Die Gegenwart
- Journal
- Die Gegenwart
- Volume
- 2 (1868)
- Issue
- 12 (20.3.1868)
- Date
- 1868-03-20
- Page
- Seite 49 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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I Satter N«ch«schMM 9Mf4t >t«ifyn^dtaL der «W erMt wird — in ein Dramas umgearbettrt»), — <*Won » «ob goAt — Wir haben echter aber nur mit de» zuletzt genannten Dichter und dessen Werke zu thun. Dasselbe führt den Titel: „Hieb, dramatisch «didaktische« Bild an« de» Morgenland«" «ad ist sowohl mit einem poetischen „Borspiel" »ersehen, al» auch von einem poetischen „Anhang" begleitet. Für da« Vorspiel hat Zapf — so wie Bater Gvthe für den „Faust« r Prolog" — den Himmel zum Schauplatze gewühlt, indem er dg«, womit er die Eomövie einleitet, — di« Introduktion derselben — über den Sterneuregionen spielen läßt. — Den Reigen ervffnen Hiob'« Hirten und Hirtinnen, Schnitter und Schnitte« rinnen, welche — im gemeinsamen Chor — da- Glück ihre« Herrn feiern und seiner Frömmigkeit Lob und Anerkenuung zollen. Ihnen folgen die Töchter Hiob'«, vom Dichter so eingeführt, daß wir bald erkennen, wie sehrsie eine« so au-gezeich- »eteu Bater« „würdig." — Endlich erscheint Hiob selbst, zur Seite ihm fein Weib, da« der Dichter „Ji-ca" nennt, beide »»geben von der Kinder, der Knechte und der Mägde Schaar, »elcher noch Verwandte, Rachbaren und Freunde in Menge sich anschließen. Hiob benedeit den Herrn, und Alle«, wa« chn umgiebt, ehrt und preist ihn, den tugend« und güterreiche« Mann — ob seiner großen Tugenden und seiner reichen Güter. — Wa« aber Allen eine Lust und eine Freude, — Einem ist'« ein Dorn im Auge, — und dieser Eine ist Satan, der vor Gotte« Thron sich drüngt, seine Anklage erhebt und — sein Opfer fordert. E« wird ihm prei-gegrben, und — die Katastrophe beginnt. Blitze-schnell folgen sich die bekannten Trauerbotschaften*), eine immmer erschütternder al« die andere, weil die neue immer schwerere« Unheil verkündet aldie ihr vorgegangene, — bi« endlich der letzte der Schläge kommt, der härteste von allen, treffmd den Manu an seinem eigenen Leibe, treffend ihn i^n rpo npip **jn ,,»on der Sohle bizum Wirbel*)". — Hiob strauchelt. und sinkt, — stürzt jammernd und winselnd hinab in die Ber« zweiflung gräßlichste Tiefe — au« welcher aber — nach langer Prüfung — die Gnadenhand Gotte« ihn wieder emporhebt, um ihn — wir er e« verdient hat — ganz und gar wieder aufzurichten. So weit da« Zapfsche HimmelS-Tableau — al« ziemlich treue Wiedergabe deffen, wa« der Hiobstext selber in seinem Eingänge (Kap. 1, sowie Eap. 2 B. I —10) und an seinem Schluffe (Eap. 42 B. 10—17) un« berichtet. — Nicht wesentlich ander« verhält e« sich mit dem folgende« „dramatisch«didaktischen Bilde, indem diese«, streng genommeu auch Nicht« weiter ist al« eine — jedenfalls nicht ungeschickt« — Umarbeitung de« Texte«, mit ziemlich gewiffenhafter Vertheilung der Rollen auf alle Diejenigen, welche in der bibl. Historie al« ßandelnd auftreten. — Da« äußere Gewand ist allerdings von her Bühne entlehnt und geschickt benutzt; wa« aber diese« Gewand umschließt, — der inner« Kern» die Dichtung an sich, — ist > (wie Feod. Wehl u. A. richtig bemerkten) weit eher einem Opern« texte oder einem Oratorienbuche, al« einem wirklichen Drama zu vedgk-ichen. Doch, dem sei, wie ihm wolle, — jedenfall« können wir dem Werthe de« Verdienst und den Werth nicht ab« sprecheu, daß fast Alle«, wa« e« nn« bietet, schön gedacht und tief empfunden ist von dem. der e» niedergeschrteben. Den Schluß de« Stück« bildet ein „Ehor der Engel" ^au« welchem —- \ *) „Hiob", dramatisch.didaktische« Bild au» dem Morgenland», mit Borpiel, und Anhang von Ph. Zapf (Münchbrrg) *) Ijob 1.14-1». ') gbid. II. 7. . «0 ^-- hier die erste, zweite Md letzte Strophe wiedergegibe» sei» möge»» sie lauten: 1. Lobt Gott! er «acht Auf Wunderwege« ~ Au« Fluch doch Gegen Und Licht au« Rächt. — 2. Er beuget oft Den Frommen nieder; Hoch hebt er wieder Ihn unverhofft. — 3. 3hm fei geweiht Anbetung, Ehre, _ Die sich ihm mehre 3u Ewigkeit! ( Der poetische „Anhang" besteht au« einem Keinen, aber anmuthigeu Kranze von „Sonetten". L. Wepl. Vermisste«. — Wie da« Fr.-Bl. meldet, ist der al« Historiker, namentlich durch 'seine Regesta poutificum Roman, weithin bekannte Dr. Philipp 3aff«, welcher vor einigen Jahren al« der erste Jude in Preußen an der hiesigen Friedrich-Wilhelm««Universität zu einer Professur gelangte, vor Kurzem zum Protestanti«mu« übergetreten. Folgmde, unsere« Wissen« bisher noch nicht veröffentlichte, KabinetSordre Fridrich'« de« Großen dient als ein Beittag der Illustration der toleranten Grundsätze diese« König«: „Mein lieber Obrister von Schwerin, sein Gericht ist betz un« vorgekommen, welche« wir aber nicht befohlen haben, un« zu berichten, al« wird euch zu den andern mahl anbefohlen: Erstlich, wa« da« Viehschlachten anbetrifft, ihnen solchezu ihrer Nothdurft gegen Erlegung der gewöhnlichen Imposten erlaubet, und danebst freystehen solle, daß nach den Sätzen ihrer Religion nicht gerathene Fleisch der Garnison, oder den armen Leuten vor einen etwa» geringern Preiß, al« die Taxe ist, zu verkaufen, so wie solcheüberall in meinen Landen üblich ist, und mit denen Iudenschast gehalten wird: al« 2) Soll denen Juden nicht verwehret werden, die benötigten VictuaÜen und Fische gleich denen Lhristen zu allen Zeiten ein« zukaufen. 3) Wann die Iudenschast zu Glogau zn denen Kahserl. Zeiten, gegen Bezahlung derer in ihrer Vorstellung eingeführten 200 Mark von der Einquartierung fteh gewesen ist, so soll e« gleichfal« noch zur Zeit dabeh verbleiben, und ihr deshalb nichtneuerliche« angemuthet werden, und seinen langweiligen Bericht wegen der Einquartierung hätte sein Xuäiteur da« Pappier und Dinte erspahren können. Ich befehle demnach daß ihr Euch hiernach in allen Stücken strivte achten, so wohl da« erstere al« da« widere und kein Punct zu weiche», und keine Neuerung weder selbst machen noch gestatten sollet, bi« ich nach bevor geschehener Untersuchung selbsten ein andere« befohlen werde. Ich bin p. i» Lager böh Strehlen den 28. July 1741. Friderich. An den Obristen von Schwerin Vom Mttnchow’s. Regt." — Abhssinien hat ein besondere« Intereffe für Europäer, zumal für Europäer jüdffcher Herkunst. Rächst den freim Gemeinwesen