Die Gemeinschaft
- Journal
- Die Gemeinschaft
- Volume
- 1933
- Issue
- 1933
- Article
- Beilage zu Heft Nr. 21/22 Jahrg. 1933
- Date
- 1933-01-01
- Page
- Seite 35 (sequence 33)
- Language
- German
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weihen... Denn wir sind eine freie Gemeinschaft, die die alte Wandelbarkeit wieder gewinnen will, die unbehindert neue Wege und neue Menschen sucht. Dan. t war zugleich eine besondere Aufgabe gestellt, deren Lösung sich durch die Entwicklung der Berliner jüdischen Gemeinde immer mehr als dringend herausstellte: Je grüßer die Gemeinde wir I, je stärker die Dezentralisation der Bevölkeruni fortfchreitet, desto schwerer wird die ursprüngliche und natürliche Aufgabe einer K e h i 1 1 a. Die Großgemeindc ist gezwungen, Verwaltungsprobleme in das Zentrum der Arbeit zu rücken, ihre Kräfte und Wirkung nach außen hin auf die Masse einzustellen. Das wird verhängnisvoll, wo die Gewinnung der Kinzelseele zur religiösen Gemeinschaft auf dem Spiele steht. Hier führt Massenbetrieb unweigerlich zu einem allmählichen Absterben des religiösen Nährbodens, zumal in der Großstadt, wo die Umwelt von allen Seiten viel stärker in den Alltag eingreift und den einzelnen der religiösen Beeinflussung entzieht. Hier beginnt die schwerste Aufgabe, die von der ..Gesamtgemeinde" nicht erfüllt wird, vielleicht nicht erfüllt werden kann: den Nährboden zu schaffen für das Leben einer Kehilla: das ist die religiöse Kleinarbeit des Tages: Aufbau des religiösen ' Lebens von unten~auf, Erfassung der Einzelseele und Erfüllung ihrer besonderen religiösen Bedürfnisse, Schaffung von Zellen religiösen Lebens in den Einzelbczirken des jüdischen Berlins. Iii diesen soll die innere Verbundenheit der alten Kehillot wieder erstehen. Hier trifft sich ein Kreis stärker miteinander vertrauter, im Leben stehender Menschen, die an alte Formen nicht mehr gewöhnt sind, die aber für ein lebendiges Judentum geweckt werden können und müssen. In intensiver religiöser Atmosphäre gewinnt der Baal habajit die Weihe des religiösen Erlebnisses und Urnt, sie in religiöse Tat für Haus und Gemeinschaft umzusetzen. In solchen Gemeinschaften, die ...ml dem Prinzip der gegenseitigen religiösen Erregung" errichtet sind, wird vielleicht die Seele der alten Klein-Kehilla wieder gefunden ohne Preisgabe der geistigen Weite einer Großgemeindc. II. Die religiöse Arbeit. A. Aufbau des Gottesdienstei. 1. Wesentliches Ziel ist: a) Stärkste Konzentration der Wirkung, b) Beweglichkeit der Liturgie, c) Möglichste Aktivierung der Gemeinde 2. Die Konzentration der Andacht wird erzielt: a) durch Ausscheidung unwichtiger und straffere Ballung bedeutsamer Stoffe, J5