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Die Gegenwart · 1867-01-04 · 1 (4.1.1867) · p. Seite 1

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Journal
Die Gegenwart
Volume
1 (1867)
Issue
1 (4.1.1867)
Date
1867-01-04
Page
Seite 1 (sequence 1)
Language
German
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n j * yr 9«<t<3nk! vv* WochenschrisNür Jüdische Angelegenheiten. Mp. Erster Ichr-a»-. 1847. ' «tag, den 4. Jauuar. J«h«ltr A» de» fifn.— ®*nt»,»*»kfw,r«: Berün, vrrklaa, Hannover, New. /kt — »ilsrnschastUche«:-.Heine mb da» Jndenchum. Fr»>»eta«: «rieft der Jadeathum und Inden heit in der Trgruwart (1. Brief). — Liftratnr- ^eckt: Xeeension. Büchertisch.--astrale. J * A» den Leser. Schon seit einer Reihe von Jahren ist e- Jedem, der die iöse.« Augelegfnheiten der Jude» mit Aufmerksamkeit beobachtet, gefallen, daß gerade Berlin, ^die größte und bedeutsamste jü« bifpe Gemeinde Deutschland-, fest Mendelssohn- Tagen der Hauptsitz bischer Wissenschaft und Bildung, kein Organ für die Pflege und etong jüdischer Angelegenheiten besitzt. . .Usch doch sind diese Angelegenhetten so mannigfach, so wichtig, o tiefgreifend, sowohl die, welche da- Gemeindeleben Berlin-, als ^ejntigen,' welche die große Gesammcheit de- Judenthmnbetreffen: Oder wäre etwa audem Fehlen de- Organeauf «inen Mhk-r^-e« Organismus zu schließen- Berechtigt ersterer Um» stand, eure allgemeine Apathie und Gleichgültigkeit in religiösen i®inflen zu constatiren? I r * "-«V Wir glauben, daß ein solcher Schluß, wenn überhaupt zulssig, hier mindesten» verfrüht ist. Noch ist ein starker Gemein« s in vorhanden für EultnSangelegenheite», für Gemeindeverwaltung, fr Schulwesen, ffür religiöse Institute jeglicher Art. Noch wird i isen Zwecken, wie allbekannt, viele» Geld, viele Mühe, viele; ist gewidmet; ja noch sind sie mächtig genug, die Gemüther der «eisten nicht blo» anzuregen, sondern zu erregen. Hiefür sind die letzten Berliner Gemeindewahlen gewiß der deutlichste Beleg. .! AÜer zlsrn diese Wahlen dürften auch gezeigt haben, wie ge« üst tist, nicht früher als in der großen Wahlversammlung de» nstpn Elementar-Unterricht in Betreff de- Gemeindelebens und her wichtigsten schwebenden Fragen allgemein-religiöser Art em« Langen zu wollen. Pein, vorbereitet und bereitunterrichtet muß mn hingehen, will man seine Ansicht und sein Recht verwirllichen. )ie periodische Presse, da» lebendige Wort in seiner rusendzüngigen Meldung, ist die, erste und wirksamste Lehr« iristerin, und Jeder, der den Gang unserer Glauben»« und Ge« einde«Angelegenheiten versteht und werth hält, hat die Pflicht fr er Förderung. * Freilich giebt ehier und überall eine beträchtliche Zahl olchech denen man den Borwurf devölligen JndifferentiS« uzu machen pflegt. Aber selbst diese können mit einigem >nde, wenn uM zur völligen Rechffertigung, so doch zur theil» sefl EnitlaststH eben auf den M angel eineihre innere Arbest anregenden, leitenden Organe- Hinweisen. Sie könne» geltend machen, daß, wenn eine Vernachlässigung der religiösen Interessen unerfteuliche, ja widerwärtige Erscheinungen zur Folge habe, dafür in «ster Linie diejenigen verantwortlich feien, Nie. zwar Wisse»« schast und Befähigung hätten, oi« Entwicklung der Ideen und der Tbatsachen .äuf dem Gebiete dev. Religion zu pflegen und zu för« der«, eaber vorzögen, cheilaujnnern, theilaus äußern Gründen, ähren eigenen Weg zu gehen, und 'sich von der natur« . gemäß uud geschichtlich gemeinsame» Production de» religiösen . Denken» und Lebenzurückzuziehen. _ Diese Erwägungen. vor allem sind e», die die Entstehung vorliegender Zeitschrift herbeigeführt haben. Eine Anzahl hiesiger und auswärtiger Männer, von west verschiedenen Richtungen nnd^ Lebensstellungen, haben sich hier zu dem Zwecke vereinigt, eine objicktive, unparteiische Erörterung religiöser Angelegenheiten prat« tjscher Natur zu ermöglichen, sowie die großen Resultate, die die «nffitffeudc uud tief« wissenschaftlich«. Thätigkeit der letzten Jahr« zehnte gewonnen, dem allgemeinen Verständnisse zu er« schließen und für da-Leben verwendbar zu machen. Erforschung dessen, waS war, Berathung dessen, wasein soll, Alte» und Neue-, Zukunft und Vergangenheit, beide» finde, berühre, messe ftch auf den, gemeinsamen Bodm der Wiffenschaft, verständige sich in der „Z) egenwart." - Demgemäß wird die „Gegenwart" eS sich zur Aufgabe machen, ihren Stoff mit Consequenz iu populär-wissenschaftlicher Weise zu behandeln, d. h. sie wird so populär sein, als es die Wiffenschaft gestattet, und nicht wissenschaftlicher, al« es für dagrößere Publikum angemessen scheint. Insbesondere werden wir, wa» die praktischen Ziele unsere- Blattebetrifft, den hiesigen .Gemeindeverhältnissen eine beständige Aufmerksamkeit schenken, und jeden Gegenstand, der uneine nähere Beuch« tnng zu verdienet, scheint, ausführlich besprechen., . Die Redaktion glaubt ezwar offen aussprechen zu müssen, daß die bei ihr vorherrschende -Anschauungsweise ziemlich weit differirt von derjenigen, die man orthodox zu nennen gewohnt ist. Allein e» ist keineswegs beabsichtigt, eine Zeitschrift zu gründen, welche jede gegnerische Ansicht unterdrücken soll. Im Gegentheil, wie unsere geehrten Mitarbeiter von recht- und link-, so werden auch wir, um ditrotz aller Unterschiede vorhandene Gemeinsamkeit der Idee gleichsam verkörpert in unserem Blatte darzustellen, mit unserem Ich zurücktreten und darauf verzichten, unfern Mei« nungen'alleinige Geltung zu verschaffen. Keine Schule, keine Partei foll hier auSfchlreßlich vertreten fein, keine Meinung, wofern nur i LEO BAJSCt INSTITUTE Y

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