern ungerechten und vcrfolgungSsüchtigen Ordonnanzen gab es auch eine, welche untersagte, in die Synagoge oder auf die Grabstätte beten zu gehen, wenn man nicht eine gewisse Geldtaxr erlegte. Um einen Tobten zu begraben, musste man 5 ReichSthaler erlegen. Ich schickte zwei Männer nach Jsbruck (JnSbruk?) um zwei von mir verfassten Aktenstücke zu überreichen. Es möge Gott diese beiden Männer in ihrem Vorhaben segnen. (Die Erzählung des Ausganges dieser traurigen Begebenheit, befand sich in der 2. Abtheilung des Manuskriptes(״ ״In Marcheswan (1629) שם״ט machte die Pest große Verwüstungen sowohl in Reichshoffen als in Hagenau. Sie hielt bis zum ersten Schewat an; über hundert.Personen sielen zum Opfer und mehr als 50 Häuser waren angesteckt. Ich, der ich so wie die Anderen in den benachbarten Wohnorten keine Wohnung finden konnte, musste da bleiben. Aus Dankbarkeit für meine Lebensrettung that ich das Gelübde durch 2 Jahre hindurch jede Woche einen Tag zu fasten, oder dafür Almosen zu geben. Das in Reichshoffen mir er* baute Haus sagte mir aus mehrern Gründen nicht zu. ״Ich beschloß also cs zu verlassen. Ich lieh einen gewiffen Wagners Diebold 36 fl. unter folgenden Bedingnissen: ״Es ist mir gestattet im Hause DieboldS zu wohnen, so lange er daselbst bleiben wird, ohne ihm Zins zu zahlen, und ohne daß er Interessen für die 36 Gulden gibt. Am 7. Tamus begab .ch mich, bei Tagesanbruch mit meiner Frau in diese Wohnung. Mein ganzes Vermögen bestand damals aus 105 Gulden, nebst dem Hause, das ich bei der Mühle besaß, und beinahe frei war. Wagners Diebold bereuete den oben erwähnten Vertrag. Er verkaufte eine seiner Bcsitzungen, um das Geld zu bezahlen. Ich musste also das Haus verlassen, und auf kurzer Zeit, an Hause der Waisen Goetsch- Reichshoffen wohnen. Schon am 27. Elul 1629) שס״ט) kam der Amtmann nach Reichshoffen^ ließ mich rufen, und redete mich dergestalt an:" Was hast Du gemacht? Du hast dein Haus bei der Mühle verlassen, um anderswo ohne meine Erlaubnis zu wohnen. Du bist störrig, hartnäckig und ungehorsam. Kennest du nicht die Gesetze, die verbieten einem Nichtjuden mehr als 20 Gulden zu leihen, und wie hast du gewagt, dem Diebold ohne meine Bestimmung eine solche Summe zu borgen?" — Ich vcrtheidigte mich noch so gut, er nahm meine Rechtfertigung nicht an. Ich musste in zwei Tagen das Haus räumen, eine Strafe, die er anderweitig bestimmte, bezahlen, und dann noch eine zweite von 10 fl. Vergebens bat ich ihn um Nachsicht, und bestürzt degab ich mich nach Hause Thränen vergießend, denn in diesem Hause ging es mir nach Wunsch. Meinem Schwieger- Vater gelang es, nicht ohne große Mühe, ihn zur Zurücknähme des ersten Urthcils zu bewegen." Diesem Manuskripte zu.Folge waren die Juden in Nieder - Elsas, Reichshoffen ausgenommen, in geringer Anfreiongon« M. — Man findet nun noch in diesem Manuskripte metcreologische Beobachtungen, die Preisangabe der Kornfrüchte in den verschiedenen Jahren, und andere Dinge, die kein Interesse für das Judenthnm und dem Leser bieten.— Briefkasten der Redaktion. Hrn. I. in H. Wir konnten aus dem Grunde Ihre Arbeit nicht ®bringen, weil Stellen in derselben vorkomme», die nicht nur begend, sondern überhaupt in einer Sprache gehalten sind, die der krsrr nicht gehörig verdauen könnte. — Hr». A. R. in Oed. Wir muffen uns sehr wundern, daß Sie uns mit der Fortsetzung im Stiche ließen, wir bitten sonach um dieselbe. — Hrn. M. F. in Biala. In einer der nächsten Rümmer»; ist ohnedieß eine Arbeit, die nicht an der .-zeit ge- Kunden ist. Hrn. B. in Wien. Warum eine Paule in ihren Arbeiten? Hrn. Löwp in Wien. Laut mündlicher Rücksprache bitten um Einsendung der belletristischen Arbeit. Briefkasten der Administration. Hrn. Samuel P. in Tachau. Wir bitten um Einsendung des Vetrage« von 1 fl. 40 kr. — Hrn. St. in Braunschweig Abonnement vorgemerkt. — Hrn. L. in Washington. Die Nnmmern bereit» abgeschickt, Hrn. Sten» in New-?)c>rk. Die bewußten Nummern sind bereit« 1. August abgegangen. — Hrn. K. in Der«. Borgemerkt. — H. vr. B. in Gratz. Betrag erhalte», Nummer» adgekchickt. J. Frey’8 öffentliche Hauptschule, Prag, lange Gas!« Ir. 735—1. Im Monate September wird Wik alljährlich ein Wiederholungs- und Vorbereitungsunterricht crtbcilt. Real-, Ghmnasial- und Haiidlungsschüler werden in völlige Verpflegung ausgenommen. Dieselben erhalten eine sorgfältige Erziehung und einen gründlichen Unterricht. In Verbinduna mit meiner öffentlichen Hauptschule eröffneich an» I. Oktober, dem Wunsche der Herren Eltern entsprechend, einen Kindergarten nach l’estalozzi’s und Fröbel's SrziehungS. Grundsätzen für Knaben und Mädchen im Alter von 3 — 0 Jahren. Eine vorzügliche, 'theoretisch und praktisch gebildete Kindergärtnerin auS Berlin die bereits in Deutschland mit vorzüglichein Erfolge einen Kindergarten geleitet, wird den Unterri cht i»l Kinder. Garten erthcileit; ihr zur Seite stehen noch zwei tüchtige Kindcrgärtnerincn und eine erfahrene Kinderfrau eigens zur Wartung. Der sehr schöne uud geräumige Garten befindet flch im Een. trum der Stadt, AiklaSplatz Nro. 27l. Die Einschreibung ncueintretender Zöglinge für den Kindcrgar. tcn sowie für die Hauptschule findet täglich statt in der Dircetion». Kanzlei, Langegaffe. Rro. 735»- 1. Mündliche und schriftliche Auskunft wird jederzeit bereitwilligst erlheilt. DaS nächste Schuljahr beginnt an: l. Oktober. J. Frey, zahl, und mufften sich in den Bitt Tagen im Monat Tischri dorthin begeben, um in Gemeinschaft zu beten. Im Jahre 1631, hatten Reichshoffen, Pfaffenhofen, Gerödorf, Saurbürg etc. zum Sulkothfcste nur einen Elrog, und man musste ihn durch Boten hin und herschicken. Ascher war auch Peritomist, und seine Kundschaft erstreckte sich bis nach Jngwiller und Schweighausen; es scheint, daß die Operateurs sehr selten in diesen Bezirken waren. Im Jahre 1631 am 17. Adar belagerten die Schweden Reichshoffen unter ihrem Befehlshaber Roellig. Die Juden schwebten in größter Lebensgefahr. Bier Familien gelang eS durch ein großes Wunder nach Riederbrunn zu flüchten. Das Nähere ist im 2. Theile. Ascher fastete nun am 17. Wreclor. Eine Erzieherin, (Israelitin) in gesetzterem Alter, welche den litt» terricht im Literärischen, Französischen und Handarbeitcn leiten kann und Kenntniß von Musik besitzt, wird sofort ausgenommen in einer hiesigen Borstadt. *** crt6tiU "יatmtwiftraton di.,-. Blatt«.