Die Gemeinschaft
- Journal
- Die Gemeinschaft
- Volume
- 1930
- Issue
- 19/20 (11.4.1930)
- Date
- 1930-04-11
- Page
- Seite 9 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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weil ich ihn leben und leiden und immer duch stark und gläubig sah, ohne bis heute dem Beispiel dieses Lebens gefolgt zu sein!! Den 73. Psalm hatte er sich für seinen Nachruf bestimmt, dessen erste Worte auch auf seinem Grabstein stehe» sollen: Ich bleibe doch lieh bei dir: meine rechte Hand hast du erfaßt. Mit deinem Rat geleiteit du mich, danach nimimt du mich in die Herrlichkeit auf. Wen habe ich im Himmel?! Aber bei dir begehr ich auch nicht nach der Erde. Ist mein Leib, mein Herz alldahin, der Feh meines Herzen!, mein Teil bleibt Oott in Ewigkeit. Was über Rosenzweigs Leben auszusagen wäre, diese Worte sagen es. Und ihnen aus dem eigenen Erleben weiteres hinzu zufügen, dazu hat nur der das Recht, dem diese Wahrheit als Wirklichkeit aufgegangen ist. Also lassen Sie mich bitte still sein. Ihr ■...... Der junge Theologe. Von Dr. Manfred Swarsensky In naturgegebener Beschränkung allein, — denn Hegen» nungen mit Persönlichkeiten und Geschehnissen ergreifen den Menschen immer in seiner unteilbaren Ganzheit, — kann hier angedeutet werden, welches der Einfluß der geistig=seclischen Begegnung mit Franz Rosenzweig auf den jungen jü dischen „Theologen", ja vielleicht auf eine ganze Generalion ist, von der nicht wenige das Glück hatten, diese Begegnung unmittelbar durch das Geheimnis seiner Person zu erfahren. Dieser Einfluß ist wesenhaft durchaus der gleiche, den die Persönlichkeit, dk- Gedankenwelt und das Leben Rosenzweigs auf jeden sich dem lebendigen Judentum verbunden und ver» antwortlich Kühlenden auszuüben geeignet sind Wenn gewili in fortschreitendem Maß sich praktisch der — genuin unjüdischfi — Unterschied von Theologen und Nicht» Theologen herausgebildet hat. so ist es heute doch so, daß der angehende Theologe keineswegs seinem jüdischen Wissen und, — wichtiger noch — seiner seclisch=geistigen Einstellung zur Religion und zu diesem eigenartigen Phänomen „Judentum" nach jene für Außenstehende selbstverständlich erscheinenden Voraussetzungen von Haus aus mitbringt, die ihn zum künftigem Rabbiner prädestinieren. Das Schicksal einer ganzen Gene' ration in Westeuropa geborener junger jüdischer Menschen und darum auch junger Theologen spiegelt *kh in dem Rosenzweigs wider, der aus einem jüdischer Tradition entfremdeten Hause hervorgegangen ist. Darin liegt ein Geheimnis von einer er» <>