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Die Gegenwart · 1867-12-27 · 52 (27.12.1867) · p. Seite 415

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Journal
Die Gegenwart
Volume
1 (1867)
Issue
52 (27.12.1867)
Date
1867-12-27
Page
Seite 415 (sequence 7)
Language
German
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4» a i {• valbur SvcheNschrlfl De gsdtsch« Uegrlrgochrtte». t'i ■Mt Anschauung seiner sittlichen Freiheit erhebt und in dieser Aa-i HchjMltt di^'VWit'd«itttG«r rMt.'-Htz^Ms^Wuch tttte! hichere und' nllgeMein^kMVelMWl^PM'dttM-ÄM^s^Mc > Ächt"r Psalm 36. Sa-.si, Wit EWkÄi^M-Ms- Awsßffett,' seineL besonderen. Meufchlichni'.^sttbt«tisrti'TMM!t /«tzenlAch unter. Er Mt ^ur das'Mlkbn d«Mrtt!iMsnMieste-'kdet. Lprch ihn. - '-"•■'>» n3TW*w -du« fcQJfjiiJJ 's»« hu! ' ’^Det Prophet nämlich hatdaSunmisiÄbart Vttdußtsbiiv daß! da» 8lttrngese^ ^lmachh5ngig vöit Ätnschlich»r Willkür und Selbst«! stlmmung, an einer ekokgrn' NoDwbkdigkett'säne Wtliche Boran«- setzung Hai und erscheint ihm^4tih?d'dl» ein 'mit Allgeivalt. über ihn kommende» und Gegebenes^'Denn nicht durch Nachdenken 'und Philosophie hat er e»'gefunden; er hat e» vielmehr in unmittelbarer Anschauung, in unmittelbarer Gewißheit oder in fei» uem Gewissen und kann nicht Nachweisen, wie er dazu gekommen .ist. So bildet flch ganz von selbst die Borstellung einer Offenbaruog. Der Geist scheint sich, in ein Fremde», Objettive» ver« senkt zu haben, so daß alle Thätigkeit von diesem Objekte au»geht, während er sich in Wahrheit doch nur in seinem eigenen Leben»« grunv vertteft hat und da« ausspricht, wa« er hier vorfindet. So scheint dem sinnlichen Auge die Sonne sich um unsere Erde zu bewegen und die letztere still zu stehen, während doch wir selbst mit der Erde die 'Bahn durchlaufen und die Sonne umkreisen. Ebenso scheint Gott sich im Propheten zu offenbaren, während, doch umgekehrt der Propet der wahre Offenbarer Gotte» ist und zu ihm sich erhebt. ‘ Daher denn auch die bedeutenden Unterschiede der Propheten unter einander je nach ihrem individuellen Eharakter und ihrer geistigen Begabung, wa« nicht möglich sein würde, wenn sie bloße Maschinen wären, durch welche Gott unmittelbar seinen Willen kund thäte. Bei rein dichterischen Erzeugniffeu stellt sich leicht dieselbe Vorstellung ein, wonach die Muse oder ein Gott dem Dichter eingieit, wa« er singen soll. Ebenso vergißt der Mensch im wiffenschaftlichen Denken sich selbst in der Sache, in dem Gegenstände seiner Untersuchung, oder soll e» wenigsten», ohne sich jedoch darin zu verlieren. E» sind die» alle» dem prophetischen Bewußtsein analoge Erscheinungen. Auch der Prophet vertieft sich in die Sache, in die Idee de« Sittengesetze», welche die ganze Offenbarung im alten Testament ausmacht, so daß jene Idee ihn vollständig beherrscht und überwältigt. Ja dieser genialen Unmittelbarkeit finden wir da» Prophetenthum in den ältesten Schriften. Später aber, wo die poetische wie die ethische Begeisterung der Propheten zur nüchternen Prosa herabsank, wird e» eine bloße Form und Fittion, etwa« im Namen Gotte« zu sagen, wa» allgemeinere Geltung haben soll. Wenn nun die Gegner eine» freien und menschlichen Standpunkte« in den biblischen Wiffenschaften so oft hervorheben, daß demnach die Propheten und die Bibel überhaupt nur „gewöhnliche» Menschenwort" enthalte, so ist da» eine höchst unverständige Ansicht. Jeder begabte Dichter schon redet nicht gewöhnliche« Meuschenwort, er spricht in der Sprache der Götter, wie die Alten sagten. Ebenso verhält e« sich mit den Dichtern und Propheten de» alten Testament«. Sie habe« Geist und Geuiu» und stehru hoch über der gewöhnlichen großen Maff« de» Volke». Dennoch bleiben ihre Reden und Gedichte Meuschenwort, zeigen überall diesen rein menschlichen, nationalen Ursprung und sind nur hierau» zu verstehen und zu würdigen. Au« dem Gesagten ergiebt sich nun auch, daß der wahre Prophet, der immer zugleich eia begabter Dichter fein muß, nicht «wä »uvch Stiwttn» sich zu lbtE B»^ EkVrttch''b«stt«'ttM. Av 'wikd viettmh* Dborett wWM-ech^V1ch«M'WW->»dir-1kssr «geniale Geist, uud kamt» durch «ildmg «Mt* MM «nttMMit,!«hM sch»« in ihm liegt. Deshalb iß euch. den 'Prophetenschulen+sie Samuel förderte und rchonntrte, keine» so glvße EWeUtiMg zuj«. »schreiben, so segensreich fie im Allgemeinen fürBcrbr«M«»g »luer gewiffen Kultur, fürMttsik.GrsangtinpPoesieanchgewirAchaden möge«. Allein keiner dtviPdeßchete«, NI denen-wir Aoüarische Denkmale habenwkrfrhen köunen' — au» diesen Pfiauzschuien hervorgegangen, »>t a.m v. - --Jim - E» war auch offenbar mehr Aufgabe diessmBeretNe, da» eigne religiöse und sittlich« - Heben-tzsqfMtde«, i ott BdAsredner auszubilden. Rur die niedeve -Sesie MrO' -Mchuläre» Prvphetevthum», da« mit Wahrfagerei nndeiserüezoiltirten Erregung urrbanden war und das sich erlernen ließ)''scheint ebenfall» gepflegt und geübt werben gu fein (1. Emo- 10, 5ff. 19, 20ff.), uud zwar nicht zu« Nutzen fvr die echt prMhetifche Begeisterung. Doch gehören all«: dies« Anssagen in den» Bücher»'Samuels und der Könige der BolkSsage au' und -geben rm» kein« neue Vorstellung mehr von dem Wesen und der Dgentliche» Aufgabe dieser Verbindungen, die besonder» i« nördliches Mich«- zahlreich gewesen zu sein scheinen. — ,!a r Bo« einem Propheten - Orden kann nicht dir Rede sei«, obwohl die Propheten der strengere« a-ketischett Lebensweise wegen, einen besonderen härenen Mantel trllgb»/^ Sonst durfte jeder/ da« Weib wie der Mann, der den höher« göttlichen Rnf nr sich verspürte, al» Prophet anftreten. Mänuor Wie 8ositja>-IoieuÄtMnd Ezechiel, die ihr ganze« Leben hindurch in dieserii'Bernst'chätig waren, hatten sich unstreitig darauf.vorbereitet. i Andtve fühlten nur vorübergehend den Drang, öffentlich prophetisch zu wirken. So Amo» der Hirt, der außerdem »sagt, daß er-kein-Prophet von Profession und nicht einmal der Schüler eine» Propheten sei. K. 7, 14. Er ist deshalb eine doppelt intereffante Erscheinung, weil er klar zeigt, daß im Propheten eigentlich nur dir sittliche Substanz de« allgniieinen Volksgeiste» zum Bewußtsein kam und er al-vann au« eigener innerer Fülle seine religiöse Begeisterung und seine Sittenpredigt hervorströmen ließ. Die prophetische Bildung konnte eigentlich auch nur da» Formelle betreffen; der geborene Prophet aber wie der echte Poet habe» von Hau» an» schon die entsprechende Form für chren tzeisttgen Gchatt. Vermischtes, Potsdam. Am Sonntag den 29. Dezember steht der hiesigen Judenschaft ein wichtige« Fest bevor; sie wird da» einhunderljährige Jubelfest ihrer am Wilhelmplatz neben der Post delegenen Synagoge durch einen solenne» Gottesdienst feiem. Dem Vernehmen nach wird dabei der Sängerchor de« Musikdirektor» LewandowSki au« Berlin Mitwirken. Bon den Frauen ist ein neuer prächtiger Vorhang zu dieser seltenen Feier beschafft worden. — Nach der „Abeille Mbdicale" ist die Erde von 1288 Millionen Menschen bewohnt. Davon gehören 369 Mill. der kaukasischen, 652 Mill. der mongolischen, 190 Mill. der äthiopischen, 1 Mill. der amerikanischen und 200 Mill. der malaiischen Race an. Sie sprechen 3604 Sprachen und bekennen sich zu 1000 verschiedenen Religionen. E» sterben im Jahre etwa 33 Mill. Menschen, an einem Tage 91,954, in einer Stunde 3730, in einer Mnute 60. Diese Verminderung wird durch eilte gleiche

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