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Die Gegenwart · 1867-09-06 · 36 (6.9.1867) · p. Seite 281

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Journal
Die Gegenwart
Volume
1 (1867)
Issue
36 (6.9.1867)
Date
1867-09-06
Page
Seite 281 (sequence 1)
Language
German
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Dkutschl-Nd«, geblendet durch bie Namen der Lehrer deSz Seminar«,!vödchhUAostalt, an der dieselben wirken, die höchstes Achtung, zu den dort a»Sgebildeteu Schülern da« größte Berlrauen ׳ haben. j Wir wissen, wa« Frcknkel in der systematischen Entwicklung s mid Darstellung weitschichtiger, talmndischer Rechtsfragen geleistet, j rstWtn'Atr Septuaginta und sein letztes, we« Theologen heranbilden. — Diese Theologen sollen wiffenschaftlich, also wohl auch theologisch-wissenschaftlich gebildete Männer sein. Die wisienschaftiich-jüdische Theologie hat enun vor allem mit dem wissenschaftlichen Studium der Bibel und de« Talmud wis« senschaftlich zu thux. Daß da» Studium de« Talmud ein anderesein muß, al« e« auf dem alten Ieschiboth gehandhabt wurde und wird, darüber ist kein Wort zu Volieren. Freilich ist die Negation — wie na«, tkrlich —r-auch hi« leichter als die Position. In welcher Weise da» talmvdjsche Smdiym wissenschaftlich betrieben werden soll,׳ ikse Frage —7 e« liegt dies in der Natur des Talmud — wird sverschiedenen Gelehrten und Lehrern auch verschieden beant-, ortet werden. Auerbach in Halberstadt durfte darüber ander« denken"lkk» Frankel in Breslau und dieser wiederum ander« als Lebrecht in Berlin. Wie aber das Studium, da« wissenschaftliche Studium der Bibel gelehrt und getrieben werden solle, das ist nicht fraglich, hier gilt, was vou dem Studium jedes Schriftstellers gilt. Wis« senschaftlich wird da» Studium eine» Schriftsteller« nur dann ge זמז■ «or wir kennen seine Borst! gen ciuiger^Sätze von Samson Raphael. Hirsch und Genosse» ^^lehrt!mb getrieben, wenn man alle auf seine Erklärung bezü^> .1A 1kl) M.I CL Jim .M. «1« U.! M f Jl ttl.l, fl Jwttt IlltfAllWltW« W1A kllH Mm■ AMAl« I^Ali I.UM.I. f .Lm! verketzerte« Werk, die Hodegetik in Mischnam rc., wir schätzen ihn als einen der sehr wenigen wissenschaftlich gebildeten bedeutenden Talmudisten. die den Talmud eben wissenschaftlich durchforscht und bearbeitet. Wir kennen Grätz'S Schriften, wir anerkennen den Fleiß, die Gewandtheit der Darstellung, die Liebe und Hingebung an die Sache, die in denselben sich kundgicbt. Und. BernayS, der nicht mehr die Anstalt ziert, wir wissen, welchen Play er unter den Philologen einnimmt, wir wissen, wie wenige Univer« sitätSlehrer Deutschlands in der Lebendigkeit und Anschaulichkeit des Vortrages, in der Einwirkung und Anregung der Zuhörer ihm gleich kommen. ^Da« Alle« anerkennen und wissen wir. Das Alles aber beweist noch nichts für die Dortrefflichkeit der Anstalt, an der diese Männer wirken oder gewirkt haben. Man kann ein bedeu« tender Gelehrter sein und braucht darum noch kein vortrefflicher Lehrer zu sein, man kann um eine Wissenschaft sich Berdienst erworben haben und braucht darum kein Mann zu sein, der auf junge Leute zu wirken versteht, man kann in Folge seiner wissenschaftlichen Leistungen ein bekannter, ein berühmter Mann sein und braucht darum kein Mann von Charakter, von Festigkeit de« Standpunktes, von UeberzeugungSmuth und Treue, von Wahr- Hastigkeit de« Sinnes zu sein. Dieser allgemein bewährte und hier allgemein hingestellte Satz, soll nicht auf die oben bezeichneten Männer angewendet werden. Er soll nur im Allgemeinen zeigen, wie man aus wissenschaftlichen Leistungen des LehrerkollegiumS einer Anstalt auf den Geist derselben noch nicht zu schlie« ßen berechtigt ist. Daß und wie aber im Besonderen in Betreff de« Seminarö jener Schluß falsch ist, zeige zunächst folgende Erörterung. Da« jüdisch-theologische Seminar in BreSlau will jüdische lichcn Forschungen, besonders die der neuere» Zeit, kennen lehrt und lernt. Auch am jüdisch-theologischen Seminar zu BreSlau wird diese Sitte befolgt in der Erklärung — ei»;einer Theile der Bibel. Die Propheten, die Psalmen, Hiob werden nicht interpretirt, ohne daß^der Vortragende Lehrer auf die bedeutenden Exegeten der neueren Zeit, auf Ewald, Hitzig, Hnpfeld, Schlottman u. A. ebenfalls, ja noch mehr und weiter Bezug »inimt, als ans die jüdischen Interpreten vergangener Jahrhunderte. Nur der Pentateuch, der — wir spreche» hier nur von der ersten Klasse des Seminars — von einem anderen Lehrer e»klärt wird, wird einzig und allein mit Hinzuziehung der Conimcntare von Salomo Iizchaki (Raschi) (10.39—1105), Ibn Eöra (1088—1167) und NachmanideS (um 1232) interpretirt. Bon den Pentateuch'Erklärern und Forscher» der neueren Zeit verlautet da nichts. Man frage all die Hörer de« jüdischtheologischen Seminars zu BreSlau, die die Aiistalt in Ehren ver« lassen und jetzt wohlbestallte Rabbiner sind, man frage die bei weitem größere Zahl der Leute verfehlten Berufs, die am BrcSlauer Seminar der theologischen Earriere valet sagen gelernt, — ich denke man kann auch die jungen Leute fragen, die gegenwärtig Zöglinge deö Seminars sind, — man frage sie: WaS habt ihr in den Auditorien de» jüdisch-theologischen Seminars zn BreSlau zu hören bekommen von den kritischen Untersuchungen, die in der nenereu Zeit über den Pentateuch angestellt worden sind? Wa« wisset Ihr durch Eure Lehrer von einer Einleitung in die biblischen Schriften von Eichhorn bis Bleek? WaS wisset Ihr — durch Eure Lehrer — von den verschiedenen Erzählern, die Ewald u. B. im Pentateuch und den ersten Propheten annehmen? Wa» wisset Ihr — durch Eure Lehrer — von Geiger« ״Urschrift und Uebersetzungen der Bibel". Der Ehrliche und Unbefangene wird 3s

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