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Die Gemeinschaft · 1930-04-11 · 19/20 (11.4.1930) · p. Seite 20

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Journal
Die Gemeinschaft
Volume
1930
Issue
19/20 (11.4.1930)
Date
1930-04-11
Page
Seite 20 (sequence 18)
Language
German
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gerade die entgegengesetzte Konsequenz ziehen: nicht obwohl, sondern gerade weil so viele Juden nicht Hebräisch können, mühte das Hebräische im Gottesdienst dominierend bleiben. Denn, eine Verbundenheit mit dem Judentum ohne Verbunden» heil mit der Sprache, zu deren Erlernung dann jeder gezwungen wäre, i-t nicht denkbar, ebensowenig wk> ein spezifisch jü» discher Gottesdienst ohne Dominieren des Hebräischen mög* lieh ist. Das will nicht heißen, daß wir uns gegen kulturelle und religiöse (lüter und Ausdrucksformen, die außerhalb des Judentums geboren sind, grundsätzlich sperren müßten. Gerade, um nur ein Heispiel zu nennen, — Franz Rosenzweig war e^ ja. der die Hincinbeziehung Mach st her Musik in die Li« turgie forderte. Mit Absicht wird hier auf weitere Fragen des Kultus nicht eingegangen. Ks versteht sich von selbst, daß die Menschen, die aufeinander abgestimmt sind, sich nicht nur mit der Be« teiligung und l'mgestaltung der Gottesdienste begnügen dür« fen. sondern im eigenen Kreise jüdisch zu arbeiten und jüdisch zu leben suchen, um daraus Kräfte für die Mitarbeit an Aufgaben der jüdischen Gesamtheit zu ziehen. Denn das Judentum ist kein.- Feiertagsangelegenheit, sondern eine Werktagsange» legenheil im schönsten Sinne des Wortes, eine Sache, für die es täglich zu wirken gilt. Heginnen aber muß jede jüdische Erziehungsarbeit damit, die Isoliertheit des Einzelnen zu sprengen und ihm zu'Bewußt« sein zu bringen, dai^er Glied einer Gemeinschaft ist und Binde« glted in der Kette der jüdischen Generationen. Denn .Ufer nur tind wir, und tief in um rinnt Blut von Gewes'nen, zu Kommenden rollt's, Blut unterer Väter voll Unruh und Stolz In um sind tille, wer fühlt lieh allein? Du bist ihr Leben, — ihr Leben itt dein!" Liberale Pessach-Hagada. Wir machen auf die von uns herausgegebene moderne H a g a d a für die Sederabende aufmerksam,die von Hermann Falkenberg bearbeitet ist. Diese Hagada ist allen denen gewidmet, welche die Erinnerung an die Weihe des Sederabends im Herzen bewahrt haben, zu denen aber die herkömmliche Form nicht mehr spricht, oder die nicht mehr imstande sind, den Sederabend ihrer Jugend in den eigenen Kindern zu erwecken. Sie wendet sich ferner an diejenigen, denen der Sederabend bisher fremd geblieben ist, damit er auch ihnen vertraut und Heb werde. Siehe das Inserat in dieser Nummer. Die Berichte über die Tätigkeit der Liberalen Synagogen mußten wegen Raummangels für das nächste Heft zurückgestellt werden. 20

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