Die Gegenwart
- Journal
- Die Gegenwart
- Volume
- 1 (1867)
- Issue
- 51 (20.12.1867)
- Date
- 1867-12-20
- Page
- Seite 407 (sequence 7)
- Language
- German
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vakiaer Lochcuschttzk fit IRWtze Asgrlrgochrit». 40# her dam, die «» Wahasivn stteifmfo« Theprja, ßb«ed<rtpmph«- tische Bewußtsei», fort nun sich ÄLchco-difienä« Oeiste»«. flftiTwpfl tob Ezfftafe dachte» betide« |>if beiHeng» stenberg und seine» Glaubensgenosse», gwdeß-h«tdje Kritik über jene Quellen längst so entscheidend und so unwiderlegbar geachtet, daß jede« »»eitere Wert fonüber umM>ist.--Selbst-die ver. mittelnden Theologe» erkennen da» Gewicht der Gründe für fort spätere Zeitalter jener prophetische« Stücke an »od stehen in dieser Beziehung auf dem gleiche» Standpmikt« mit den sreifimngstm Acrtlegern. Die dritte und einzig zuoerlässige Art von Quellen, au die wir hauptsächlich un» zu halten haben, sind die gleichzeitigen, authentischen -Reden der Propheten selbst, und deren besitzen wir zum Glück eine große Anzahl. Sie geben un« da« lebendigste und treueste Bild über da« Wirken und Wesen der Propheten und sind frei von allen wunderbaren, zauberhaften und heidnischen Elementen, die, wie schon bemerkt, der Volkssage angehören. «. Rach dm Urkunde» erscheinen die Propheten al« begeisterte BolkSredner und DolkSführer, al« die eigentlichen Repräsentanten de« nationalm und religiösen Grsammtbewußtsein», gleichsam al« da« lautwerdende Gewissen de« hebräischen Volksgeiste«; denn sie sind die Schöpfer der religiösen Anschauungen, die Offenbarer de« sittlichen Geiste« der Ration. Wie viel Gemeinsame« sie deshalb auch mit den heidnischen Propheten haben mögen, so unterscheiden sie sich doch qualitativ von allen übrigm, wie die Hebräer über- Haupt durch die Stufe chrer Gotterkenutniß und ihrer ganzen Weltanschauug von allen Böllern de« Alterthum« verschieden sind. Ueberhaupt aber steht die prophetische Literatur der Hebräer so eigenthümlich da, daß kein Volk de« Alterthum« etwa« Aehnliche« aufzuwetsen hat. Die Idee, daß die innere, geistige Freiheit de« Menschen auch in den Erscheinungen de« wirkliche» Leben« eine Gestalt ge- Winnen soll, so daß nicht mehr da« Natürliche an sich, sondern nur da« vom Geist und vor der sittlichen Freiheit Durchdrungene wahren Werth und Bedeutung hat, diese Idee ist al« die Seele der hebräischm Religion und al« da« innerste Wesen diese« Voll«- geiste« zu betrachten. Die Propheten aber sind von Anfäng an die Organe diese« allgemeium Geiste«*). Wa» die Menge nur dunkel ahnt und fühlt, da« sprechm sie Nar au« und suchen die sittliche Freiheit in« Leben einzuführen-und zu realisiren. Da« menschliche Dasein soll durch eine höhere, ideale Auffaßung verklärt, verschönt, poetisch und sittlich umgestaltet werden, wobei die Poesie freilich ganz im Dienst der Religion und der Sittlichkeit steht. Die Hindernisse, welche bei dieser Aufgabe überwundm werden mußten, waren in religiöser Hinsicht vorzüglich der Stand- *) Der eigentlich« Geist und Genin« eine« Bolle» kommt zunächst immer nur in einzelnen, hochbegabten Persönlichkeiten zur Erscheinung und zwar nicht bloß bei den HÄrSem. Die Liuescn, Inder, Perser u. s. w, haben so gut ihre Religiou»stister, wie die Hebräer und diese find überall nicht von der Volk». thimUchkeit zu Kennen, wie man die« z. V. bei Mose und den Prophetm ge« than hat. Man überfieht dabei gerade da« Wesen der hebräischen Religion, die Idee der Gemeinde; denn J«rael al« ein Ganze«, al« Ration ist da« Voll Gotte« und jene« hllhere Princip oder Gott selbst ist lebendig im Wchooße dieser national« Gemeinschaft. Die Entwicklung jene« Princip« forderte aber einen Rampf, die Ueberwindung eine« Gegensätze«, wie sich etwa« Aehnliche« in jeder Religiondgeschichte Nachweisen läßt. So stellen Eotrate« und alle griechischen Philosophen uud Dichter gewiß nicht die rein natürliche Voll«, thümlichteit der Griechen dar, denn fie gerieten mit dieser oft genng in ttou. fick» so gut wir dir hebrilischm Propheten. Punkt der Raturreligion, da« natürliche Pttctzfp »d«r d«r 'CKtat» dienst, de» eia großer Theil de« Bolle* Über baus»»-Jahve hindurch «hing. Lndererseit« bezog sich die Lhättgkeit der Pro« phetm immer auch auf dt« politische» «erhäldnffe; dem» tunerhalb der Rechrtgemeiuschast. innerhalb de« Staate« sollte die sittlich« Freiheit verwirklich« werden. Hiernach ist e« Aar, daß die öffentlich« Wirksamkeit dieser Männer wesentlich bedingt war durch dm jedrtmaligm Zustand de«-Staate«, uud deshalb in dm »erschiedmm Epochen desselben »othwmdig rium verschiedene» Charakter bekommm mußte. ’i- Gleich an der Spitze der hchräischm Gnneindebtlduug, die in der mosaischen Zeit beginnt, steht Mose, ein Prophet, der «*» Vorbild und Muster aller folgendm Prophetm betrachtet werdm kauo. Da« Voll lebte noch nomadisch, hatte aber bereit« Häupter oder Fürsten, die an der Spitze der zwölf Stämme staadm. Den Stammfürsim nebst dm Arltestm de« Volke« lag die gewöhnlich« Rechtspflege »b. Dies« Stammverfaffung dauerte sedann noch über 500 Jahre hindurch, nachdem da« Voll bereit» in Palästina ansäßig geworden war. Dabei nehmen die Prophetm schon jetzt eine eigenthümlich« Stellung ein. Ohne stgmd flne äußere Macht und Autorität zu besitzen, treten sie durch geistige Ueberlegmheit, durch die Macht de« Worte« an die Spitze de« Volke« und begründen und erhallen vor Mem die Idee der nationalen und religiösen Einhett. So zunächst Mose, der die ganze Staatsmacht, wenn man so sagen darf, in feiner Person vereinigte. Denn er ist Heerführer, Gesetzgeber und höchster Richter de« Volke«. Dieselbe Bedeutung haben im Allgemeium auch alle späteren sogenannten „Richter", obwohl da« höhere, prophetische Element nach der jetzigen Darstellung nur bei wenigen, nai mentlich bei Debora und Samuel, entschiedener hervortritt. Aber z. B. noch bei Ehud, dem Mörder de« moabitischen König« (Nicht. 3, Ibff.), steht man die prophetische Seite durchblickM; denn er kündigt dem Eglon ein göttliche» Orakel an, welche« der König auch ehrerbietig entgegen nehmen will. (Fortsetzung folgt.) Vermischte». — Die neue Synagoge in Pari«, welche in der Rue Victoire im Bau begriffen, bietet ibre Fayade fast vollendet dar, sie wird ein Prachtbau, an AuSdehziung der Pariser Kathedrale nicht« nachgebend. — Eine «igenthümliche Religion. Ueber die Religion der Abyssmier, ein seltsame« Gemisch von Ehristenthum, Judenthum und Fetischi«mu«, finden sich in dem neuen Buche von Herrn Duften (Narrative of a Journey through Abyasinia in 1862—1863) interessante Schilderungen. Im vierten Jahrhunderte von Frumentiu«, einem gefangmen Thrier, zum Ehristenthum bekehrt, haben die Abhssinier bi« heute die Berbiaduug mit der koptischen Kirche erhalten. Ihr oberster Bischof, „Abuna" betitelt, wird auch jetzt noch au« Egypten geholl; er weiht und emennt durch Händeauflegen die untergeordnelm Geistlichen, derm Amt e« ist, zu beten, zu singm, die Sacramente zu verabreichm und bei Procesfionen vorzutanzm. Doch sind es weniger die Beine al« der Oberkörper, der bei diesem Tanze iu Anspruch gmommm wird. Man springt nicht, sondem schaukelt dm Körper hin und her. Beim Antritt seine« Amte« kann der Geistliche verheirathet sein, später darf er nie heirathen. Den Unterricht in dm Schulen ercheilen die Geistlichm. vereint mit einer Laimklaffe, Debtera« (Gelehrte) genannt, cm« derm Mitte