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Die Gegenwart · 1867-09-20 · 38 (20.9.1867) · p. Seite 303

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Journal
Die Gegenwart
Volume
1 (1867)
Issue
38 (20.9.1867)
Date
1867-09-20
Page
Seite 303 (sequence 7)
Language
German
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Ccrtmcr vocheuschrist für Jüdisch« «a-rlegr»h«itm. 80» Kvhelet 8, 10 (vergl. LXX und Mivr. Rabb. zur richtigen LeSart l) und II. Könige 23. 7 auch hierher gehört, lassen wir dahin gestellt. Jedenfalls wird (Jesaj. 8,12) dem Zusammenhang nach קרש gefordert für קשר. Nennet nicht heilig, sagt der erhabene Mann, was die- Volk heilig nennt; Jahwe der Hetrschaaren, den nennet heilig! — Und war eein Priester oder ein Prophet, es war nur nach einem langen Pingen nach Wahrheitmöglich, daß er die er« habenen Worte niederschrieb Levit. 18, 1: Heilig sollt ihr sein, denn heilig ist Jahwe, Euer Gott. E» mußte schon beherzigt worden sein die Lehre, daß auch die ״heiligen Himmelsgestalten" vor Jahwe nicht rein find. Ja weiß mau erst, daß in Gibea und Gilgal wirklich noch Jakob und andere ״Heilige" als himmlische Gottheiten angeschaut unv auch noch verehrt wurden, so be« greift man, warum Jesajas II. Kap. 43, 27 ebenso wie Hvsea die ״Urväter" von ihrer Höhe herabzuziehen und ihnen jeden Hei« ligen'RimbuS abzustreifen suchen, sittliche Makel, an ihnen vorzei« gend. ES spricht sich darin derselbe Gedanke au-, wie wenn Jes. 63, 16 sagt: Du Jahwe bist unser Bater, unser Berwandter; Abraham hat uns nicht gekannt, Israel ist nichtverwandt mit uns. — Bis es aber dahin kam, mußte Jahwe eine Zsit laug als אל עליון oberster Gott verehrt werden. Für da» Volk gab e» zur Zeit de» Samuel wirNich nur die sichtbaren אלהים אדירים I. Sam. 4, 8, deren Gestalten man vor Augen haben mußte; aber für die Besseren de» Volkes gab es schon eine unsichtbare ideale Gestalt Jahwe Zebaoth, der über den himmlischen Gestalten, den Cherubim u. s. w., thronte. Jahwe war zum ftö« uig geworden, heißt eS!.Deut. 33, b), nachdem Mose» ihnen Satzung gegeben hatte, als die Stämme sich vereinten. Die Stammesschutzgottheiten stellten sich eben unter die Oberhoheit Jahwe'S, der zum Gott der Götter und zum Herrn der Herrn geworden war, und gaben immer mehr von ihrer Selbstständigkeit an dieses oberste Wesen ab, daüber den Himmeln thronte und ״Himmel und Erde geschaffen hat", bis der ganze MehrheitSbe« griff אלהים zu einer untheilbaren Einheit in der religiösen Volks« anschauung sich festsetzte. Und die» war da» große, das Größte anbahnende Werk MofiS. Zur Literatur über ״Palästina." Bon L. Weyl in Frankfurt a. O. (Schluß zu S. 896.) Nur sehen wir in dieser Beziehung den Unterschiev obwal« ten, daß von den Einen mehr die biblisch-historischen, von den Andem dagegen mehr die physisch. geographischen Momente in» Auge gefaßt worden. Conrad Furrer gehört den Letztern an. Er spricht zu« vörderst von dem Salzgehalte des SeeS, der aber, trotz seiner ungeheuren Stärke, dem prächtig klaren Wasser nicht im Minde« sten anzosehen sei. Ein Tropfen de» SeewasserS auf die Zunge gebracht, lasse daselbst einen höchst widerlichen (salzig.bittern) Ge« schmack zurück. Jeder von diesem Wasser benetzte Körper sei ö l ijg anzufühlen, — waS aber aufhöre, sobald der Körper wieder trok« ken geworden, — während dagegen ein vom Seewasser ganz durch« näßteS Tuch auch nach seiner völligen Austrocknung den öligen Charakter nicht verliere, vielmehr in unfern Fingerspitzen fortwäh« rend da». Gefühl errege, als wenn sie einen Gegenstand betasteten, den wir vorher in irgend eine fette Flüssigkeit getaucht haben. — Wer im Salzfeewaffer bade, werde erfrischt und erfahre an seine« Körper weiter keine unangenehmen Folgen, als daß seine Lippen auffchwellen und springen, was iudeß mit der Zeit auch wieder vergehe. — Die Spuren des; auf die Kleider gespritzteu, Wasserzeigen sich in zurückgebliebenen ״weißen Flecken", die etwa wie Wachstropfen aussehen. — Die salinisch« Stärke de« qu. Wassers sei endlich darin zu erkennen, daß au» dem getrock« ueten Kopfhaar dessen, der im See gebadet, sich allemal ein ganze- Häuflein Salz zusammenbringen lasse. Beziehentlich der Thiere, welche in resp. an dem See au, getroffen und nicht angetroffen werden, sehen wir unfern Schwei« zer theils über seine Vorgänger hinausgehen, theil» aber apch hin» ter denselben Zurückbleiben. Er läßt nämlich auch Singvögel in zahlreichen Chören an den Ufern de« See'« ihre muntern Lie« der anstimmen und fröhlich zwitschernd, über die Fläche de- Was« serS dahinfliegen, die Fische aber, die der Jordan etwa in die salzige Fluth hineingespült, innerhalb derselben alsbald absterben. Die Reisenden ,c. hingegen, auf die Rathgeber (dessen wir in diesem Artikel bereits gedachten) sich beruft, wollen an und über dem See nur gewisse Arten von Raubvögeln, — in dem See je« doch allerlei Fische in großer Menge lebend entdeckt haben. — Nach Furrer sollen im Wasser des Salzsee'» nur Thiere ganz niederer Stufen, wie korallenbilde Polypen rc., leben und sich ent« wickeln können. — Doch, dem sei. wie ihm wolle, — jedenfalls ist, wie auch Rathgeber (Pal. V.) richtig bemerkt, längst der krasse Aberglaube beseitigt, daß sogar jeder Vogel, der über den See dahiuflöge, von dessen Ausdünstungen sofort vergiftet würde und völlig todt in- Wasser herabfallen müßte. Die geographische Ausdehnung de» Salzsee'- anlangeud, so stimmt der Verfasser nicht ganz mit dem gelehrten Touristen Schubert (der seit 1837 einige Mal iin Morgenlande gewesen) überein. Denn obschon er, gleich diesem den See durchschnittlich 3 deutsche Meilen breit sein läßt, so giebt er doch dessen Länge auf 8 Meilen (16 Stunden) an, während sie nach Schubert 11 bis 12 Meilen betragen soll. Hinsichtlich der Lage de- Wasser« spiegel» resp. der Ufer de» See'« unter dem Niveau des mittel« ländischen Meeres sehen wir zwischen Furrer und Schubert sogar eine Differenz von mehrere hundert Fuß obwalten. — Au» eben der ungemein tiefen Lage de» Salzsees, sowie aus dem Umstande, daß er überall ״zwischen schroffen Felsen eingezwängt", erklärt Furrer die merkwürdige Erscheinung, daß man hier oft schon im Frühjahr einer wahrhaft tropischen Hitze auSgesetzt sei, die da Alle» versenge, waS nicht durch Qnellwasser geschützt werde. Wo aber solches vorhanden, da sehe man, wie in Ain Dscheddi (Cn-Gedi) eine wahrhaft tropische Vegetation sich entwickeln. Bei Gelegenheit de» letztgenannten Ortes erinnert der Verfasser an die Süßwasserquelle, die ״einst Palmen- und Balsamstauden erquickt" habe, so wie auch an ״die Eypertraube im Weingarten En-Gedi'S", von welcher im Hochlied Salomo'S (er meint Schir Haschirim I. 14) gesungen worden. Noch eine andere Bibelstelle, nämlich JeheSkel 47, 8 rc., in da- Gebiet seiner Betrachtung hineinzuziehe», wird der Berfaffer durch den schauerlichen Eindruck veranlaßt, der von der Gegend de- Salzmeereauf sein eigene» Gemüth hervorgebracht worden. Er schildert — um zugleich damit den Namen ״datodte Meer" zu erklären — jene Gegend als eine solche, wo in der That die ״Stille de» Todes" herrsche und auch dadurch nicht weiche, daß da und dort Vögel an den Ufern singen, der Pflanzen niancherlei die Felsen überranken, Pilger und Beduinen mit ihren Maulthie« ren im Sande rastend sich lagern. Von allen diesen Dingen werde die Gegend nicht belebt, werde der Eindruck unendlicher

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