Die Gegenwart
- Journal
- Die Gegenwart
- Volume
- 1 (1867)
- Issue
- 38 (20.9.1867)
- Date
- 1867-09-20
- Page
- Seite 297 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Bl. erwähnte Gemeinde-HauShaltS-Uebersicht pro 1866 ist diesmal von einer Ansprache an die Mitglieder unserer Gemeinde begleitet. Die diese Ansprache einleitende Vorbemerkung, daß, außer der Uebersicht der JahreSabschlüge, offizielle Mittheilungen über die Lage de« Gemeindewesen« von Zeit zu Zeit (also nicht alljährlich) gegebm werdm, bezieht sich, wie un« scheint, auf einen Einwurf,׳ der u. A. in d. Bl. zur Sprache kam und bei ver vorjährigen Publikation die Beigabe einer erläuternden Ansprache vermißte. UebrigenS ist zu konstatiren, daß, seitdem die Berhältniffe unserer Gemeiner eine geregeltere Gestaltung angenommen, d. i. etwa seit dein Jahre 1855, die HauShaltS-Uebersichten in der Regel von einer solchen Ansprache begleitet waren. Nur die Berichte pro 1863 und 64 (welche beide im Jahre 1865 erschienen) machen eine Ausnahme. Mit diesen Berichten zugleich wurden jedoch damals die Ansprachen des VorstandeS betreffend den Eonflikt zwischen Vorstand und Repräsentanten-Bersammlung der Gemeinde übergeben, begleitet von aussührlichen Aktenstücken. Was den diesjährigen Bericht betrifft, so beschränken wir uns darauf, für unsere auswärtige» Leser die wesentlichsten Punkte deffelben wiederzugeben, und einige Bemerkungen daran zu knüpfen. — Die laufenden Einnahmen betrugen in Summa 83,001 Thlr. (im Vorjahr 70,925 Thlr.), die laufenden Ausgaben 80,173 Thlr. (im Vorjahr 73,879 Thlr.). Die Einnahmen zu bestimmten Zwecken betrugen 116.362 Thlr. (im Vorjahr 98,030 Thlr.) die Ausgaben dieser Art 86,444 Thlr. (im Vorjahr 94,771 Thlr.) Der Kassrnbestand war am 31. Dezember 1866: 36,498 Thlr. (am 31. Dezember 1865: 3,753 Thlr.). Gehen wir auf Einzelnheiten -über, so haben wir den wiederum erheblichen Zuwachs der Gemeinde an beitragenden Mitgliedern zu registriren, derm Zahl seit dem Jahre 1864 von 3700 ans 4346 gestiegen ist. Von welchem Einflnffe dieser Zuwachs auf die Einnahme der.Gemeinde-Hauptkaffe gewesen, ergiebt sich auder eingetretenen Erhöhung der Beiträge von 65,227 auf 70,637 Thlr. Ja mindestens nicht geringerem Maße hat aber durch den fortdauernd wachsenden Umfang der Gemeinde auch der Bedarf sich in allen Zweigen der Verwaltung gesteigert und sind enamentlich die Unterricht«- und WohlthätigkeitS-Jnstitute, für welche, ihreerweiterten Wirkungskreisewegen, die Zuschüsse au« der Gemeinde-Hauptkaffe beträchtlich haben erhöht werden müssen. In der Knabenschule ist im Lanfe der letzten zehn Jahre die Zahl der Zöglinge von 357 auf 664, also fast bi« zu ihrer Verdoppelung gestiegm. Es haben daher in der früher an« a ch t Klaffen bestehenden Anstalt die Klaffen Ul. bis inci. VII. in Parallclcöten getheilt werden müssen, so daß sie nun 13 Klaffen hat. Mit Einschluß de« Rectorwirken an derselben siebenzehn Lehrer und — unter Aufsicht de- Dirigenten und der resp. Klassenlehrer — auch noch Primaner der mit der Schule in Berbiadüng stehenden Lehrer-BildungS-Anstalt. deren LectionSplan dem Gerichte ebenfalls beigegeben ist. Mit der Specialaufsicht der Knabenwie der Mädchenschule war von der städtischen Schul-Deputation bi« zum Jahre 1866 der Gymnasial- Direktor Herr Professor vr. Bonnel! u. ist gegenwärtig, wie wir schon früher mitgetheilt haben, der Dirigent des Sophien-GymnasiumS Herr Professor vr. Paul betraut. Die Gemeinde-Knaben-Schule hat einen Zuschuß von 6263 Thlr. (im Vorjahr 5762 Thlr.). Einen ebenso lebhaften Aufschwung wie die Knabenhat auch die Mädchenschule genommen, die, im Jahre 1835 mit 80 Schülerinnen al« zweistufige Elementar-UnterrichtSanstalt eröffnet, in neuerer Zeit mit Rücksicht auf ihre Leistungen als ״Mittel-Töchterschule" anerkannt worden ist. Gegenwärtig zählt dieselbe 420 Schülerinnen und besieht sie nach dem gleichfalls angeschlossenm LectionSplane aus acht Klassen, in welchen außer dem Dirigenten der Anstalt, fünf Lehrer und vier Lehrerinnen den wissenschaftlichen und fünf Lehrerinnen den Unterricht in weiblichen Handarbeiten ertheilen. Ihre« erweiterten Umfange« wegen haben dieser Anstalt, nachdem da« in der Heidereutergaffe Nr. 4/5 belegene SchnlhauS restaurirt worden ist, auch noch die angrenzenden Räume in der oberen Etage des Gemeindehauses Rosenstraße Nr. 2 überwiesen werden müssen. Der Zuschuß der Gemeinde beträgt 4265 Thlr. (im Borjahr 3884 Thlr.). Nicht minder erfreulich sind die Fortschritte der ip, Jahre 1854 ntit 71 Zöglingen eröffneten Religionsschule, welche deren jetzt 305 zählt. Die Leitung dieser Schule ist nach dem Abgang ihres früheren Dirigenten, de« an da« jüdisch-theologische Seminar zu Bre-lau berufenen vr. Rosin, dem Herrn vr. 38