Die Gegenwart
- Journal
- Die Gegenwart
- Volume
- 1 (1867)
- Issue
- 26 (28.6.1867)
- Date
- 1867-06-28
- Page
- Seite 202 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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202 Die äkgnmxrt. weise Energie btf Schulvorsteher« und BaucvmitäpräseS Philipp Höllischer, sowie durch di« kobenSwerthe Mtwirtnng ssiner wackeren Mitglieder und durch die wärme Theilnahme der zahlreichen Menschen- und Schulfreunde inmitten unserer Gem«,d« immer günstiger. Schon jetzt beträgt dir - un Wtge der Subskription eiugelaufene Schalfond 60,000 fl.; vo» dem"hier herrschenden regm Sinne für Jugenderziehung und Unterricht läßt sich erwarten, daß die Subscriptton allein 100,000 fl. ergeben wtrd. Für ein solche« Kapital wird sich wohl dann ein Schul» hau« Herstellen lasten, da« dem hiesigen berühmten GotteShäuse würdig zur Seite stehen kann. (Neuzeit)' 8 Brody, im Juni. Ein schöne« Trauergedicht de« neunten Ab erzählt un«, wie einst den Juden in Worm« da« heilige Fest der Gesetzgebung in einen Tag der Trauer und de« bittersten Leide« verwandelt worden, da sie die fanatische Wuth de- Versalger« mit Feuer und Schwert bekämpfte. Da« vergangene Fest rief uu« diesen Klagegesang sehr lebhaft in« Gedächtniß, al« wir au seinem Morgen die bei weitem größere Hälfte unserer Stadt als einen rauchenden Schutthaufen erblickten. Zuin zweiten Mal war unsere Heimathstadt, ein.bedeutender, zu fünf Sechsteln von Judeu bewohnter GreiuhandelSplatz ein Heerd de« verheerenden Element« geworden, ja^daS letzte Unglück überbietet da« vor mehmen Jahren erfolgte noch bei weitem. Trotzdem daß au« allen Theilen unsere« weiten Vaterlandes, ja selbst de» Auslandes, die energischsten Beweise der Theilnahme uns zu Theil werden, bleibt das Unglück ein vorerst gar nicht zu linderndes, ja eS droht selbst dem so lebhaften Handel mit einer auf Jahre hinaus dauernden Stockung. — Am Mittag des 24. Mai brach in einem kleinen Häuschen ein Brand au«, dem man Anfang« gar keine besondere Ausmerksainkeit schenken zu wüsten glaubte, aber durch einen hef- Ligen Sturm stärker angefacht und im Verein mit dem Umstande, daß eine voraufgegangene, mehrtägige ungewöhnliche Hitze die Schindeldächer ausgetrocknet hatte, gewann das rasende Element in kurzer Zeit eine Ausdehnung, der die höchst ungenügenden Löschapparate der hiesigen Stadt kein Ziel setzen konnten. Seine Wuth hielt mehr als 2b Stunden an und legte gegen drei Bier« theile der Stadt in Asche. Die traurigen Verheerungen, die daS Feuer angerichtet, sind Ihnen bereits bekannt. Eines der gräßlichsten Schauspiele bot der Brand de« Hospitals dar, aus dem die Kranken kaum hinausgeschafft werden konnten, die man, nachdem sie mit Mühe dem Flammentode entriffen waren, nicht einmal unter ein Obdach bringen konnte; die große Synagoge und 28 kleinere Bethäuser, mit 400 Torarollen und einer Unzahl hebräischer Bücher sind zu Grunde gegangen. Auch Menschenleben sind zu beklagen. Doch ist e« noch ein Glück, daß da« Feuer am Tage ausbrach; eine solche Schreckens nacht würde deren Hunderte gekostet haben, wo da« Element mit Gedankenschnelle um sich griff. — Nur die regste Thellnahme auö dem In- und Auslande kann den grenzenlosen Jammer in Etwas mildern; wir hoffen zu der Humanität aller guten Menschen, zu dem Jntereste, da« die Handel «well daran haben muß, einen blühenden Platz nicht vollend» zu Grunde gehen zu lasten, und zu der MUdthätigkrit unserer Glaubensgenosten, deren Brüder natürlich bei ihrer Ueberzahl in um so größerer Menge verunglückt sind. Also auf, au« allen Ländern, wer gebm kan», zu^em edelsten Wettkampf, dem im Wohlthuu, es gilt, Tausendm die Stätte für Handel und Wände(, für Unterricht und Gebet wiederzugebeo. AC. Galatz, im Juni. Auden polittfchen Blättern werden Sie wahrlich zur Genüge erfahren, mit welcher Strenge oder vielmehr mit welchem Amtsmißbrauch die armen Israeliten in JAssh^ntaltraiMt, aus ^tbd^zin^Land vertrieben wurden, weil -4 sie Judew-sind! -J Ea «erde weder nach Gesetz, noch GeiRsten gehanvKt, sondern jeder Beamte und Estkov (karvenu) suchte sich seine« Gläubigers oder jeder andern ihm mißllebigen .^Vfoa zu eKtkety^L fqfe Häher kgE ft, daß.^poähtck- Maßwtzes M gegen te»tj (*Mfcn£(pffb Hegen KMvq>chch,׳Hxiutz. eigonthümer, gegen?jährige Greise und Andere unbescholtenen Rufe-, die mit gehörig legittmirten Reise- oder andern Dokumen. teuversehen waren, auSgeführt wurde. Denn wenn gesetzt. Grund bvrgewaltet haben würde, hätte man auch Christen außer Läifde« gewiesen/deren eS koch 7nehr"ä7r׳ JSraeMn hier zü LdM'AM', die eia vagabuodirendeS. Leben führen. Dev..hochgephrtea Herrn Erömieux insbesondere gebührt der Dank aller Israeliten Rumänien« und der gäVzen gebildeten Welt, daß er für unsere gerechte Sache so energisch Einsprache beim Kaiser Napoleon erhoben Hut, Oberwähnte Maßregel wurde zwar zurückgezogen, die Verfolgungen dauern aber noch fort, indem die Juden einem veralteten Gesetze zufolge auf den Dörfern keine Gasthäuser in Pacht nehme» können, noch sonst sich dort, »uralten dürfen, und werden nun diese ganz rücksichtslos von Hau« und Heerd vertrieben, wa» leider schwerlich vermittelst Intervention der fremden Mächte wird aufgehoben werden, da die Rumänen in diesem Punkte nicht nachzugeben gesonnen sind, indem sie sich schämen, daß der Juden wegen sich die fremden Mächte in ihre inneren Angelegenheiten mengen. — Unsere Lage ist also nicht beneidenSwerth, wenn wir den Unbilden der rumänischen Beamten ausgesetzt bleiben! Die Runiänen (nicht da« Volk, bejtn dieses lebt auf den Dörfern in Friede und Eintracht mit den Juden), d. h. hi« mittlere Klaffe, die oberwähnteu Czikov, aus denen sich der Beamtenstand rekrutirt, machen zwar Anspruch, liberal und civilisirt zu sein, wa« man aber bei aller Mühe, die man sich giebt, herauszufinden nicht im Stande sein wird. Solche Leute ohne höhere Kultur bemessen den Umfang ihrer Befuguiste nach dem Grundsätze ״Macht geht vor Recht." — Solche Leute glauben, daß Gott nur ihretwegen die Welt geschaffen und nur für sie die Sonne aufgehm läßt. Es fällt mir hier ein, irgendwo gelesen zu haben, daß, aldie berühmte Reisende Jda Pfeifer die Gegenden am Orinocoström besuchte, ihr eine- Tageein Indianerhäuptling vorgestellt wurde, der ziemlich gut englisch sprach, Ehlinderhut, Frack und Glacehandschuhe trug, sonst aber in Adam- Tracht gekleidet war, bevor dieser vom Baume der Erkenntniß gegessen. Unsere meisten Rumänen sind solchen Jodianerhäuptliugen zu vergleichen! Ich könnte Ihnen hier viele solche namhaft machen, e« ist aber wirklich Schade ums Papier. Nur da« Eine tröstet un-, daß, da der Fürst die wahre Sachlage uun kennt, wir ferneren Unbilden nicht mehr auSgesetzt sei« werden, der Fürst, besten großer Ahn- Herr gesagt: Jeder kann nach seiner Religion selig werden. — Und wir, die wir seit beinahe zwei Jahrtausenden von Land zu Land wandern müssen, wir sahen Reiche und Thron« zusammenstürzen, Völker au« der Geschichte schwinden, waren allen Grausamkeiten der Inquisition k. ausgesetzt, und blieben doch, bauend auf Gott und auf Glauben, wawir sind, was wir auch ferner« hin bleiben werden. -ך B. Chan. Ist das׳ Zergliedern jüdischer Leichen zu Heilzwecken nach den Religions-Gesetzen verboten? (Fortsetzung zu S. 196.) Wir lasten von nun an den Verfasser selbst spreche«, wir halten un« nicht zum Gebrauche einer zweifelhaft bessernden Feile