Die Gemeinschaft
- Journal
- Die Gemeinschaft
- Volume
- 1928
- Issue
- 13-14 (18.8.1928)
- Date
- 1928-08-18
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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des Herrn Rabbiner Dr. Salomonski für unsere Sache von entscheidender Bedeutung. Die oben charakterisierten Schwierigkeiten waren zu Ende, die stark eindeutig-liberale Ueberzeugung des neuen Mannes zog an, und erst jetzt bildete sich um die liberale Synagoge eine kleine, aber zuverlässige Gemeinde. Durch die Schaffung eines eigenen Organs vergrößerte sich jedoch ihr Aktionsradius, Gottesdienste auf ähnlicher Grundlage wurden eingerichtet, Gemeindeabende, Synagogenkonzerte, Sondergottesdienste (wie etwa Pessach-Einstimmungsfeier, Chanukah-Morgenfeier, Gottesdienst am I. Selichaustag) sorgten für Vertiefung der religiösen Bildung und Bloßlegung alten verschütteten Gutes. Kein Wunder, daß gerade diese Sonderveranstaltungen von stärkster Wirkung waren. Haben wir doch bei der Eigenart unserer Gemeinschaft zu bedenken, daß viele unserer Mitglieder nicht bloß Erbauung suchen, sondern in unseren verschiedenen Veranstaltungen oft die einzige Möglichkeit geistiger Anregung und Belehrung finden. Esra hat einst die Montag- und Donnerstag- Thoravortesungen geschaffen, um den Leuten, die an diesen Tagen vom Lande in die'Stadt kamen, Gelegenheit zu geben, Gottes Wort zu hören. Tun wir im abgewandelten Sinne nicht dasselbe? Nur wollen wir religiöse Bedürfnisse nicht bloß befriedigen, sondern auch wecken. Wie schon angedeutet, wohnen in unserm Stadtteil vorwiegend einfache bescheidene Menschen, die in hartem Tagesringen ihrem Erwerb nachgehen. Aber gerade mit ihnen kann man jeweils Gotteshäuser bauen. Die Sage erzählt, daß die Koßel maärovi — die Westmauer des Tempels — von den Aermsten und Geringsten errichtet worden sei, und sie allein hat alle Stürme überdauert. Nehmen wir das als gutes Zeichen. Wir haben mit kleinen Leuten klein angefangen, wir sind die Sorgen niemals ganz losgeworden, wenngleich wir die von der Häuptgemeinde gewährte sehr beachtliche Hilfe anerkennen. Wir sind in den 5 Jahren auch nur langsam gewachsen, jedenfalls nicht SO schnell, wie wir wünschten und hofften. Das hat mancherlei innere und äußere Gründe. Aber wir sind doch stttig vorangekommen, und zum Verzagen ist kein Anlaß. Zaddik katamor jifroch. Was dauern soll, muß eben allmählich wachsen. Das innere Erstarken ist augenfällig. Und darum blicken wir nach dem ersten Jahrfünft „froher in die Gegenwart und in der Zukunft hoffnungsreiche Ferne". o Salomos Gebet zur Tempelweihe. (I Kön-gr 8, 22-53) Von Marlin Bnbcr und Franz Roirnxweig. Dann stand Schlomo vor SEINE Schlachtstatt hin, allem Gesamt Jissraels gegenüber, er breitete »» ine Handflächen /um Himmel und sprach : 10