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Die Gegenwart · 1868-06-25 · 15 (25.6.1868) · p. Seite 168

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Journal
Die Gegenwart
Volume
I (1868)
Issue
15 (25.6.1868)
Date
1868-06-25
Page
Seite 168 (sequence 8)
Language
German
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168 St. Lo«i-. Der Stadtrath von St. Louis im Staate Missouri, hat der jüdischen Genieinde daselbst finen Platz im Wrrthe von 10000 Dollar (250000 fl.) zur Errichtung eines Waisenhauses geschenkt. Vom Lüchertische ,.111.1' NI Mosaische Rcligionslchrc zum Gebrauche sür höhere Schulen. Bon Ichuda Wahrmann, Rabbinatsassessor in Pest, Zweite Auflage Pest 1868. Wenn wir entschiedene Gegner der katcchctischen Bibelsurrogate. dein obgenanntc» Buche, eine Beurtheilnng widmen, so mag schon dieser Ilmstoiid dafür sprechen, daß man cS ' hier mit etwas ganz ApaUem zu thun hat, welches keiueswrgS so unbescheiden ist, das Bibclstudium verdrängen zu wolle», sondern mit einem solchen, das dasselbe im Geiste des schon vorgeschrittene Schüler-in shstcmatischcr Ordnung zum klaren Bewusstsein bringen will. Doch lassen wir den Verfasser selber spieet.c». In der Vorrede des Bucheheißt eS. „'Rur durch einen sistcmatisch>n Vortrag, in welchem die Begriffe adäquat besinnt, dem Inhalt und Umfange nach in ihre T heile zerfällt, diese nach einander in Betracht genommen werden, und sonach die Erkenntnisse ein Gebäude von zusammenhängenden Wahrhme» bilden, kann dem Schüler eitie Uebersicht über das Ganze gewährt werden. Ferner: „To wie aber ein wissenschaftlicher RcligionSvortrag neben dem Studium der Thora nothwcndig ist, ebenso muß letzteres für die Schiller als unerläßlich betrachtet werden. Die lehren »nd 'Pflichten mnßc» denselben in der Gestalt vorgrlegt werden, wie sic aus dein Munde der Prosetrn her. vorgcgangen sind Wenn sic auch mit geschichtlichen Darstcl ln»gen r ernujä t erscheinen, so sollen eben diese geschichtlichen Anlnnpsnngei! das Verhältnis; Gottes ui dein Menschen, die Uiiciidlichleii seiner Huld vor Augen stellen.- In echt wisienschastlicher Weise, in einem vorzüglich niiic», gewandten d.ntichen Stulc vermeidet dieses Buch alle jene Fehler, welche viele der sogenannten Religionsbüchcr durch das in selben angewandten Frage und Anlwortspiel zu weihelosc» Texibnchein alberner PrüsungSiomödie machen. Das Buch ist i»r golche geschrieben, weiche die Bibel ganz oder in ihren wichtigsten The len kennen, und solche, nicht nur Schiller sone ern euch '.ihrer der Volksschulen werden für die Erilürnlig und richt gere Auffassung der brblischerk Gebote aus denselben:, e.reße» Lintzen ziehen. Angenehm berührt es anch, daß die B>lel>i!ale i'icht wie in manchen andern so genernnten jird. Diel «aoi el>hre» als Ai nirrlnnge» unter dem Stürbe nach einem -eieeronische» Krnstansdrncke in nxtrrrinuinliis ^außerhnl. de» eige, tlichen des zum Unterrichte Urieilaßlichen.) sonder» in schöner Weise, meist an bevorzugter Stelle m den T»xi des 'Buches eingeflochten erscheinen. D. Mcndl. Vcde dcs Dircltlorö Sv Singer. bei der in Preez erlezebaltenen Vebrenuilammhnuj. l i'.l r S Ii I» en dcs Vereins mit der größlen. 2ti;ni-(> * i i' *• - neel ö> I, »ich iär bin anch da» um volltomni ii ■ ii:".Vf, daß man dieselbe der^hoben Beho-.de zur L'esio' >:n.r norlege. »nd ich würde mich vom Herzen neuen, rv-"s " > rsi. Lelireiverein;n Stande käme, dies roaie der Hanrtpnnkt. nin welchen üch das Ganze dreht, »nd n or nber wir >li > n und heule aearv. tet haben. Wir haben beialhen, nne d, - ^nllin a der i r. " brei zu verbessern ii i; da 'oll i’i ' in. ß n e> den. r ie tveihältn sse ha ben s,rl> geänd.,». ,, > >'nre, freier, 'ater muß auch'der Stand des Vehrei >i. licher genallen; aber der Grund stein zu diesem Vereine und die Veranlassung zu dieser hoffentlich heilbringenden Zusammenkunft ist meines Wissen« vorzüglich darauf bestimmt und dreht sich um die Cardinalfrage und wie und wodurch kann die Stellung der isr. Lehrer am Lande und in der Stadt an Achtung gewinnen? Dies im Auge habend, scheint eS mir sehr verfehlt, wenn wir vor allem dem Prinzipe des Materialismus huldigen, denn gerade dieses Vorgehen wäre dazu geeignet, das Stückchen Achtung, welches wir noch genießen, einzubüßen und uns selbst zu erniedrigen. Ich rathe daher, mit der materiellen Stellung ja nicht den Anfang zu machen. (Bravol) Wie kommen wir dazu, in dem wir die Achtung des Lehrstandeö zu heben trachten, den Verein als eine Versorgungs-Anstalt, als eine Assecuranz- Gescllschaft figurieren zu lassen? Die erste Aufgabe des isr. LehrervercinS ist, die isr. Schulen zu heben; dies wäre der richtige Anfang, und in diesem Sinne möchte man dem Vereine die rechte Weihe geben. Gestehen wir es uns offen und ehrlich, daß die isr. Schule, gegenüber den heutigen Anforderungen, gegenüber der neuen socialen Stellung, die wir Gott sei Dank einnehmen und gegenüber dem allgemeinen Fortschritte der Menschheit, so wie er jetzt ist, nicht bestehen kann (bravo!). Unsere heilige Religion, die so alte, feste Eiche, wie werden ihL von jedem Israeliten beliebig die Blätter abgernpst? der Eine will dies, der andere jenes abgcschafft haben. Der Indifferentismus breitet allenthalben seine Flügel aus und droht Zwist und Hader in den Gemeinden . zu stiften. Aber so viel ist ausgemacht, daß die jetzige Generation im Hanse Gottes während des Gottesdienstes mitbcteu könnte; der größte Thcil kennt anch den Inhalt der Gebete aus dem hcbr. Texte und fast alle Väter unserer Kinder sind noch im Stande, ein Gcbctstnck, sei cS auch ein weniger bekanntes Gebet, aufznsnchcn; unsere Jugend aber wächst leider ganz ohne Religion auf — cS ist ihr nichts heilig — sie betet ohne Gcmnth, ohne Herz, ohne Geist, sagen wir besser, sie betet gar nicht! Ein isr. Kind lernt 7 bis 8 Jahre Hebräisch nnd ihm ist diese heilige Sprache, die Sprache unserer Väter, die Sprache des Trostes und der Freude so lange wir von! de» menschlichen Rechten ausgeschlossen waren, ganz fremd und cs ist nicht einmal im Stande sich im Gcbctbnchc zu orientieren. Der Religionsunterricht, wie er bis heute besteht, der Unterricht in der hcbr. Sprache nach dem alten Schlendrian, werden die Sache wahrlich nicht besser machen, wohl aber ist zn fürchten, daß bald die Andächtigen nicht einmal de» hcbr. Text der Bibel bei einer Predigt verstehen werden. Ein guter, gesunder, methodisch richtiger Religionsunterricht kann dem liebet abhclfen; darum, meine lieben Freunde, sprechen wir nicht zu allererst vom Gcldc, und beginnen unser heiliges Werk im Geiste Gottes! Wenn unsere Bemühungen gelingen, dann ist auch der Grund zu unserer Achtung in den Augen aller Menschen gelegt. Warum wollen Sie vor allem an das Ende denken, wenn Sie noch gar nichts für j das Vcl’cii gcthan haben? Wir haben die Ing nd, die j.ingen,! zarten Pflanze», das wahre, frische, muntere Leben vor uns,; und dafür lastet uns zuerst sorgen'. Unsere heilige Aufgabe! ist eS, daß der Unterricht in der Religion mit den übrigen > Schulfächern ein harmonisches Ganze bilde, wir müssen dafür! sorgen, daß die isr. Jugend nicht geistig und körperli h verkümmert »nd verkrüppelt werde. Ich sage, die Jugend wird i verkrüppelt, wird gemartert. Vier Stunden Vormittag, nnd i .8 Stunden Rachmittag werden die so armen Kinder in der! Sänilc unterrichtet nnd mit dem Hebräischen förmlich gequält.! Sehen Sie sich die Jugend an, wie sie blaß und atzgeschwächt ist; ich wage es hier offen anszufprechen, daß der hebr. Unterricht. wie er jetzt bestellt ist, gar keinen Sinn hat und höchstens dazu beiträgt, die Kinder charakterlos zu »lachen. Unser erstes Prinzip soll sei» die achtbare Stellung der Lehrer nnd die Verbesserung des UutcnichccS in der B lk'schnle zn cr> ingen, das soll vorangchen! (Bravo!) daS ist das Eqte, später die materielle Stellung der Lehrer. (Bravo!) Eines aber erachte ich für nnanfschiebbar, und das ist, daß.wir wie Ein Mann cinstehen dafür, daß c'e Anstellung Fortsetzung in der Beilage.

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