Die Gegenwart
- Journal
- Die Gegenwart
- Volume
- 1 (1867)
- Issue
- 26 (28.6.1867)
- Date
- 1867-06-28
- Page
- Seite 204 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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204 Di« •fganMrt 1 =-4=• nen Willm de« Lebenden? Rur einsettige« Festhalten an geträumten Satzungen könnte die«. 8. 3. Wir schreiten zum dritten Punkt, ob gar da« bloße Oeffne» eine« Körpertheil« verboten ist, und hier kommen wir auf die Rechtsgutachte»» der beiden Großrabbiner zurück. Sn den unter dem Namen נודע ביהודה erschienenen Re. sponsen vom Prager Oberrabbiner Ezechiel Landau (zweite Folge 8- HO) erzählt. R. Löb Fischet«, daß in^Loodon ein Mann dem an ihm auSgeführten Steinschnitte erlegen war, und nun wollten die Aerzte den betreffenden Theil anatomisch untersuchen, allein da« dortige RabbinatSkollegium entschied in seiner Majorität da« Borhaben an« religiösen Gründen zu verbieten. Die Minorität wandte sich an ihn um sein Gutachten. F. erklärte mit reichen Beweismitteln, c« sei erlaubt, aber, sich nicht allein für maßgedend״ haltend, erbat er sich die Entscheivung de« Rabbi Landau. F. machte, höchst liberal, geltend, e« sei nicht^Schändung de« Körper« (ניוול) sondern, die durch die Anatomie gewonnene Kennt, niß zur Heilung vieler Menschen sei al« פיקוח נפש ehrmd. Auch der Patriarch Jacob und Joseph seien geöffnet worden rc. Landau ist bereit, Fische! beizustimmen, wenn gerade ein ähnlich krankr« Individuum da ist, da« vielleicht in Folge der Sektion der Leiche eine« andern geheilt werden können, aber für da« Allgemeine zu seciren da« sei nicht unter פיקוח נפש zu verstehen, da« Oeffnen Jakob'« aber und Anderer sei zu ihrer Ehre geschehen. Ein halbe« Jahrhundert später frägt Hirsch Duke«°) beim Oberrabbiner von Preßburg Rabbi Mose« Sofer in den unter dem Namen Ehsoin Sofer nach dessen Tode erschienenen Re« sckonfe» (§. 336), ob er die Meinung de« Landau bestätigte? Sofer bestätigte sie in allen Theilen, führte einen neuen Grund an, nämlich מת sei im Allgemeinen ,אפור בד,נאד und dürfe nur bei Heilung einer bestiuiMt vorliegenden Krankheit benutzt werden, wa« aber die Einbalsamirung Jacob'« betrifft, so sei dieser Erz« vater gar nicht geöffnet worden, sondern e« seien ihm durch den Nabel die erhaltenden Würzmittel eingeflößt worden?) Sch überlaffe e« der UrtheilSfähigkeit ^meiner Leser, die ge. lehrten Auseinandersetzungen der beiden Großrabbinen zu prüfen, Der Mittelpunkt der Frage ist, ob da« Seciren ניוול ist, und im Bejahungsfälle, ob ניוול erlaubt ist, wenn Tausende dadurch vom Tode gerettet werden. Ehe wir aber schließen müffen wir noch eiuen Gegner mit seinen Waffen einführen, eö ist die« Rabbiner K. Dieser machte in einem Gespräche mit mir geltend, da« Zerstückeln de« Körpersei ein große« Hinderniß bei per künftigen Auferstehung. Rabbi Jirwia habe sich mit vollständiger Kleidung, einen Stab in der Hand, in« Grab legen lassen, damit, wie er sagte, beim ersten Posaunenrufe er gerüstet auferstehen könne, wie darf sich nu»», ganz entgegengesetzt, ein Jude in viele Stückchen zersplittern las. sen. Hat doch der Roscho Titu« sich deshalb verbrennen und die ') Irren wir nicht, so ist der Baker Leopold« gemeint, Hirsch Dukewar ein frommer und gebildeter Mann und sein tiebrvollr« Wesen blieb nicht ohne Wirkung bei der Erziehung seine« einzigen Sohne«. ') Ehrerbietig stehen wir vor dem Kamen Mose« Sofer, aber »vir wür» den heucheln, r»>enn wir allen Au«führuugen de« §. 346 im Lhsom Sofer Beifall zujauchzten. Sofer kmnt die Beschreibungen Herodot'« und Diodor'« nicht, aber ahnt doch, daß e« eine Art von Einbalsamirung gab, wobei der Körper ungeöffnet blick, und manche der neuem Gelehrten nehmen auch, obgleich irrthümlich, an, Jakob sei ungeöffnet gckliebm. Wundem umß man stch daß Landau und Sofer dm Borgaug mit Jakob und Joseph sich nicht durch die Entgegnung fem halten, daß die« ja vor חודה fNV »rar. S. untm. Asche auf sieben Meere zerstreuen kaffen damit ihn Gott nicht finde und bestrafe; Gott findet ihn zwar doch, aber wenn ein Sude etwa« Aehnliche« thut, so ist er מטריח כלפי שסיא• Meine mir leicht gewordene üutgegnung und mein weitere- Gespräch mit ihm Macht auf die Anfmerksamkeit der Leser keinen Anspruch. Ich nehme!deshalb von ihnen für jetzt Ablchied, indem ich mit einigen PerSzeite» schließe, welche ich dem Rabbiner später zuschickte und welche zugleich al« Grabschrist für einen Lnatomir. ten dienen kann: . VD איש אשר הרופאים הדורשים בעד וזרויים אל המתים גזרוהו לגזרים. הרפאים בתרו נדחו לבתרים שמו פבין בה לדרש חיי בשרים ירדו חדרי בטן בחט כליות ולב לתור מחלות למיניהם ואמה מקום כאב עתה פן תאמרו יחד כסיל ובעד "לקץ הימים מעפר איך יתנער" "הלא נקרע בשרו, עצמץ פודו לפי שאול" "סחב והשלך השבבים ימין ושמאל!“ דעו אל מקיץ תמימים בפתחו קברותם גם נתחי ישראל ימס להחיותם. (Fortsetzung folgt.) Auch ein Work der Erklärung über Lie Lpferuug Isaak». Die jüngsten Nummern Ihre« Blattes brachten verschiedene Erklärungen über den biblischen Bericht von der Opferung Isaak'«. Die Bibel tritt von vornherein, gleich in ihrem ersten OffenbarungSlvortc, den herrschenden Anschauungen de« Judenthum« so absichtlich entgegen, daß man Popper'« Ansicht nicht begreift. Die heidnische Mythe von dem seine eigenen Kinder verzehrenden Krono« solle auch bei dem ״ohnehin sagenhaften" Abra- Ham die Erzählung von der Opferung seine« eigenen Sohne« Isaak veranlaßt haben. Dagegen ist Geiger« Ansicht richtig, daß die Bibel den heidnischen Thier- und Menschenopfern entgegentritt. Jene werden zwar vorläufig iu praxi beibehalten, aber der Theorie u,»d dem Princip nach umgestattet. Sie werden nicht nach heidnischem Principe für die Gottheit dargebracht, um deren Zorn zu besänftigen oder deren Gunst zu gewinnen, sondern nach jüdischem Principe für den Menschen und zwar zur symbolischen Vertretung religiöser Ideen, wie: der Dankbarkeit, der Rückkehr zu Galt, der Dersöhimng mit ihm. Die Propheten eiferten zunächst gegen die Opfer, well sie nur formal dargebracht wurden, ohne daß die vo»l ihnen vertretene Idee zur Berücksichtigung oder zum Bewußtsein gekommen wäre. Daher erklärt sich der prophetische Ausspruch: ״Wir wollen die schuldigen Farr.Opfer mit den Llppen zahlen", d. h. statt symbolisch — die Idee de« Opfer« direkt aussprechen, wie e« sogar deutlich an jener Stelle heißt: ״Reh« met Worte mit euch und bewirket damit eure Rückkehr zu Gott." Auf diese Weise und in diesem Sinne machte sich da- Gebet zu« nächst dem Opferdienst ebenbürtig, bi« e«. durch die äußeren Umstände unterstützt, denselbeu ersetzte. Aber zur Zeit, aldie« ge« schah, war der Opferdienst durchaus noch "kein überwundener Standpunst im Judenthum und vom Gebete verdrängt. Die« beweist die Festhaltung der Idee vom Opferdienste in den Synagvgalgebetm selbst nach der Zerstörung dezweiten Tempel«, wenn auch die Redaction drffetben in die Zeit nach der Zerstö« rung de« ersten fällt, wo selbst der letzte Prophet noch die Wie«