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Die Gemeinschaft · 1930-04-11 · 19/20 (11.4.1930) · p. Seite 4

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Journal
Die Gemeinschaft
Volume
1930
Issue
19/20 (11.4.1930)
Date
1930-04-11
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Judentum und Deutschtum in Franz Rosenzweig Von Dr. Rudolf Hallo. Zweistromland hat Rosenzweig mit bewußter Deut« lichkeit die einzige Sammlung kleinerer Abhandlungen benannt, die er selbst herausgegeben hat. Zwei Ströme haben den Hoden des Einen Z w i s c h en 1 a nd e s befruchtet, aus dem er hervorgewachsen ist. Deutschtum und Judentum. Viel zu sehr ist unter dem gewaltigen und gewaltsamen Kindruck seiner Krankheit und der Form und Fassung, die er sich in ihr gege« Den hatte, das Jüdische allein in s scharfe Licht gerückt, das schöne Haupt des Leidenden im Profil gesehen und gezeichnet worden, ja, manche Nachrufe überboten sich darin, ver* gessen zu machen, daß ihnen über dem leichter faßbaren Profil das schwer zu fassende volle Antlitz entgangen war. weil es nur wenigen klar entgegengeleuchtet hatte. Aber kann für den. der Jahre von Kraft und Glauben an die Eindeutschung hebräischer Gedichte, an die Verdeutschung der Bibel gewendet hat. das Deutsche ein Untergeordnetes geworden sein"- de worden sein. — sage ich; denn daß, es für den Ermittler des Ersten Systemprogramms des Deutschen Idealismus, für den Verfasser von Hegel und der Staat zu« mindest früher nicht ein Sekundäres w a r. daran zu zweifeln, erlaubt sich doch wohl keiner. Nein, das Deutsche war so wenig zum Sekundären gewurden, daß vielmehr Kosenzweig fast schon im protestan« tischen Sinne glaubte, Deutschtum und Judentum seien eines für das andere da. so nämlich, daß sich im deutschen Juden für diese Spanne der Emanzipation in der Zerstreuung das ewig Jüdische zeitlich verwirkliche. Kosenzweig war mit Stolz deutscher Jude, voll jenes veffmtwortungsreichen Bewußtseins, daß es Jahrzehnte gegeben hatte, in denen sich die Juden der Welt verehrungs« und hoffnungsvoll am deutschen Juden orien« lierten. Jetzt ist es leider zum Gebrauch geworden, den deut sehen Juden, der sich nicht willfährig den östlich«wcstlichen Umklammerungen einfügt, recht gönnerhaft darüber zu bclehren, doch endli< h Trotz und eigenr-n Sinn ganz aufzugeben und in der allgemeinen Laufbahn mitzulaufen; mit anderen Worten, sic h geradezu des deutsc hen Zugs an seinem jüdischen Wesen so rasch und gründlich wie nur möglich zu entledigen. Kalls dies die neu heraufziehende Lehre ist. und wer, der Augen hat zu sehen, könnte das verkennen. — so ist es 4

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