Die Gegenwart
- Journal
- Die Gegenwart
- Volume
- 2 (1868)
- Issue
- 6 (7.2.1868)
- Date
- 1868-02-07
- Page
- Seite 26 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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SS Die OtgaAMtL abrr ״Kritik" übt, resp. als ״Forscher" austritt. so geschieht die« da« muß man sagen — wenigsten« in einer Form, die weit «her angenehm al» scharf oder schneidend kann genannt wertzen. Frankfurt a. O. Weyll. Notiz. Zu der in diesen Blättern (No. 1—4) gegebenen Besprechung de« von 8. M. Landshuth herausgegebenen ״Gebet« und Andacht«« buche« bei -ranken u. s. w." durch Herrn Aub gebe ich al« Ergänzung de« Gesagten zu E. 4, wo sich Herr Aub gegen die Sitte, für Schwererkrankte an den Gräbern zu flehen, ausspricht, noch al« Belag eine bedeutsame Stelle au« dem Werke ספר הברית de« R. Josef Kimchi (Blatt 32b), welche in Uebersetznng also heißt: ״Du glaubst (schreibt der Verfasser an einen Freund) auch an eine Sache, die der Verstand nicht rechtfertigt und gegen die f auch die Schrift sich ausspricht, ich meine Deinen Glauben, daß die Todtm Wunder thnn können und daß man zu ihnen für die Lebenden bete; spricht ja die Schrift von denen, die dieß glauben, al« solchen, die bei d'rn Tobten für die Lebenden anfragen, und heißt r« ja doch: Nicht die Todten loben Gott und Alle nicht, die in Grabesstille sinken; auch finden wir nirgend«, daß selbst die heiligen Propheten, wie Abraham, Jizchak und Jakob, Moscheh und alle Propheten nach ihrem Tode je Zeichen und Wunder ver« richtet haben. Und wendest du ein, daß die Verstorbenen für die Menschen beten und flehen sollen, wie die Menschen ja auch Fürsten, Vornehme und Einflußreiche bitten und anflehen, daß sie vor Königen ihre Verdienste besprechen, so paßt diese» hier nicht; denn der Irdische mag wohl einen Vornehmen bereden, daß er vor einein Herrscher für ihn sürspreche, so daß der Vornehine vor dem Könige ungefähr spreche: Herr, wenn dieser Mann sich gegen dich vergangen hat, so wird «r e« von nun an nicht mehr thun und er wird dir ein treuer Diener sein; darum verzeihe und ver« gieb ihm sein Vergehen, und der König, der nicht die Herzen der Menschen kennt, wird dem Fürsprecher glauben; aber Gott, den Erhabenen, kany man nicht mit solchen Worten Hinteichehen; denn er, der die geheimsten Gedanken de- Menschenherzen« kennt, weiß, ob die Buße aufrichtig sei oder nicht; im ersteren Falle bedarf e« keiner Fürsprache der Heiligen für den Sünder, denn Gott hat dem aufrichtig sich Belehrenden,Vergebung zogesichert; ist aber die Buße falsch und trügerisch, wa« soll dann da« Beten der Todten und Lebenden um Erbarmen nützen; denn ist die Buße keine wahrhaft aufrichtige, so wird der Höchste alle Todten der Welt und alle erhabenen Engel nicht annehmen; kehrt aber der Mann von seinen bösen Wegen zurück, so bedarf er nicht der Beihilfe eine« Andern; denn seine aufrichtige Buße wird chm zur Hilfe sein." — ES Ist sehr wahrscheinlich, da» Josef Kimchi in dieser Stelle noch besonders auf die Unsitte der Fürbitte der Heisigen, wie sie in der christlichen Kirche so sehr überhand genommen, hindeutet, und die dann auch bei den Juden sich rinschlich. — Daß man überhaupt für die Todten bete, davon finden wir die 'erste Andeutung im 2. Buch der Makkabäer IS, 44; und später im Sifri zu 5. Mos. 21, 8; davon mag dann die Katholisch^ Kirche die Einführung der Seelenmessen hergeleitet haben. E« sei hier noch auf da« Werk קנאת האטת von Juda Löb Mise« (Wien 1828) verwiesen, woraus viele Belehrung über eingeschlichene Gebräuche und Mißbräuche im Judenthume zu schöpfen ist. G log au. vr. Klein. Berichtigungen: Zn Ro. 6. S. 1V. Sp. 2. Z. iS. v. «. l. lebt st. ist.; Z. 18. v. u. ver« gänzlich st. vorzüglich; S. 20. Gp. 1. Z. 8. v. 0. avfgeführt st. an»g«. führt; Z. 10. v. o. abgewonnene Frucht st. abgmommmrn Kraft; Z. 11 v. o. getragen st. gelungen; Z. 28. v. u. deß st. da«; Z. 11. v. u. stet» st. statt; Z. 12. v. o. Sp. 2. umfassen st. erfaffe»; Z^>9. v. o. aller Sünde st. allem Leide. / I n s e r a t k. Sitzung dn Rkpliscutauten- Bcrsammlmig. Sonntag, dm 9. Februar. Bormittag« 11 Uhr. Tagesordnung: A. Ocffcntliche Sitzung. Vacanz: Greifswald. EAeligioiwlehrer, שוחט u. NN- Zum 1. Mai ». v. v«Sehalt: 2S0 Thlr. — Emolumente 100 Thlr. Der Vorstand der israelitisch. Gemeinde. N. Tucholsky. soeben ist erschimen: Reifmann, תעודת ישראל Die Bestimmung Israels. Berlin, 1868. 8. 10 Sgr. Juli»« Benzian. 1. Rescript de« königl. Polizei-Präsidii den tz. IS. de» Semeinde-Statut« betreffend. 2. MiNheilnng der Betreff« der Kosten der Armenpflege und der Gemeindrschnlen an den Magi, strat gerichtete» Vorstellung. 5. Demissionsantrag eine« Stellvertreter« der <Se. meinde-Aeltesten. 8. Gehcimc Sitzung. 4. Locirung eine« Gemeinde-Beamten. 6. Bewährung von Sratificatiou. Berlin, den ». Februar 18-8. Aer Vorflhrndr der Repräsentanten- Versammlung. * »r. P«nw. Literarische Anseigen. Vermischte Anzeigen. Mn besten« empfohlener junger Manu, der im He. «lkbräischen und im Talmud bewandert ist, wünscht in diesen Fächern Unterricht zu ertheilen. Nähere Auskunft erlheilt gütigst Hr. Dt. Kirschstein, sowie der Redakteur d. Bl. Der Salon für Literatur, Kunst und Gesellschaft, herau«gegebeu von E. Dohm und I. Nlodeuberg. Da« Journal erscheint in monatlichen Heften k 10 Sgr. vorräthia bei Julius Benzian, in Ber. lin, 19». Gr. Hamburgerstr. Anr gefälligen Rotiz! Inserate, die in der nächsten Nummer Aufnahme finden sollen, müssen bis Dienstag Mittag eingesandt werden. Brrantwortlichrr Redakteur Earl Hirsch. — Selbstverlag von Julius Benzian, Berlin, Sr. Hauchurgerstr. 19». — Druck von H. S. Hermann, Berlin.