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Die Gegenwart · 1868-12-23 · 17 (23.12.1868) · p. Seite 189

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Journal
Die Gegenwart
Volume
I (1868)
Issue
17 (23.12.1868)
Date
1868-12-23
Page
Seite 189 (sequence 9)
Language
German
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Beilage zur ״Gegenwart" Ar. 17. Zeit scharf geißelt. Bon nicht geringem Interesse ist der bib liographische Theil, welcher die Verzeichnung hebräischer Grammatiken christlicher Autoren bis Ende des 16. Jahr- Hunderts, die in der Hamburger Stadtbibliothek durch Vr. F. L. Hoffmann, ferner die Verzeichnung hebräischer Hand schristen in Parma durch M. Steinschneider nach Mitlhei lungen des Abbe' P. Perrcau enthält. Einen interessanten Beitrag bildet Joseph den ChaSdai's ״l?icd ohne Gleichen" von Vr. I. Egers der EhaSdai'S poetische Kassida mit Stel len aus Luzzato'S ,Mose b. Esra," Dukes Nachal > Kedu mim" KämpfS ״nichtandalusischc Poesie andalusischer Dichter" vergleicht; desgleichen vr. Hirschfeld'S: Die Annalen Judah'S und Jsrael's. Ueberdieß hat Herr Steinschneider diese Zeit schrift mit einer Mitthcilung über den Ursprung der Radaniten und Danailen, sowie mit einem sehr werthvollcn Briefe bereichert, der an Prof. Lasinio in Pisa gerichtet ist und Anfragen und Bemerkungen über einige Handschriften der Medicea in Florenz zum Inhalte hat. Aber auch der Herr Redakteur hat durch seine Arbeit ,ein unbekannter Fasttag" einen schönen Stein in die bunte Mosaik gesetzt und führt daselbst die Ursache des nach dein synagogalcn Ritus zu Bamberg am 29. Nissan abgchaltenen Fasttages an und schreibt dessen Einführung zur Erinnerung an eine Errettung der Bamberger Judcnschaft, der vor circa 10א Jahren von Seiten des Pöbels große Gefahr drohte, dem rühmlichst bckannten Rabbiner Mendel Rothschild zu. Diese sämmtlichcn Aufsätze in einem Buche zusammcngettagcn bilden eine interessante Lectürc, die der Empfehlung würdig sind. Der hebräische Jahrgang enthält mitunter manches Klassischr und hat besonderes Interesse für jüdische Theologen und Kenner der hebräischen Sprache. Leben und Wirken des Rabbi Z. Hirjch Aschkenasi, auch unter dem Namen Chacham 3ebi bekannt 6on David H o l u fr, Rabbiner. (Schluß) ES verfloß nach diesem Auftritte kaum rin halbes Jahr, als er an einem Freitage Nachmittags in der Klause mit Talith und Tephillin umhüllt aus einer Gesetzrolle den moroen abzulescndcn Thoraabschmtt und das Targum las und gerade zu dem Verse in dem herrlichen SiegeSliede unseres Großmeisters: Mein Sieg und Sang ist Iah Er war stets meiner Rettung na'h! gelangend, wobei er innehiclt und hinbrütend manchen tiefen Seufzer aus seiner beengten Brust hcrvorholte, hoffend, daß ihm auch sein Iah, der ihm schon so vielmal aus seinen Nöthen geholfen, auch dießmal bald helfen würde, wurde er plötzlich in seiner Beschaulichkeit unterbrochen! Ein Mann trat herein und überreichte ihm ein Schreiben, und siche! die Hilfe Gottes war gekommen; denn cS enthielt das AnstellungS-Diplom von der Amsterdamer Gemeinde, welches er. auch freudig annahm. Er folgte diesem Rufe um so mehr, theils um, da er ein friedliebender Mann war, den Chikanen, die jetzt in Altona an der Tagesordnung waren, auSzuwei chen, theils um zufolge des Wunsches seiner Söhne und der zahlreichen Schüler seine Resp. in jener berühmten Werkstatt jüdischer Buchdrucker ediren zu können, die er auch wirklich im Jahre 1712 unter dem Namen: שאלות ותשובות חכם עני herau-gab. Im Monate Adar 1710 verließ rr das ihm so liebgewordene Altona wo er volle 20 Jahre ruhmvoll gewirkt um - IV - . sich nach seinem neuen Bestimmungsort zu begeben.'). Auch hier entfaltete er wie immer seine Berufsthätigkeit mit der größten Energie und erwarb sich auch da in der Bälde Gönner und Bewunderer. Aber nicht lange sollte ihm hier sein Glücksstern leuchten, auch hier sollte er sein ruhmgekrönteS Haupt nicht niederlegcn! Durch sein scharfes Auftreten gegen den damals hcrumrciscnden, sabbatäischcn Emissär Nrhemja Ehajun, welchen Zcbi, um seinem Unwesen zu steuern, durch Excommunication'Sschrcibcn und Verwarnungen, die er 1713 unter dem Titel ,ארס נחש im Amsterdam herausgab, als einen Anhänger der sabbatäischcn Härisie erklärte, und ihn öfscntlich als Ketzer brandmarkte, zerfiel er bald »nit dein zu seiner Zeit in Amsterdam domizilirenden Rabb. der scphardischen, Gemeinde Salomon Aöljon der die Parthic des erster» nahm, und verfeindete sich dadurch sogar mit den Portugiesen da» selbst. Ja ihre Indignation gegen ihn stieg so Wit, daß er plötzlich diesen!Srt unter Wind und Nebel verlassen musste, indem er mit Flintenschüssen verfolgt zur schleunigen Flucht gezwungen wurde.-— Er irrte eine kurze Zeit Heimat und brodlos herum, ohne Aussicht auf, eine künftige Existenz zu haben! Endlich wandte er sich dem Polenlande zu, nach jenem tkande, wo seine Ahnen geboren nnd erzogen wurden. ES dauerte nicht lange so erhielt er 1714 das Lembcrger KrciSrabbinat,') welchem Rufe er bereitwilligst' folgte. Aber schon im Jahre 171 א (am 2. Jjar) wurde er plötzlich vom Schauplatze seiner Thütigkeit abbcrufen, nachdem er hienicdcn viele Kämpfe durchgemacht, und für Vicht und Wahrheit gefachten! Er, der als ein seltener Meteor am Horizonte der rabbinischen (G) gelehrten Republik aufsticg; bewundert und angestaunt von den ihn umgebenden, hellfunkclnden Sternen verschwindet auf einmal von dem Schauplatze in dichten ׳Nebel gehüllt spurlos gleichsam sich verzehrend aus unserem Gesichtskreise weg! Und wir können die gewichtigen Worte des großen Napoleon 1. auch ihm Nachrufen: ״Große Geister gleichen Meteoren, welche glänzen nnd sich verzehren indem sie die Welt erleuchten!" — , ') Daß er am 2. Adar (Adar Schein) desselben Jahreschon in Amsterdam domizilrrte, ersehen wir aus einer llntrrschrist unter dem 6. ׳IM שתי לחם van Moses Ehage« herausgebegen Gutachten, wo er sich schon als Rabbiner von Amsterdam unterschreibt. ’) Daß er Rabbiner in Lemberg gewesen, geht nicht nur aus der Bezeichnung aus dem Titel blatte des 17C7 j» Fürth erschienenen Chacham Zebi, wie aus der beigegedenen Drnckgcwührung (Haskama) des Schwabacher Obcrrabbiner« hervor, sondern auch in Emdens תורת הקנאות «- עדות כיעקב wird er ausdrücklich als Rabbiner von Lembcrg bezeichnet. ——————— Berich tiguug. Leite 172 Zeile 21 recht» soll eheißen statt: welche nicht bezablt sind—welche nicht bezahlt sind, zu festigen; Seite 175 3. 32 links statt Hiiilerstamni — Hirtcnstamm; S. 17« Zeile « recht» von unten statt schon — hohe; Leite 171» Zeile 2 recht« statt Vorgrspielungen — Borspicgelungen; Z. ü statt Weine — Weinen:Z. 4 t statt da« — daß. Briefkasten der Redaktion. Herrn M. 1'. in Brünn Ihre Arbeit in Durchsicht. Hru. M. B in Wien warum nicht bestättigen? Hrn. Ä. L. in Buk. Ihre Correspon» denzen sind uns jeder Zeit willkommen. Frau v. H. in Wien die Berichte kommen Ihnen zu. Herrn G. B. 'in Milvaukee. Erwarten die Schilderung der dortigen Zustände. Hrn. XI. in Nru-zhork. Zst un« nicht- Neue». Hrn. R. in R. a. d. M. wir stehen mit beivusttem Blatte in gar keiner Berdindung. Hrn. F. Xin Pest. Solche Lorrespondenzen lir fern Sir dem Mag. Ist. Briefkasten der Administration. Löbliche Ressource in LH. Abonnement vorgemerkt. Redaktion de» Xarmel in Willna Ihr Blatt kommt un« unregelmäßig zu. Hebrew in St. Franzi-to ivir können uns nicht erklären, daß Sie un« noch nichtgesendet haben.

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