Die Gegenwart
- Journal
- Die Gegenwart
- Volume
- 1 (1867)
- Issue
- 41 (11.10.1867)
- Date
- 1867-10-11
- Page
- Seite 327 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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VafbuT Wochenschrift fftr Jiidische Uogelegeoheitm. 3*7 auf dem Boden wahrer Wohlthätigkeit. in dem Bereiche echter Humanität, da begrüßen wir unalwahre Brüder und Schwestern, sind die Meinung-Verschiedenheiten abgestteist, wir schütteln einander treuherzig die Hände al- Sinder eine- Vater-, gleichviel ob unsere Wiege an den Gestaden der Nord, und Ostsee oder an den Ufern de- Rheine- und der Donau gestanden, und rin Strahl reiner Freude und ungetrübten Glückedurchzittern unser Herz, als ob es nur Eines wäre, bei dem inhaltreichen Werke, dawir heute beginnen; denn bei dieser Gelegenheit fühlen wir in unser« innersten Wesen Saiten berührt, die uns erblich zu eigen gewor» den und überall dieselben harmonischen Accorde Hervorrufen. Es ist gar schön um diese Einigkeit der Herzen; denn Einigkeit macht stark und sie ist e-, die unbefähigt, unser heutige- Unternehmen muthig zu beginnen. Wenn wir einen Rückblick auf die Geschichte Chicago'- und auf die Geschichte der Juden Chicago'« werfen, so können wir uneinegewissen verzeihlichen Stolzenicht erwehren. Kaum 50 Jahre sind eher, da gaben in diesen weiten Ebenen mit Ausnahme einiger kühnen und unternehmenden Weißen bloS>die Wigwamder Indianer Kunde von der Existenz der Menschen« familie, und eine wüste Einöde, von wilden Thieren bevölkert, war da zu finden, wo jetzt eine Stadt von 230,000 Einwohnern mit ihrem Leben und Treiben emporgeblüht. Die Civilisation des 19. Jahrhunderts schreitet rasch voran und die Juden folgen mit entsprechender Schnelligkeit ihren Schritten. Sobald sich eine hinlängliche Zahl jüdischer Familien hier niedergelassen, bildete sich auch eine adäquate Anzahl von Gemeinden und Wohlthätig« keitSanstalten, aber jede ging ihren eigenen Weg, verfolgte ihre eigenen Zwecke, und mit dem beste» Willen konnte nur Weniges auf dem Gebiete deS WohlthunS geleistet worden. Da vereinigten sich im Jahre 1859 die verschiedenen WohlthätigkeitS-Anstalten dieser Stadt zu einem Ganzen unter dem Namen: ״United Hebrew Relief Association" und — Einigkeit macht stark. — Ein neuer Geist und neues Leben durchdrang den vielgliedrigen Körper, deffen einzelne Glieder getrennt nur schwach gearbeitet hatten, und mit jedem Tage wuchs ihm die Kraft, mit jedem Jahre schwoll der Strom seiner segensreichen Wirksamkeit, Dank den unermüdlichen Ansttengungen seiner Führer und Lei« ter. — Jetzt hat die U. H. R. A. eine neue Phase in ihrer Ge» schichte erreicht. Es ist nicht genug, die Armuth in ihrer Hütte, das Elend in seiner verschämten Zurückgezogenheit aufzusuchen, eist nicht hinreichend, die Lhränen des Jammers im Stillen zu trocknen; die Verhältnisie machen eauch oft gebieterisch nothwendig, die Kranken und Leidenden aus ihren eigenen und beschränkten Hütten herauözunehmen, um die zerrütteten Kräfte in gesunden luftigen und hohen Zimmern unter der -Pflege tüchttger Wärter, unter der Aufsicht kräftiger Aerzte zu stärken und wiederherrustellen, um sie zu kräftigen zum neuen Lebenskämpfe. Diesem humanen Zweck soll da- Gebäude geweiht sein, zu dem Sie, Herr Präsident, im Begriff stehen, den Grundstein zu legen. Wohl Ihnen und uns Allen, daß wir durch Einigkeit ge» stärkt, diesen Grundstein heute legen können. Wohl Ihnen und un-, daß nach dem Plane und Kostenanschläge zu schließen, diese- Gebäude an äußerer Schönheit, innerer Einrichtung und günstiger Lage die Synagogen, Schulen und Privathäuser der Beitragenden durchschnittliche bedeutend übertrifft. ES legt die» eiuen herrlichen Beweis für Ihre Opferfähigkeit ab, eine,, Beweis, daß Sie sich und Ihren Kindern lieber manches Angenehme entziehen) um es der leidenden Menschheit zuzuwenden. Wohl Ihnen und uns. Men, daß Sie sich heute in dieses Gebäude ein Denkmal setzen, daan Dauer und Nützlichkeit GsabeS-Monumente bei weitem übertrrffen wird, besten wohlthuende Wirksamkeit biin die fern» sten Zeiten reichen und nach Jahrhunderten gewesten wird, und wenn wir langst vom Schauplatz der Erde abgetreten sind, da werden unsere Kinder und Enkel noch immer mit Befriedigung im Hinblicke auf diese- Gebäude ^sagen: Unsere Väter und Mütter haben bei der Errichtung diese- Hospitalmitgewirkt! Noch mehr! Da- Gebäude, dawir heute aufzusühren beginnen, wird noch nicht ein vollendete- Ganze-, sondern überläßt un- oder unfern Kindern die weitere Ausführung für spätere Zeiten. Bon welchem Werthe ist da nicht da- Beispiel, da« wir ihnen gegebra. Können die Kinder vernunftgemäß anstehen, dain entsprechender Weise zu vollenden, wa» die Ellern so schön begonnen. Wenn wir der Einbildungskraft, die der gütige Schöpfer dm Menschen verliehe», ein wenig Spielraum geben, so steht da- Hospital, dawir schon oft im Plane gesehen, 80 bei 42, m einem einfachen aber'ansprechenden Style fertig vor dem Auge unsere- Geisteda. Wir sehen Hineinwanken oder hineintragen schwache, hinfällige Gestalten jeden Alters, Geschlechtes und Stande-, ohne Unterschied der Confessio«^ und nach.kürzerem oder längerem Aufmthalte sehen wir sie wieder hinauSziehm mit neuer Spannkraft, freudestrahlenden Angesichte-, mit einem Segen im Herzen für die Gründer und Erbauer dieser Anstcfit. Dieser Segen gilt Ihnen meine Zuhörer, gilt Jedem, der zur Erbauung dieses Ho« spitals beigettagen. Sollten wir da nicht freudig mit vollen Hän׳ den hergeben und wenn es Noth thut, unfern Beitrag verdoppeln, um diese- Gebäude nach innen und außen herrlich herzustellrn? Einigkeit hat >mstark gemacht, diesen Bau zu beginnen, stehen wir in Einigkeit fest zusammen, um ihn würdig zu vollenden. Hierauf sprach Herr Henry Greenebaum in englischer Sprache. (Die ״Jll. St." ist unnoch besonder«;»gekommen, um obigen Auszug aufzunehmen.) (Schluß folgt.) Noch einmal die Dinin von Menachem. (Siehe Gegenwart Nr. 3b S. 280 und Nr. 37 S. 296.) Daß Menachem aus Merseburg ein ספר דינין verfaßt hat, war mir au- Fürst'S Bibliotheca Judaica hinlänglich bekannt. Ob aber dastelbe sich handschriftlich in Oxford befinde unv weß Inhalte» eS sei, weiß ich zur Stunde noch nicht, da mir der 6atl. Bodl. unzugänglich ist. Ich erlaube niir daher den Anfang und Schluß des hiesigen MannscripteS hier mitzutheilen, und nochmalS uw gefälligen Aufschluß über die Autorschaft dieser רינין zu bitten. דין דפסק דייר מאיר מי שמחריב שבועה והשביעוה שלא בפני התובע לדעת המקום ועל דעת בית רין אינו חייב לישבע פעם אחרת בפני התובע אבל לכתחילה אין משביעין אותו אלא בפניו כי היבי דליכסיף ולודו בראמרינן בכתובות פרק הכותב. בא דין דפסק רבי' תם ורבי׳ שמשון דמוחר לישראל להלוות מעותיו ברבית גמור לישראל אחר ע״י גוי. ר׳ל שיתן הלוה משכון ביד הגר ויאמר לו לוה מישראל כך וכך שישוח המשכון בנגד החוב ויותר בדרך מלוה על המשכון והגוי ילוה מן היהודי וסיר הגוי יקבלם ויהא מסולק לוה מז המלוח שחגר אם ירצה יפרה את המשכון ולא הלוח כלא דעת המלוח וכן נהגו גדולי צרפת .. אך היד מאיר מחמיר ולדברי הכל אינה יוצאה כדיינין דלא עדיף מאבק רביח. וראייתם מפרק אי והו נשך. Dr. H. Jolowicz.