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Die Gegenwart · 1868-05-28 · 13 (28.5.1868) · p. Seite 144

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Journal
Die Gegenwart
Volume
I (1868)
Issue
13 (28.5.1868)
Date
1868-05-28
Page
Seite 144 (sequence 6)
Language
German
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— 444 teil Geschmack verdirbt, dalogische Denken abstumpft, und gegen welche schon frühere orthodoxe Thalinudherocn, al- Rabbi Ephrajim Luntschitz, Rabbi Horowitz (nicht der Wiener) Schelah der „Heilige" u. m. A. mit Recht zu Felde zogen. Wir hatten diese» unseren Artikel eben, für zeitgemäß, weil eö sehr rathsam wäre in dem wahrscheinlich in Prag zu gründenden Rabbinerseminar die Methode der wissenschaftlichen Behandlung de» ThalmndS einheimisch zu machen, und dahin zu wirken, daß die Aufnahme junger Rabbincn nicht abhängig gemacht werde von einem solchen Prodevortrag; daß vorgebeugt werde dem Borurtheil, als wäre ein solches ,4’harifuth" die conditio sine qua non der theologischen Befähigung. 4velchc in Wirklichkeit aber nichts Anderes ist, als Zeitvergeudung und nur den Bortheil biethet, daß sie den Verstand schärft, welches Resultat aber auf viel nützlicheren Wegen und durch zweckmäßigere Mittel erreicht werden kann. Für die theologische Reife ist Beleg genug da» rübbinische Diplom, da» unfähig ist zu bekräftigen durch unzeitgemäße Übungen, welche wie Mendelssohn vom Schach- Spiele sagte: als Spiel viel zu ernst, als Ernst hingegen, viel zu sehr Spielerei genannt werden können. F.. Lin Erfolg Es ist uns von mancher Seite der Borwurf gemacht worden, daß wir in der Zeit unseres nahezu halbjährigen Bestandes wenig Positives geboten, daß wir uns vielmehr immer und immer wieder auf den Standpunkt der Opposition gestellt haben. Abgesehen davon aber, daß unsere Opposition nie und niemals destruetive, d. h. zerstörende und höchstens nur die Zerstörung störende Absichten verfolgt hat, daß wir vielfachen Angriffen, welche auf daS Indeiithurn - von außerhalb und innerhalb demselben gemacht wurden mit freier Stirne, mit muthigem Worte entgegengetreten, hieße eine rechte und gerechte Opposition verdammen nichts anderes als das vcbcii der größten Helden der Geschichte für unfruchtbar und unniitz erklären. WaS haben Abraham, Daniel und Sokrates anderes gethan, als daß sie dem zu ihrer Zeit geltenden Heidenthume. die Makkabäer so wie die Helden der römischen und griechischen Zeit, als daß sie ungerechter Despotie, llllrich Hutten, Veffittfl und Mendelssohn, als daß sie der Berfinsterung, dem Irrthume und der absichtlichen Berivirrnng opponirlen? da- Recht und die Pflicht zur offenen ehrlichen Opposition ist so alt als das Recht zur Gesellschaftl.chkeit und als die in der Natur begründete Verschiedenheit der menschlichen Geister der menschlichen Urtheilc und i^esinnnngen. ' Haben wir ober nicht nöthig, unser oppositionelle-, von manchen als negativ bezeichne»:- Thun zu rechtfertigen so.könne» wir jetzt auch «is einen ganz positiven Erfolg miseres Blattes Hinweisen. Zwar können wir für den Bestand diese- Erfolgejetzt noch keine Bürgschaft übernehmen, da sic^hemselben viel zu viele Hindernisse entgegen thürmen; wird er aber ^on der Sonne de- Wohlwollens beschienen und von befruchtendem Thau materieller Hilfe frisch erhalten, so können dem Judenthume «n Böhmen Fruchte der köstlichsten Art, voll de» heilenden Taftes für die klaffenden Wunden dereligiösen Gebens reifen. Denn unbestreitbar ist die Schule jene- Moment, welche» auf ^Gesinnung und Gesittung ganzer Generationen und selbst ihrer spätesten Nachfolger den größten Einfluübt. Seit^Jahren haben jüd. Schulmänner Böhmenvergebensich bemüht, einen Verein zur Wahrung der Interessen der Lehrer und zur Verbesserung der jüd. Schulz»- stände zu Stande zu bringen. Die Ursachen, welche dieser Aufruf in R. 4 der „Gegenwart," wie un» in freundlicher, anerkennender Weise gesagt wurde, mehrere Schulmänner mit Fernhaltung jedefremden, störenden EleinentcS sich zu einem provisorischen Comite zusammengethan, und auf den 16. diese- Monat» zu einer Zusammenkunft böhm. jüd. Lehrer in Prag eingeläden haben. Bericht der Commission über de» Jahresausweis der Beerdiqnngsbruderschast pro 1860. Es fanden im Jahre 1866 durch die B.-B. 406 Beerdigungen statt n. z. 218 Erwachsener >88 Kinder, hievon wurden unentgeltlich beerdigt: 01 Erwachsene -——- 100 Kinder, und gegen Gebühr >27 Erwachsene und 88 Kinder Die Einnahmen betrugen An Beerdigungsgebühren. 3823 st. 63 kr. An Emolumenten für die Dienerschaft . . . 2304 st. 30 kr. zusammen. 3010 st. 03 kr. für derorirten Leichenwagen ....... 1337 st. 23 kr. für gewählte Grabstätten. JO 10 fl: 30 kr. für Grabsteine Aufstellung 1303 st. 8 fr.) .... ' . hiefur Emolumente 227 st. 77 fr. j für Grabhügel . 413 st. 23 kr. für Eztra Leichengewänder .. . 26 st. 23-fr. An Zinsungen. 306 fl. f . „ Interessen. 223 fl. 8 fr.f A» Zorche Mesim . . 223 st. 36 fr. An Pidjon nefesch . . . 103 st. 87 fr. A» Ineorporiren .... 146 st. 33 fr. An 8andek068-Berein . . 112 fl. 77 fr. 678 fl. 73 fr. An Büchsengeld Prag . . 367 st. 67 kr. dto. Wolschan. . 01 st. 78 kr. 430 st. 43 kr. An Stiftung». und Obligationen Interessen . 230 st. 03 kr. An spenden geheim ... 100 st. 70',a dto. öffentlich . . 230-st. 20 kr. 340 fl. 8 l/,t kr. An diverse Einnahmen .. 202 st. 7 fr. An Eassabewegnng der Rüefzablnng-von Bor schüssen. 633 fl. 3ti fr. An Dienerschafts-EnivlniNenten b. Ineorporiren 108 st. 33 fr. An schüffelgeld in Wolschan als durchlaufend 132 st. 83 kr. summa der Kesammleinnahmen . . 14112 st. 33'/, kr. Die Ausgaben betrugen : . ______ An Gehalten. 280» st. 80 kr. A» Emolumente». 3146 fl. 12 fr. An MaiiUri 3ins. >44 st. 20 fr, An Wein und Eier. 103 st. 82 Ir. An Oeinwand.. . 441 st. 70fr. An Bretter und Nägel . .. 407 st. 02 fr. An Bespannung.. . . 611 fl. 43 fr. An Reparaturen. 1368 st. 82 fr. A» steuern. 420 st. 47 fr. Armeuvertheilung . . . 133 st. 5» fr. An StistungSauogaben . 131 st. 02', fr. J An Eapitalsinteressen . , 36 st. 73 fr. ( An statutenmäßige Ausgab. 388 st. 33 fr. 602 st. 72'/, fr. An 8andekoes. 150 fl. — kr. An Bauleitung der Pinfassynagoge ... 7 st. 56 kr. An diverse Ausgaben. . 434 ft. 13*/* fr- An Zinsenersäpe und Gnadengaden ... 313 st. kr. An Sparkassa Stiftungsin. _. 26 st. 25 kr. An Eassabewegung Borschüste. 730 st. 83 kr. An Schühelgeld in A^chan durchlaufend . 132 st. 85 kr. ÄÜrf±J"

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