Mannheim
Compact Memory

Die Gegenwart · 1868-03-13 · 11 (13.3.1868) · p. Seite 46

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Gegenwart
Volume
2 (1868)
Issue
11 (13.3.1868)
Date
1868-03-13
Page
Seite 46 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/4889892-5434110-5434240--542-4890364
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

46 Die Gegenwart. Kapitel 11. Und e» sprach Asieneth indem sie den Saum seine« Man» tel« hielt: ״Wenn ich Gnade gefunden in deinen Augen, so setze dich ein wenig auf diese» Bett, auf welchem Niemand jemals gesessen, und ich will dir den Tisch bereiten." Und der Engel sprach: ״Bringe eilig. Und sie setzte vor Brod and süßen Wein, alte« Ätunt und einen neuen Tisch. Und der Engel sprach: ״Bringe mir auch eine Honigscheibe." Al» sie aber traurig darstand, dieweil sie keine Honigscheibe hatte, sprach der Engel zu ihr: ״Gehe in deine Speisekammer, und du wirst eine Honigscheibt auf deinem Tische finden." Und sie fand eine Honigscheibe, weiß wie der Schnee, und der Honig war sehr rein, und sein Geruch angenehm. Und Asieneth sprach: ״Herr, ich hatte keine Honigscheib», aber du hast mit deinem heiligen Munde gesprochen, und e» ist geschehen (es ward); daher ist auch sein Duft wie der Hauch deine» Munde«. . Kapitel IS. ׳ Und e« lächelte der Engel über die Einsicht der Asieneth, berührte mit auSgestteckter Hand ihr Haupt und sprach: ״Selig bist du, dieweil du verlaffen die Götzen und glaubtest an den einigen Gott. Und selig, so da in Reue zu meinem Herrn kommen, denn sie werden von der Honigscheibe effen, welche die Bienen de« Paradiese« Gotte« gemacht au« dem Saft der Rosen im Paradiese. Und von dieser esien alle Engel Gotte», und welche davon esien, werden in Ewigkeit nicht sterben." Und mit au«- gestteckter Hand brach er einen kleinen Theil von der Honigscheibe und aß ihn selbst, und da« Uebrige gab er der Asieneth zu esien, und sprach: ״Siehe, gegesien hast du da« Brod de« Leben« und du bist gesalbt mit heiligem Oel, und vom heutigen Tage an wird dein Fleisch neu, und dein Gebein gesund werden, und deine Kraft wird unabnehmbar sein, und deine Iugendfrische wird nicht veraltern und deine Schönheit nicht dahinschwinden, und du wirst eine Hauptstadt sein allen denen, welche zum Namen de» Herrn, de» allmächtigen Gotte«, de» König» der Welt sich flüchten." Kapitel IS. Und er streckte die Hand au«, und berührte die Honigscheibe, welche er zerbrochen hatte, und sie ward ganz, unversehrt wie vordem. Und er streckte seine rechte Hand au« und berührte mit seinem Zeigefinger den Rand der Honigscheibe, welcher nach Morgen zu sah. Und er zog den Finger zu sich zurück und leitete ihn um die Seite der Honigscheibe, welche gegen Abend hinge« richtet war. Und der Weg seine« Finger» ward zu Blut. Er streckte zum zweiten Male seine Hand au« und berührte mit der Spitze seines Finger» die Honigscheibe an dein gen Mitternacht gerichteten Theile, und führte ihn (den Finger) aus den gen Mit« tag gerichteten Theil, und e« ward der Weg seine« Finger» zu Blut, Asieneth sah'» und sprach: ״Schau die Honigscheibe!" und heranskamen au« der Honigscheibe viele Bienen, weiß wie Schnee, und ihre Flügel purpurn wie Hyacinth; sie alle umringten die Asieneth, arbeiteten in ihren Händen eine Honigscheibe und aßen davon. Und der Engel sprach zu den Bienen: ״Gehrt an euere Stätte", und sie zogen von dannen gege,^ Morgen in da» Para« die«. Und der Engel sprach: ״Also werden (in Erfüllung gehen) alle Worte, die ich heute zu dir geredet. Und e« streckte zum dritten Male der Engel seine Hand ׳au» und berührte die Honigscheibe. Und aufslieg ein Feuer au« dem Tische und verzehrte die Honigscheibe, beschädigte aber den Tisch nicht, und der Geruch der verbrannten Honigscheibe war sehr angenehm. (Schluß s-lgt.) Pevlions-Aiizeige. * CVn meiner Pension«, und Erziehungs-Anstalt Link»- <X)Swaße 22 in der Nähe de« Wilhelm«.Gvm. nasium» und anderer höherer Schulen, in welchrr neben guter Pflege für die geistige und sittliche Förde, ruog der Zöglinge Sorge getragen und namentlich auch die Anfertigung der Schularbeiten gewissenhaft überwacht wird, finden 2 oder S Knaben liebevolle Aufnahme Auskunft werden die Güte haben zu er. theilen die Herren Dr. Kirschstein, Direktor der jüdischen Gemeindr.ReligionSschule, August.Btr. dl, Leminarlehrer 0r. Baerwald, Krau»nick-Sw. 8, Jacob Israel, Spandauer-Str. 28 oder Bellevue. Sw. 10, und I. Ren mann, Papen-Gw. S oder Leipziger Platz 9. Berlin, im Februar lSL8. J. Welnliauni. en geehrten Mitgliedern der jüdischen Ge- ««ende in der Nähe de« Potsdamer Thore» die ergebene Anzeige, daß ich in memer Privat-ReligionS. schule für. jüdische Knaben und Mädchen zum bevor, stehenden Semester noch eine neue Klaffe bilde. — Meldungen Und Auskunft täglich von 2—S Link«. Straße 22. J. Welubauni. Inserate. Heinrich Heine s » sämmtliche Werke für 9 Thaler. Diese neue billige Ausgabe erscheint in 18 Bän. den k 8 Lieferungen zum Preise von ü Sgr.; mo» nattich werden S—4 Lieferungen ausgegeben und werden Abonnement« bei dem Unterzeichneten angenommen. Julius Beuzlan. 19a. Große Hamburgerstr. Neu erschienen: Zontbc■*, Bcrnb. De commentario Saloinonis Isacidi3 in tractatos talmudicos ״Nedarim“ et ״bl08d Katar»". Berlin 1867. gr.8. 10Sgr. Berlin, ^Juli 1867. v Julius Benzian. Holdheim, Di׳. S., Sechs Predigten, gr. 8. geh. Id Sgr. Gott siehet, mit Borwort von vr. Abr. Geiger (Holdheim« letzte Predigt) gr. 8. 4 Sgr. Berlin. Julius Benzian. Cfcm Berlage von Julius Benzian in Berlin >)198. Sr. Hamburgerstr, erschien soeben und ist durch jede Buchhandlung zu beziehen: Der Segen Jacob'» mit besonderer Bcrückstchttgung der alten Versionen und de» Midrasch. Krittsch untersucht und erklärt. Än Beitrag zur Geschichte d. hebräischen AlterthumS wie zur Geschichte der Exegese von K. Köhler. Preis 26 Sgr. Zur gefälligen dkotiz! Inserate, die in der nächste» Nummer Aufnahme finden sollen, inüffen bis Dienstag ׳Mittag eingesandt werden. Berantwortliehcr Redakteur Larl Hirsch. Selbstverlag von Julia« Benzian, Berlin, Sr. Hamburgerstr. 19«. — Druck von H. S. Hermann, Berlin, Klosterstr. 7».

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.