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Die Gegenwart · 1867-10-25 · 43 (25.10.1867) · p. Seite 344

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Journal
Die Gegenwart
Volume
1 (1867)
Issue
43 (25.10.1867)
Date
1867-10-25
Page
Seite 344 (sequence 8)
Language
German
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344 ־^׳ Ae Gegenwart felbm nicht minder glühend geliebt zu werden sich wohl bewußt war. Sie hatten beide einander ewige Treue geschworen, und an der Berschiedenheit ihre» Glauben» sollte da» Endziel ihrer heißen Wünsche am allerwenigsten scheitern. — So dachten die Neben, den, — /ander» jedoch, ganz ander» der Vater der Jungfrau und deren Verwandte, welche — in Gemeinschaft mit einem jüdischm Rivalen de« Baron» — alle Hebel in Bewegung setzten, um die Verbindung der ״Jüdin" mit dem ״Ehristen" zu hintertreiben. — Al» aber auf der einen, wie auf der andern Seite, sämmtliche angewandte Mittel fehlschlagen, greift man endlich zu dem der boshaften Verleumdung und wendet sich damit an de» Patrioti«. mu« der Hebräerin, indem man ihren Geliebten der Feindschaft und Derrätherei gegen Kaiser und Vaterland bezüchtigt. Während nun der Kaiser selber diesen Verdächtigungen ein willig Ohr schenkt u»o seinen Günstling fallen läßt, bleibt die Jüdin fest in ihrem Vertrauen -auf den Erwählten ihre» Herzens, unerschüttersich in ihrem Glauben an seine Redlichkeit', und stirbt --- den Tod der ״tragischen Heldin", zu welcher sie vom Dichter gemacht worden. Dieser hat übrigen» auch für da» ausführende Moment gesorgt, indem er — nach Esther» Tode — den Kaiser und den ganzen Hof die Ueberzeugung gewinnen läßt, daß der, Angeklagte stet» unschuldig und die ganze Anklage Nicht« weiter al» eine ge. meine Intrigue gewesen, II. ״Eleazar". Also betitelt sich ein ganz neuer histo. rischer Roman von Friedrich v. Uechttitz, einem gern gelesenen belletristischen Schriftsteller, den bekanntlich auch da« schöne dramalische Gedicht ״Die Babylonier in Jerusalem" zum Verfasser hat. — Eleazar hieß Einer der hervorragendsten Helden indem berühmten Kämpft Juda'» gegen Roma im 1. Jahrhundert n. Ehr., und er ist e» auch, dem der erste und wichtigste Platz in dem neuen v. Uechtritz'schen Werke ^angewiesen. Dasselbe behändst eine der blutigsten und folgeschwersten Episoden au» jener langen KriegSepoche, nämlich den Sturm der Römer auf die Festung Masada und die heldenmüthige Vrrtheidigung derselben Seiten« der Juden, unter denen Menachem dm wildesten FanatiSmu« an dm Tag legt, während sein Neffe Eleazar durch die größte Besonnenheit im Handeln und Leiten sich auSzeichnet. Eleazar liebt die Christin Salome, liebt sie mit echt orientalischer Gluth, bekämpft aber — und da» ist die größte seiner Heldenthaten — die brennende Leidenschaft in seinem Herzen, um nicht zum Berräther zu werden an dem Glauben und der Freiheit seine» Bol. ke«. — Die starke Beste fällt endlich; aber nicht Lebende sind e«, sondern halbverbrannte Leichen nur, die sie. in die Hände der Römer ausliefert. — Herrn v. Uechtritz gebührt da» Verdienst, einen schönen Stoff schön bearbeitet zu haben. Wa» indessen die Uridee anlangt, die seinem Werke zu Grunde liegt, so giebt er selbst zu, daß dieselbe einem andern Dichter und einer andern Zeit ange« hört. Sie hat zum Vater Heinrich v. Kleist, deffen Miß» geschick bekanntlich auch darin bestanden, viele von den Geistes» kindern, die er erzeugt, nicht auch zur Reife und vollständigen Ent. Wicklung gebracht zn haben. Au» ״Eleazar" und ״Salome" hätte eine Trägödie werden sollen. Der Stoff war fertig. Durch Ludwig Robert (den Bruder der Rahel Varnhagen v. Ense) ist er einst dem Verfasser de- Romans ״Eleazar" (Herrn Fr. v. U.) mitgetheilt werden. Frankfurt a. O. Wehl. Inserate. Anfang des Gottesdienstes in bat Gemnll-t-Syilagsgtli. In der allen Synagoge. Freitag, Abend« 5V« Uhr. Sonnabend, Morgens 8% Uhr. (Pred.) In der neuen Synagoge. Freitag, AbcndS 5'/* Uhr. Sonnabend Morgens 8% Uhr. Wei Adolf Cohn, Berlag u. Antiquariat (früher *£?£8. 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