Die Gegenwart
- Journal
- Die Gegenwart
- Volume
- 1 (1867)
- Issue
- 52 (27.12.1867)
- Date
- 1867-12-27
- Page
- Seite 409 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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■MRsnmt ' igfe<B*r. t>eL V Me Gegenwatt. , Dr Ni Ritullu i m Mt initiiiH, Berlilltt Wochenschrift für Jüdische Angelegenheiten. Freilag, Leu 27. Derrmder. Mü. 52. Erster Jahrgang. 18S7. ' 1. ' \ Mit der nächsten Nummer beginnt ei» neue» Quartal, wir ersuchen höflichst, da» Abonnement rechtzeitig er» neuern zu wolleu, damit in der Zusendung keine Unterbrechung erfolgt. Der Abonnementspreis beträgt für das nächste Quartal nur IS. Tgr. (52V, Krz. rhein., 75 Krz. öftere.) iucl. Postzuschlag. Die LxpeLUion. / Inhalt: An dir Leser. — Die verschiedenen Elemente unserer Gemeinde. — L«rrr»p,ndrn,en: Wien. — Da« Eoncordat. — Die Judenemancipation in Ungarn. — Begriff und Standpunkt der hebrSischen Propheten. (Schluß.) — Znr Rückert.Forschung. — Vermischte«.-Inserate. A» die Leser. Mit der gegenwärtigen Nummer schließt die „Gegen« toart" den ersten Jahrgang. Wenn wir das verflossene Jahr überblicken, so dürfen wir mit Befriedigung aussprechen, daß die „Gegenwart" ihrem Programme getreu gewirkt hat. Biele theoretische und praktische Fragen von Interesse, ja von Wichtigkeit, wurden theilS zum AuStrag gebracht, theilS angeregt und besprochen; eS ist un» grunzen, in Nah und Fern Freunde und Gönner zu gewinnen;.>pi^^rklLrunge« der Anerkennung und der Zustimmung erfreuten uu» aus der Nähe und der Ferne. Indem wir uns die Zufriedenheit unserer Leser auch für die Zukunft zu bewahren und in mancher Hinsicht zu ergänzen bestrebt sein werden, bitten wir unsere Leser und Freunde, die „Gegenwart" im zweiten Jahrgang« mit nicht geringerem Interesse und Wohlwollen aufzunehmen, als im ersten. Um hierin unsererseits entgegen zu kommen, haben wir dm Preis dieser Zeitschrift beträchtlich herabgesetzt. Wmn wir dabei auch den Umfang derselben einigermaßen beschränkm mußten, so hoffen wir dies ohne wirkliche Kürzung des Stoffes, durch noch knappere und präcisere Redaction, als bisher, durch» führen zu können. Ramvttlich werde» wir de» hiesige» Gemeinde»«- hältmsseu eine womöglich »och angehendere Aufmerksamkeit widmen, als wir denselben bisher schon zugewmdet haben. Insbesondere werden die heranrückmden Gemeiudrwahle» geeignet sein, kn dieser Zeitschrift besprochm zu werden. ' f --. --T-^TF 1 IIP ■ ■—1•-- Die verschiedenen Elemente »nsrrrr Gemeinde.*) Die electromotorischen Strömungen, welche im menschlichen Ein;elorgani«mu« die entgegengesetzten Pol« Hervorrufen und jenen Prozeß unterhalten, den wir da» -eben de« Körper» nennen, scheinen in den Bewegungen eine» Gesammtkörper» ihr Widerspiel zu finden. Je entschiedener und stärker di« Gegensätze innerhalb derselben Gemeinschaft sich äußern, je mannichfaltiger die einzelne» Zellenbildungen in ihr und die Wechselwirkungen unter einander, desto intensiver ist da« Leben vieser Gemriuschaft, desto prghultiver der geistige Blutumlauf, der ia ihr sein Spiel treibt. - Der auf einer niedern Organ isation«stufe befindliche Körper trägt die Gegensätze sowohl al« die harmonirrnden Punkte nicht in sich selbst, sondern verhält sich nur zu gewissen äußern Einwirkungen bald abstoßend, bald sympathisch. So war e» auch my Israel, als eS noch auf einer liefern Stufe seiner Entwick» iußg sich befand. Jehovahkultu« oder Götzendienst, Widerstand«, trist gegen da« Fremde oder Aust,ahme desselben, rin steter Wechsch zwischen der Aufrechterhaltung seiner Besonderheit und der Luflösung seine« eigenthümlichen Wesen« in die von außen ein« dringenden Bestandtheil« der e« umgebenden geistigen Atmosphäre bildeten damals den ganzen Prozeß seine« religiösen Leben«. Bon der Zeit an jedoch, wo man nicht dj^MhrgWSpnr mehr von einer Untreue gegen den monotheistischeGrundgedanken de« Ju» denthum« innerhalb seine« ganzen Umkreise« wahrnimmt, also etwa von der Zeit ilach E«ra und Nehemia an, beginnt naturgemäß ein neue« und höhere« Spiel seine Wirkungen zu offenbaren. Ala der Götzendienst in Israel aufhörte und die rechte Er» kenntniß überall durchgedrungen war, begann die Sekten» bildung. Weit entfernt ein Zeichen de« BerfallenS zu fein, war dieselbe vielmehr ein Beweis de« höher» innern Leben«, zu welchem sich da« Judenthum aufgeschwungen hatte. Die Abhängigkeit von dev peripherischen Einflüsse» war geschwunden und die Wirkungen de» maßgebenden Erntraltheile« innerhalb de« bestimmten Le» beu«kreise« setzten sich in reichen und selbständigen, aber auch unter einander verschieden gearteten Bildungen fort. Die Sekten de« jüdischen Alterlhuma sind die verschiedenen Richtungen, welche der ursprüngliche Grundgedanke genommen, *) S. b. vor. Nummer S. «0». 62