Die Gemeinschaft
- Journal
- Die Gemeinschaft
- Volume
- 1927
- Issue
- 9 (25.9.1927)
- Date
- 1927-09-25
- Page
- Seite 1 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/4889559-5436034-5436061--137-4889699- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Die GEMEINSCHAFT Hefte für die religiöse Erstdrkung des Judentums. Herausgegeben von der Liberalen Synagoge Norden in Berlin Nr. 9_Berlin. 25. September. 1917 INHALT: Wa» bedeutet der Gotteid *?nit 7 / Weltgeburtitag / Zu Pialm 130. Unter Jugendgottetdienit an den hohen Feiertagen / Was bedeutet für um die Religioiugeichichte7 / Mitteilungen / Anzeigen Was bedeutet der Gottesdienst? (Exod« n.i7) Von Rabbiner Dr. M. Salomonski. Diese Ueberschrift klingt wie ein Pessach-Wort und ist ja auch den meisten, wenn Uberhaupt, aus der Hagada bekannt. Aber angesichts unserer erhabenen Festtage des Herbstes gewinnt sie unaufdringlich einen umfassenderen Sinn, und es ist nicht damit abgetan, noch gar gut getan, wenn man das Wort nach der alten Deutung dem Bösen in den Mund legt und es als Feindseligkeit von Juden gegen das Judentum betrachtet. Es ist an der Zeit einzugestehen, daß diese Frage, wörtlich lautend: „Was soll euch dieser Gottesdienst?", immer stärker erschallt, während man sich auf der Seit« der Anhänger der über- <**-v lieferten Form die Ohren verstopft und nichts hören will. Jeder Gottesdienst, der tagliche, der sabbatliehe, der festliche und der vom Neujahr und Versöhnungstag soll mehr sein als eine Reminisccnz, als ein Brauch, als ein Upferersatz, als eine Zeit des Predigens. Will man die schweren Wunden, die unserer Art die Andacht zu gestalten geschlagen sind, zu heilen versuchen, dann sei man sich rückhaltlos klar in dem Eingeständnis, wie wenig die Mehrzahl der Besucher unserer Synagogen und Betsäle von dem Sinn und Ziel dieser jüdischen Versammlungen weiß. Das Hebräisch des Gebetbuches ist eine unbekannte Sprache geworden, an deren Begreifen beigedruckte Uebersetzungen nichts bessern können. Die Dauer der Andacht, ihre Unverst&ndlichkeit und die schon damit in Zusammenhang stehende Armut an Würde, halten von Jahr zu Jahr immer mehr junge Menschen fern, und es ist gar keine Bosheit der denkenden .lugend, wenn sie flieht. Ks gibt nämlich keinen größeren Gegensatz als die Aussprache im Unterricht Uber das Wesen, die Absicht und den Gedanken des Gottesdienstes und seine Praxis. Mit vollem Recht sagen und fragen immer wieder die Jugendlichen, welche do Ii unsere ganie Hoffnung bedeuten oder aber unser Verzagen, iu ihrer nage