Die Gegenwart
- Journal
- Die Gegenwart
- Volume
- 1 (1867)
- Issue
- 34 (23.8.1867)
- Date
- 1867-08-23
- Page
- Seite 265 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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/ SteM BUtt aMttei HMa Mxtti Oowntl.fSri« »iatcUiUtI B,q»>»dl«, ■ak «*»•«■P mtryttuwnt Die Gegenwart. JitiUMi■ fit Mdttkactt•■ r Berliner Wochenschrift für Jüdische Angelegenheiten. Freitag, Len 23. «August. R». 34. Erster Jahrgang. 1867. Inhalt: ttarropoabnqra: Balm, Balm, (Stufen, Mat» Qalaq, Lrmbag, London, Komorn. — Sin alte» Statnt da jüdisch« Srankenvayflejnns»«!. statt zn Baün. — Zur (Seschichte de« Unterricht« da israelitisch« Jngmd in Wim. — Literntnr-Kericht. — Josephn« mid dir Zerstörung Jernfalem«. — Vertnifchtr». — VitanjrnUffo-Instratr. * Berllu, den 20. August. Der ״Staatsanzeiger" vom 16. d. M. veröffentlicht folgenden Allerhöchsten Erlaß vom 24. Juni 1867: ״Auf den Bericht vom 6. Juni d. I. will Ich in Abände. rung der Bestimmungen des §. 11 des Gesetze» über-' die Verhältnisse der Juden im Herzogthum Holstein und de» 8- 46 der Verordnung vom 8. Februar 1854 über die Verhältnisse der- Ju> den im Herzogthum Schleswig hierdurch dir Befugniß zur Ernennung der jüdischen Geistlichen in den Herzogthümern EchleSwig und Holstein, sowie zur Festsetzung der denselben au» Gemeiudemitteln deizulegenden Einnahmen den betreffenden Regie» rungen übertragen.' Berlin, den 24. Juni 1867. Wilhelm. v. Mühler. Gr. zu Eulenburg. An die Minister der geistlichen. Unterricht», und Medizinal-Angelegeuheiten und de» Innern." * Berlin, dm 19. August. Gestern fand eine öffentliche Repräsentantenversammlung statt. Den Vorsitz führte iu Stellvertretung Herr Geh.-R. I. W. Mayer; als VorstandScomniisiarien fungirten die Herren Baßwitz und Co1nm.-R. Liebermann. Nach geschehener Prüfung einiger Spezialabschlüsie, sowie de» HauptrechnungSabschluffe», wurde dem Gemeinde-Borstande pro 1866 die Decharge ertheilt. Da die HauShalt»übersicht nun« mehr wohl recht bald veröffentlicht werden wird, so behalten wir uns bi» dahin einen eingehenden Bericht vor. Einstweilen heben wir nur hervor, daß der Armen-Eommission für da» verflossene Jahr zur Deckung eine» Deficit» von 1516 Thlr. 22Sgr. 2 Pf. nachbewilligt worden sind. Auch bei der Knabenschule gab e» ein Deficit von 228 Thlr. 6 Sgr. 6 Pf., da» durch Beschluß der Repräsentanten-Versammlung nachträglich gedeckt worden ist. Für Reparaturen im Krankenhause sind 450 Thlr. und für Reparation an dem Grundstücke der alten Synagoge 474 Thlr. bewilligt. , Für die minder günstig situirten Stände in der neum Synagoge find die Miethspreise Herabgesetzt worden. Die für die geheime Sitzung bestimmte Dorbeterwahl konnte, wie wir hören, nicht vollzogen werden, da nur 13 Mitglieder de- Collegium» anwesmd gewesen find, währmd statutenmäßig bei der Wahl von Lultu-beamten mindestm» 14 anwesmd sein, müssen. r Tuest«, 9. August. Der hiesige Humanität-verein (Gmiluth Ehaffadim), welcher Krankenpflege und Armmunterstktznng bezweckt, hat, bei einer durch besondere Umstände herbeigestlhrtm Gelegenheit, Veranlassung genommen, den um da» Judenthnm so sehr verdimtrn Sir Moses Montefiore unv dessen treuen Begleiter Dr. Ludwig Loewe, zu Ehrenmitgliedern zu ernennen. Beide Herren haben diese Ehrenbezeigung angenommen und in Würdi- Fung derselben dem Verein auf da» Freundlichste ihre Unterstützung zugesagt. Ihre Briefe an den Vorstand de- Vereinfind gm Tage der Abreise nach der Moldau und Wallachei geschrieben, wohin sie bekanntlich unterwegs sind, um den dort auf die unmenschlichste Weise verfolgten Glaubenilgenossen Hilfe und Beistand zu bringen. Möge diese edle Absicht mit Erfolg gekrönt werdm. — Da- Verfahren der Regierung (s. Nr. 33 der Gegenwart) in Sachen unsere- Gymnasium» macht überall einen sehr unangenehmen, ja fast schmerzlichen Eindruck. Der Magistrat hiesiger Stadt wird sich selbswerständlich diesem seltsamen Perfahren gegenüber nicht ruhig Verhalten und geeigneten Ort» da- ׳'gegen remonstriren. Hoffentlich (V?) wird die bleße Remonstrativ» ausreichen und die Stadt sich nicht erst in die Rokhwenvigfeit versetzt sehen, ihren Rechtsanspruch bei den Gerichten zu derfolgen. ES verdient wohl noch bemerkt zu werden, daß die Stadtgemeinde dem Staat bei Uebemahme de» Gymnasiums da» neuerbaute Gymnasialgebäude ohne weitere Entschädigung überlassen hat und die Kämmereikasse außerdem jährlich einen Znschuß von 2000 Thlrn. zur Unterhaltung der Anstalt zahlt, daß der Staat so augenblicklich noch eine» Ueberschuß au» den Revenuen erzielt, daß endlich die Juden keinen kleinen Bruchthril der hiesi. gen Bevölkerung bilden und zu den Höchstbesteuerten in unserer Commune zählen, daß sie demnach wohl an u»d für sich ein Recht habe», an einer zum Theil auf ihre Kosten gegründeten und unterhaltenen Anstalt nicht al- Parias behandelt zu weiden. Wien, 17. August, Der ״Neichenberger Leitung" wird von hier geschrieben: Es bestätigt sich, daß unser Botschafter in Rom, Baron Hübner, günstige Nachrichten iu Betreff der EoncordatS-Frage mitgebracht hat. Die Curie soll ihre Geneigtheit haben durchblicken. lassen, über Abänderung mancher wesent« llcher Bestimmungen de» Concordate« in eine Verhanklting einzngchen. Zunächst soll man sich iu Rom darein gefügt haben, daß die bindende Kraft des Concordateo nur für diesseits der Leitha vertragSrechtlich anzusehen sei unv daß in Ungarn ein für allemal jeder Versuch der Durchführung drS ״Staat», vertrage«" stillschweigend unterlassen werde. Die eben vom Centenarium heimgekehrten ungarischen Bischöfe scheinen in Rom nicht verabsäumt zu haben, ein richtige» Bild ihrer Situation darzulegen. Die Redseligkeit des schweigsamsten der ungarischen Mini« ster, de- Cultu-minister« Baron Eötvö», in letzter Zeit, sein Aufruf an die Intelligenz drS Lande» in Betreff der VolkSbilvungS- Vereine, sein aalglatter, aber trotzdem Kraft athmender Brief an den Fürst-Prima» in Betreff der Beiziehung de» ivelillchen Ein- 34