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Die Gegenwart · 1867-01-11 · 2 (11.1.1867) · p. Seite 15

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Journal
Die Gegenwart
Volume
1 (1867)
Issue
2 (11.1.1867)
Date
1867-01-11
Page
Seite 15 (sequence 7)
Language
German
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Berliner Wochenschrift für Jüdische Angelegenheiten. 15 steckter Quelle kristallklares Waffer geschöpft, die duickeln Geheimnisse an'S Licht gebracht und die lang geschloffenen Pforten eröffnet. Don M. A. Schätzteau- Karlin in Rußland. Warschau 1866. 200 S. 8. Die hagadischen Stellen im Talmud nicht nach ihrem Wortsinne als reale Wahrheiten aufzufaffen, ihnen vielmehr eine rationalistische oder allegorische Deutung zu geben, war bereits mehr oder minder die Methode der ersten Gaonim, als Saadia, Nissim ben Jakob, Hai, Lhananel, deren Beispiel in der Behandlung der Hagada die meisten der späteren Gelehrten folgten. Wir ^nennen hier von Vielen vorzüglich Aben Esra,. Maimon, dessen Sohn Abraham, Aderet, Ralbag, Ritba, I. Arama, Parchi, Löb b. Arje aus Prcsg, I. Luzatto, Edels; von Neueren Wessely, Krochmal, ChajeS u. m. A. Sie alle fassen die hagadischen Stellen und Erzählungen von der subjectiven Seite auf und suchen das Wesen der Hagada nach dieser Richtung hin näher zu begründen und auseinander zu setzen. Selbst der Sohar strebt vielfach daS Allegorische in der Hagada nachzuweisen und zu entwickeln, wie z. B. im Abschnitt Tol'doth die geistreiche Auslegung der Verheißung ״des wohlaufbewahrten Weinesיין המשומח ״). — Auch der Verfasser vorliegenden Werkes stellt sich die Auf« gäbe, einen Theil der talmudischen Hagada (223 Parthien) nicht in Derascha-Manier, vielmehr in freier philosophischer Tarstcllung zu erklären und das so häufig absurd Klingende der Hagada!zu beseitigen. Daß ein solche- Werk in Rußland großen Anstoß erregt, besonders im Lager der Chüssidim, ist leicht denkbar/ und es darf unS gar nicht befremden, wenn cö/wahr ist, was u»S mitgetheilt worden, daß nämlich dort ein Auto-da-fS über das Buch gehalten wurde. Wird doch durch die Tendenz eines solchen Buches der Heiligen« und Wunderglaube der dor- Ligen Chassidim sehr stark erschüttert! . Der Verfasser, der auch die Arbeiten von Rappoport, Reggio, Zunz kennt, haf in der Einleitung die treffliche Abhandlung KrochmalS über die Hagada in dessen More nebuche has’nian stark benutzt, in einzelnen Redewendungen sogar wörtlich copirt, ohne auch nur einmal dieser Quelle mit einem Worte zn erwähnen. In seiner Erklärungsweise sucht der Vers, vorzüglich -den vernünftigen Weg einzuschlagen, daß er den Weisen in seiner Eigcnthümlichkeit und characterisirenden Redeweise aus verschiedenen Stellen kennen;n lernen sucht, um hieraus den Schlüssel zur Lösung eines anderen dunkeln Ausspruchs desselben Weisen zu gewinnen, waö ihm öfters auch gelingt. Wäre der Vedf. auch , im Stande gewesen, viele Stellen als den,unmittelbaren Ausfluß nnd Reflex jener Zeit mit ihren Beziehungen auf temporäre Zustände darzustellen, wie auch den Einfluß nachzuweisen, welchen-׳ Sitten und Anschauungen der damaligeü Perser und Magier auf die Ausspräche der in ihrer Mitte lebenden Talmud-Weisen in gewisser Hinsicht geübt, s>/ würde das Werk auch von manchem Leser außerhalb Rußland» mit noch größerem Interesse gelesen werden, zumal eauch reich an einzelnen kritischen Bemerkungen ist. Wir heben hervor, daß S. 8d der Vorrede die Stelle in. Pesachim 62 (בין אצל לאצל) dahin gedeutet wird, die Zahl 400 sei entsprechend den 400 Wörtern, welche im Buche der Chronik vom 39. Verse de- 8. CapitelS, wo da» vorhergehende Wort אצל httßt, bis zum Worte אצל de» 43. Verses im 9. Capitel gezählt werden, wenn man 2 durch ein Makkif verbundene Wörter immer für ein Wort nimmt. AehnlicheS findet man bereitbei Lonsano im Maar ich, Schlgw. אצל- S. 132 emendirt der Vers, sehr trefflich die Stelle Gittiif 68: ,אמר ר׳ יוחנן.(ר׳י) ש׳ מיני שדים , 300 Arten von Dämonen, indem er mit einem HisweiS auf den Jeruschalmi zur Stelle liest: * אסר ר ירמיה שמונים שדוח 80״ Wagen," was im dortigen Zusammenhänge viel richtiger scheint. S. 47 wird die Betheurungsformel dcS Rabbi Tarfon in Sabbat 116 אקפח אח בני durch einen Hinweis auf Cap. 91 des Bereschit Rabba erklärt. Dort wird Nämlich mitgetheilt, daß R. Tarfon einer ihm nicht convenirenden Rede gegenüber immer geäußert לא ^רר בני עמכם• Das Wort בני wäre hier in witziger Manier mit dem Worte בינה idcntificirt, und so soll auch אקפח אח בני bleuten, ״ich müßte meine Vernunft tödten, wenn ich jener ungereimten Rede beipflichten wollte." DaS Werk darf jedenfalls zu den besseren Schriften gezählt werden, welche bisher aus der noch jungen kritischen Schule dejüdischen Rußlands hervorgegangen.sind. Bücliertifch. Neu erschienen: 4 -־ Stein, Dr. A. Der Feldzug. Eine Reihe vo» acht Kanzelvorträgen. Berlin 1867. gr. 8. 15 ׳ Sgr. jPimafA, ü, fabrat, Kritik über einzelne Stellen aus Saadia « arad. Uebers. res A. T. und au« dessen gramm. Schriften, nach ciueni Codex de» Prof. S. D. Luzzatto zum ersten Male heranSgcgeben von De. Rod. Schröter. Erstes Heft (Text.) Breslau 186«. gr. 8. 20 Sgr. Jehuba Ha-Levi, הבוורי ‘B Sef. Cnsari mit Einlcituiig, nach Handschristen und älteren Ausgaben hggb. von D. SI nzki. 2 Bde. Warschau 1866. Arrnd», L. Ucder den Cprachgcsang der Vorzeit und die Hcrstellbarkcit der afthebräischeu Bocalmnsik. Berlin >867. gr. 8. 1 Thlr. Briefkasten. K. Jt. in ivr. und i'i. St. .(,ict: Ihre öinwenbungen gegen unser Programm tollen in der nächste» Stummer zur Lprache kommen. — Dr. Q. in B. desgleichen — St. R Ihre Ar- Seit eignet sich nicht zur Aufnadme in unser Blatt. — 3. V. in B. Cb nnd wie! <3. P. Sernnia 14, 14. — Anonymus ((Einem für Siele) Sprüche äfi, 4. \ « .׳ ..... ן - ׳ Vacanzen - Lifte. Stelle. Brt. Adresse. Antrittsskit. Gehalt. Besondere Bemerkungen. Rabbiner und Prediger. . Rabbinats? Assessor. ^Schuldirektor. . Lehrer, j Lehrer. I Lehrer für Deutsch u. Religion. ) .־t Lehrer und Cantor. Lehrer und Cantor. Lehrer, Cantor u. Schächter. Lehrer, Cantor u. Schächter. Cantor und Schächter. 1 Hauslehrer. 1 Hauslehrer. Tborn. PäpL (Ungarn). Bagdad. Groß-Strehlih (Schles.) Dresden. Hegenheiin (Frankreich, Oberrhein.) Pr.. Oldendorf. Aerpen. Rügeuwalde. Tenipelburg. Bojanowo (Prov. Pos.). i Heidelberg. ^Penzlin (Mecklenburg.) Bor>). d. Synag<Aem. Nathan Leyser. Borst, d. JSr. C. Gein. allinnes Israel, uinversolls Pari«, rue d'Knghien 23. Borst, d. Svnaa^Gem. Oberrabb. 0r. W. Landau. David Levv. Borst, d. Synag-Sem Borst. S. Falk in Salzwedel a. d. Erst. Vorst, d. Shnag.-Gem. Bort. A. Salinger. Borst, d. Ehnag.-Neni. Or. H. Reckendorf. Eal. Mose«. 1. April. Sofort. Sofort. Sofort. Ostern. '1. Mai. 1. April. . ' Sofort. Ostern. 1. Mai. 1. April. Cof.od.Ost.- 1. Novemb. 800 Thlr. f>no fl. 8. W. 3000 Frc». 400 Thlr. 1200 Frc«. 260 Thlr. 230 Tblr. 200 Thlr. 400 Thlr. 360—4002:. Neben cinkünftc. Mcld. bi« l. März. Drei 'הח׳הור u. Anowci« üb. Alter Stand u. Fain. sind beizubringen. Franz, od. engl. Sprache nnerlähl. Fr. Wohnung u. Feuerung. Freie Wohnung. circa loo Thlr. Nebeneinküuste. Freie Wohnung. Muß 'התיהור u. Qnalification 1 Rel. Lehrer besitzen.

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