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Die Gegenwart · 1868-02-14 · 7 (14.2.1868) · p. Seite 30

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Journal
Die Gegenwart
Volume
2 (1868)
Issue
7 (14.2.1868)
Date
1868-02-14
Page
Seite 30 (sequence 4)
Language
German
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80 Die gtgamt zu einem national-particularistischen machte. Der Universelle Eharacter de« Iudenthum« hat sich indeß niemal« und nirgend« der« leugnet und daher oft, dem Princip historischer Entwickelung folgend, die Süßere Form de« Iudenthum« umgestaltet. E« kam überall nur darauf an, die Ideen, nicht die Formen zu couserdiren; die Form hat sich wie in Palästina, so auch anderwLrt« den Umständen gefügt. Wenn nun auch vielfach noch, theil« der Theorie, theil« der Praxi« nach, die palästinensischen Beziehungen im Heutigen Iudenthuw festgehalten werde«, so liegt da kein Widerspruch mit der universellen Bestimmung de« Indenthum», sondern vielmehr die Anschauung zu Grunde, daß, weil die jüdischen Gotte«- und Religion«brgriffe noch nicht allgemeine Anerkennung gefunden haben, Israel auch seiner ursprünglichen Aufgabe und Mission noch nicht enthoben sei, wofür e« von Palästina au« auf die Warte gestellt worden ist. Iedenfall« hat die Forterhaltung de« Judenthum« eine welthistorische Bedeutung. Diejenigen, welche jene palästinensischen Beziehungen auch nicht mit dieser in Zusammen- Hang bringen wollen, werden doch darum die universelle Bestimmung de« Judenthum« nicht leugnen, sondern jene Beziehungen zu Palästina durch einen Stillstand in der historischen Entwickeluig de« Iudenthum« erklären. (Schluß folgt.) 1'_ —ץ — Zu dem Aufsätze ״Muntere und trübe Gedanken am Düchertische." Den Protest, erhoben gegen die an Nekrolatrie gränzende Anschauung und Deutung, welche den Worten de« Herrn Land«- huth in der Vorrede (S. IV.) zu besten Gebet- und Andacht«- buch so leicht untergelegt werden kann, wollen wir auch noch mit einem Hinweis auf die den Namen de« R. Meir Rothenburg tragende Re«ponsen - Sammlung ed. Lemberg bekräftigen. Dort (8- 164) *X lesen wir folgenden Bescheid de« R. Shaim Paltiel תולעת, den wir in wSrtlicher Uebersetzung hier mittheilen: ״Gott mSge anzeigen da» Wohl meine« Freunde« R. Elijakim! Wiste, daß ich mich sehr wundere über diejenigen, welche da« da« Gelübde thun, zu den Gräbern zu wallfahren; gränzt die« doch an da« verbot ״die Todteu zu beftagen". Wohl finden wir Sota 36, 6 erzählt, daß Aaleb die Gräber der Biter besucht hat, aber nur um dort zu Gott zu beten, da der heilige Ort mit verursacht, daß da« Gebet um so eher erhSrt werde. So heißt e« auch von Abraham (Gen. 19. 27) ״an dem Orte, wo er vor Gott gestanden" — hierau« erhellt, daß der Ort selbst zur Erhörung de« Gebete« beiträgt. Ferner finden wir die Ber» anlastung, an einem Grabe zu beten, bei Jemandem, der die Ehre eine« Berstorbenen angetastet und nach Eintritt de« reuigen Gefühl« die Bitte um Verzeihung auSsprecheu will (Ehagiga 22, 6). Warum aber Frauen und Andere, die Nicht« hiervon wissen, zu den Gräbern wallfahren, ist mir unbekannt. Ich pflege denjenigen, welche ein solche« Gelübde gethan. anzurathen, durch Aeußerung der חרטה (Reue) die Aufhebung de« ganzen Gelübde» zu veranlasten; den Geldbeitrag aber, welche die Reise verursacht hatte, für Arme zn verwenden und in dieser gewiß rechten Weise ei» Schutzmittel gegen Angst und Noth zu suchen." — Gelegentlich sei noch bemerkt, daß zu No. 32 der Vorrede (S. 68) auch Elieser b. Nathan in besten Eben haeser 8- 11 zu berücksichtigen war.**) *) Bgl. auch כ״ח »um Jore dea SIS zu Ende, wa« auch dem Magen Abraham zu Orach Lhajim tz. 681 bekannt gewesen sein mag. **) Bei dieser Gelegenheit verdient wohl auch bemerkt zu werden, daß die von Herrn Dr. Mein in voriger Kummer angeführten Vielten auch H. Land«׳ huch in seinem Buche (6. VI.) erwähnt. I u s e r 1 t k. Soeben ist erschienen and wird von dem Unterseichneten debitirt: VABIAE LECTIONES IN MISGHNAM ET IN TALMUD BABYLONICUM QUUM EX ALUS LIBR18 ANTIQU188IMI8 ET 8CR1PTI8 BT IMPRE88I8 TUM E CODICE MONACENSE PRAE8TANTI88IM0 COLLECTAE, ANNOTATIONIBU8 IN8TRUCTAE v AUCTORE RAPHAELO RABBINOVICZ. PARS I. TRAUT. BERACHOTH ET T0TU8 ORDO SBRA1M. MDGCCLXVII. 36 Bogen, gr. 8. Preis: 2 Thlr. Berlin, December 1867. Jtüxus Benzian. (Tsit Berlaglhandlnng von E-mau« «w (So■ in ^Bad-Oeynhaoseu empfiehlt al» vorzüglich geeignet zu Purimgeschenken: Treu, Abr. Selke geh. 12 Sg. geb. 15 Sg. -Graumantel geh. 10Sg. geb. 12Sg. Die einstimmige Anerkennung dieser Jugend, u. Botkrschristen von so vielen pädagogischen unperio. dischen Zeitschriften überhebt un« jeder weiteren Ampsehlung. — Bei größeren Bestellungen angemessenen Rabatt. In Berlin zu beziehen durch Juli»« Benzia«. Vermischte Anzeigen. /Lin besten« empfohlener junger Mann, der im He- NLbräischen und im Talmud bewandert ist, wünscht in diese» Fächern Unterricht zu ertheilen. Nähere Auskunft «rthrilt giftigst Hr. 0r. tkirfchstein, sowie der Rcdafteur d. Bl. Zur gefälligen dtotiz! Inserate, die in der nächsten Nummer Aufnahme finden sollen, müssen bi« Dienstag Mittag eingesandt werden. Berautwortlicher Redafteur Earl Hirsch. — Selbstverlag von Juliu« venzian. Berlin, Sr. Hamburgerstr. l»a. — Druck von H. S. Hermann, Berlin.

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