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Die Gegenwart · 1867-08-09 · 32 (9.8.1867) · p. Seite 249

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Journal
Die Gegenwart
Volume
1 (1867)
Issue
32 (9.8.1867)
Date
1867-08-09
Page
Seite 249 (sequence 1)
Language
German
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X>M(* BUit aMtütt ittat UV1»«»ntt>-Vvri» ' 1 *ft. lael. - «trönfts•■»(«. Die Gegenwatt. 3ISJSä McRth«<tl*a Iryikiitn, Berliner Wochenschrift für Jüdische Angelegenheiten. r r Freil«-, Leu 9. August. Ro. 32. '־ Erster Jahrgang. 1867. Inhalt: Sarrttfani(n)(n: Berkn, Tuchrl, Gera. Men, Bukarest, Bukarest, Galacz, Galacz, London, Ungarn. — Die-Bildung der Juden in Rußland. (Schluß.) — Literarische Midcellen. — Vermischte». — VarmqeaUste. — — -usrratt. * Berlin, den 4. August. Der geneigte Leser erinnert sich einer in Nr. 27 unsre- Blatteabgedruckten Correspdndenz au- Magdeburg, in der die Wirksamkeit dejetzt dort fungirenden Nab« biner vr. Rahmer (früher in Thorn) im Gegensätze zu der er« folglosen Thättgkeit seiner beiden Borganger gerühmt war. Der eine derselben, (vr. Philippson, jetzt in Bonn), hätte durchs seine zu weit gehende Reform Mißtrauen erregt, der andere, (Or. Güdemann, Seminarpflanze, jetzt in Wien) sei zu starr orthodox gewesen, während Herr vr. Rahmer die goldene Mitte inne ge« halten und durch ein wahrhaft praktische- Streben gute Erfolge ißt Gemeindeleben erzielt hätte. Diese Eorrespondenz war auch in die von uns schon öftercitirte Wiener ״Neuzeit" übergegangen. Herr vr. Rahmer, der berühmte, der mit dem getadelten ׳ Herrn vr, Güdemann da» Glück theilt, die Breslauer Schule durchgemacht zu haben, — Herr vr. Rahmer schickt sowohl unals der Wiener ״Reuzeit" je eine ״Berichtigung" ein. Die der ״Neuzett" zugegangene und von ihr veröffentlichte Brrichttgung lautet folgendermaßen: ״Berichtigung. Verrhrliche Redaktion! Ihre geschätzte Wochenschrift brachte eine der ״Berliner Gegenwart" entnommene Eorrespondenz über hiesige Gemeinde« Verhältnisse — angeblich au» Magdeburg — die meineHit« sige seelsorgerische Wirksamkeit auf Kosten der meine- AmtSvor« gänger», de» Rabbiner- Vr. Güdemann, jetzt zu Wien, besonderhervorzuheben da» sichtliche Bestreben hat. * Ein solches, die Verdienste Anderer schmälernde Lob muß ich aber mit vollster Enttüstung weitab von mir weisen, um so mehr, als daffelbe eine Berdächtigung der lauteren Gesinnung meine» gerade wegen seiner Verdienste um die hiesige Gemeinde hierorts allseittg hochverehrten Freunde» enthält. vr. Güdemann hat danicht hoch genug anzuschlagende Verdienst um die hiesige Gemeinde — wa« diese auch mit Dank anerkennt — sie au» starrem Indifferenti-muS geweckt, in ihr ein rege» Interesse für sämmtliche religiöse Gemeindeinstttute ange« facht, kurz sie durch Wort und Borbifd für jüdisch-religiöse- Le« bm empfänglich geknacht zli^tüm^Ist da» nicht während dekurzen Zeitraum» von 3 Jahren Großegeleistet? Wenn, wie in jener Eorrespondenz hervorgehoben wird, die jetzige Gemeinde- Vertretung mit großer Bereitwilligkeit an den weiteren Ausbau mancher dareligiöse Gemeindeleben betteffenden Institutionen, geht, so wird der Tieferblickende gerade darin den schönsten Be« weis für den wohlchättgen und nachhaltigen Einfluß der in jeder Beziehung segensreichen Wirksamkeit meineverehrten AmtSvor« gängererblicken, wofür ich demselben al» Nachfolger, zu größtem Danke verpflichtet bin. Denn gerade da» ist der Segen einer gemeinsamen theologischen Bildungsanstalt, daß ihre Jünger al» Studien- und GefinnungSgenoffen in demselben Geiste wirken, daß sie, Einer die Vorarbeiten de- Andern benutzend, auf demselben Grunde weiter« bauen und so unbeschadet ihrer individuellen Anschauung über manche- Einzelne, doch im Ganzen und Großen eine Continuität der Wirksamkeit festhalten, die für eine stetige Entwicklung de» ihrer Pflege anvertrauten Gemeindrleben» nur von den heilsamsten Folgest sein kann! Wollen Sie, geehrter Herr Redakteur, der Wahrheit die Ehre und dieser ״Berichtigung" in der nächsten Nummer Ihre» geschätzten Blatte« Raum geben. Rabb. vr. M. Rahmer." So die der Wiener ״Neuzeit" zugegangene Berichtigung. WaS enthält nun die der ״Gegenwart" zugesandte Be« richtigung? Ganz daffelbe, wadie der ״Neuzeit" enthält. Ganz dasselbe? Also hätte Herr vr. Rahmer den anerkennen»« weihen und uns nur genehmen Manne--Muth gehabt, auch uu» obige- (von un» gesperrt gedruckte«) — augeblich au- Magde» bürg- — zuzurufen? O nein! Herr vr. Rahmer läßt da- ״angeblich au- Magdeburg" in unserer Berichtigung auS. ״Nun", so mag der geneigte Leser denken; ״e» mag nicht muthig sein, ist aber höflich, der Redaktton nicht in- Gesicht zu sagen, sie werde die angebliche Magdeburger Eorrespondenz in ihrem Büreau fabricirt haben." Da thut eS unnun leid, den Leser, der in die Worte eine- Theologen, einejüdischen Theologen, eine» Rabbinerunbedingte- Vertrauen setzt, au» dieser VertraurnSse« ligkeit reißen zu müssen. Derselbe Herr vr. Rahmer, Rabbiner in Magdeburg, der in der ״Neuzeit" von einer ״angeblichen Eorrespondenz" spricht, fügt der un« zugesandten Brrichttgung u. A. folgen« debei: ״Die Nr. 27 Ihre» geschätzten Blatteenthielt eine Corre« spondenz auS der hiesigen Gemeinde, die von einem, mit den hie« figen Gemeindeverhältnissen durchaus nicht vertrauten, kaum we« nige Monate hier weilenden Eorrespondenten herrührt, der, um mir Weihrauch zu stteuen, die Verdienste meineverehrten Freun« de- und Studiengrnoffen^, t!e» Rabbiner vr. Güdemann, jetzt in Wien, meine» in der hiesigen Gemeinde allgemein verehrten Amt-- Vorgängers verkleinert und Verdächtigungen preiSgiebt. Diese Eorrespondenz bot pinem Diener Blatte -die willkommene Gelegenheit zu Se-ltäch'ttgende׳ ' gegen vr. Gilde« mann." Wie reimt sich da-;».״angeblich"? Vielleicht wird Herr vr. Rahmer vermittels der erworbenen ״orthodoxen" Seminar-Logik dm Widerspruch zwischen seinen diversm ״Berichtigungen" lösen. Die Aufgabe ist leicht. Wer erst \ 32

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