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Die Gegenwart · 1867-08-16 · 33 (16.8.1867) · p. Seite 264

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Journal
Die Gegenwart
Volume
1 (1867)
Issue
33 (16.8.1867)
Date
1867-08-16
Page
Seite 264 (sequence 8)
Language
German
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264 Di« Otga&art -׳/ menschlich«« Gerechtigkeit, und die Kirche, welche ihre Tempel für den Dienst dieser Gottheit errichtet, kennt keinen Unterschied der« schiedener kirchlicher Bekenntnisse; denn der Ausdruck sklavischer Furcht vor der schwankenden Macht unmenschlicher Götterpersönlichkeiten ist für sie nicht Religion, ist für sie das Gegeutheil: die Leugnung der Religion. Für die Religion der Zukunft hat bis zum heutigen Tage in der Weltgeschichte noch keine Kirche bestanr den; nur in unbeachteten Winkeln der dem täglichen Gebrauch geöffneten Tempel finden sich Spuren einer Ahnung von der ewigen Macht einer bisher mißachteten Gottheit; e» sind die unscheinbaren Altäre deS unbekannten Gottes. (Schluß folgt.) Vermischte». — Während des Aufenthaltes de» Sultan» in Pari» wurde alle» Fleisch für diesen und sein Gefolge von einem jüdischen Fleischer besorgt. (Bekanntlich lassen die Muselmänner in Städten, wo auch Juden wohnen, das Weh von diesen schlachten). — Baron Ferdinand von Rothschild, deffen junge Gattin vor einigen Monaten an den Folgen de» Wochenbettes verstorben, hat die Gründung eines Hospitalzum Andenken an die.Verstor« bene beschloffen. Bereit» ist der Grundstein gelegt. Der großmüthige Stifter hat 10,000 L. St. für den Bau bestimmt. — Die russische Regierung nimmt jetzt in Polen sehr starke Aushebungen vor. Sie will Alle» in den Aufstandsjahren Dersäumte nachhclen. Den Juden hat sie e» jedoch an die Hand gegeben, sich vom Militärdienst zu befreien. Sie brauchen sich für die Vergünstigung der Militärbefteiung nur — taufen zu kaffen! Gnesen. (Sine Illustration zur Gleichberechtigung der Eonfessionen.) Der ״Ostd. Ztg." wird geschrie« ben: Das seither städtische Gymnasium Herselbst wurde von Michaeli» vergangenen Jahre» ab vom Staate übernommen. Gleich bei Gründung dieser Anstalt ist auch auf den jüdischen Religionsunterricht Bedacht genommen worden. Da nach dem Uebernahme-Vertrage da» Gymnasium mit allen Rechten und Verbindlichkeiten auf den Staat übergegangen ist, so konnte dabei gar nicht an die Möglichkeit gedacht werden, daß nicht auch die Beibehaltung dejüdischen Religions-Unterrichte» am Gymnasium darunter^ gemeint sei. Leider sind wir hierüber eine- Anderen belehrt worden. Wie kürzlich den städtischen Behörden gemeldet wordm, soll der Gymnasial-Direktor vom Provinzial-Schulkolle« ginm angewiesen worden sein, dem als Religionslehrer ftiugirenden Rabbiner vom 1. September c. ab zu kündigen und sollen die für den jüdischen Religions-Unterricht bestimmten 60 Thaler künftighin in Wegfall kommen. Dieses Verfahren erregt hier in den betheiligten Kreisen allgemeine- und gerechte» Erstaunen. Mag es der Staat immerhin mit den von ihm bisher befolgten Prinzipien nicht vereinbar halten, an den von ihm gegründeten und unterhaltenen ähnlichen Anstalten für Erthcilung deS jüdischen Religions-Unterrichtzu sorgen, so sftht doch in dem vorliegenden Falle der Anwendung diese- Grundsatzes eine ganz be« stimmte kontraktliche Verbindlichkeit entgegen. Briefkasten. 8t üt Ä.: wird ml lieb («n. eit Qmm anfttnllrt Weiten. - 8t 8t. Wes Mt die höchst interessanten (!) biographischen Notizen freundlichen Dank. Doch werden tttr wohl keinen Gebrauch davon mache», zumal da der Wann anch ohne diesattsam gerannt ist. Man kann einem anständigen Menschen nicht zumuthen, sich mit dem Mainzer ״Eenlralorgau zu befasse». Dergleichen laßt «an ruhig liegen. Inserate. Anfang des Gottesdienstes in dm Gemeinde-Synagoge». In der alten Synagoge. Freitag, Abend» 7V, Uhr. Sonnabend, Morgens 8'/, Uhr. (Pred.) In der neuen Synagoge. Freitag, Abend» 7 Uhr. Sonnabend Morgen- 8'/» Uhr. Merarische Anzeigen. Bon v. Meyer, I.Fr., Das Buch Zezira, dir älteste kabbalistische Urkunde drr Hebräer; hebr. und dmtsch mit Einleitung, erläut. Anmerk. u. Punkt. Glossarium der rabbinischm Wörter. Lpzg. 1830. 4. Hab« ich die kleine Restauslage übernommen u. liefere solche, soweit der Borrath reicht, für 20 Sgr. Julius Bennau. Mei Adolf Cohn, Verlag u. Antiquariat (früher ^W. Adolf L Lo.) in Berlin, Dorochemstr. 67. ist erschienen und durch alle Buchhaudlungm zu beziehm: Neue Stunden der Andacht. Erbauungen für israelitische Frauen und Jung, frauen zur öffmtlichm und HLuSlichm Andacht nebst einer Gebetsammlung für den Friedhof von ft. Schmidt. Verbessert und vermehrt von Frau Rabbiner 0r. Sahen. 2. Verb. Aust. — Preis br. 1k Sgr., sauber geb. 26 Sgr, mit Goldschn. 1 Thlr. — Belinpapier br. 26 Sgr., sauber geb. i Thlr. 6 Sgr. mit Goldschn. 1'/, Thlr. »ei Adolf Cohn, Verlag u. Antiquariat (früher W. Adolf Se Eo.)in Berlin, Dorochemstr. 67. ist erschimm und dmch alle Buchhaudlungm zu beziehen: Kochbuch für israelitische Frauen von Nedeta Wolf, grd. Hkinemann. Nebst vollständiger Speisekarte und Hau»« Apotheke, Anweisung zur Fühmng einer religiös jüdischm Haushaltung. 4. Verb. Ausl.—Prri«: gch. 1 Thlr. Saub.geb. 1>/«Thlr. Sorbm erschien: Z0mbcr9 Beruh. De cotnaientario äaloraonis Isacidis in tractatos talmudicos ״Nedarim“ et ״hl08d katan“. Berlin 1867. gr.8. 10Sgr. Berlin, Juli 1867. Julius Benziau. Vermischte Anzeigen. H. 8. Hermaim’s Buchdruckerei, BERLIN, Kloster- Strasse »3, empfiehlt «ich zum Drucke aller Vorkommenden Accidenuurbeiten bei eleganter, correoter und billiger Anaiiihrang. Zur gefälligen Notiz! Inserate, die in der nächsten Nummer Aufnahme finden sollen, müffen bi» Dienstag Mittag eingesandt werden. Verantwortlicher Redacteur: Earl Hirsch. Selbstverlag von Julius Brnzian, Berlin, Gr. Hamburgerstr. iS». — Druck von H. S. Hermann, Berlin, Nlosterstr. 7».

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