Die Gemeinschaft
- Journal
- Die Gemeinschaft
- Volume
- 1927
- Issue
- 7 (15.4.1927)
- Date
- 1927-04-15
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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fortzuführen, sondern auch besondere Weihestunden zu veranstalten und regelmäßig unsere Qemeindeabende abzuhalten. Am 25. November vereinigte ein Synagogen - Konzert unsere Freunde in großer Zahl: Chor- und Einzelgesang, Orgel- und Cellovorträge schufen tiefe Weihestimmung. Neben dem festlichen Chanuka - Abendgottesdienst am Beginn des Festes wurde am Sonntag, den 5. Dezember, vormittags, eine Chanuka- Morgen/eier abgehalun, der eine besondere Liturgie zu Grunde lag. Der Freitag-Abendgottesdienst am 11. März war zu einer Gedenkfeier für die Opfer des Krieges ausgestaltet. Von außergewöhnlicher Weihe war der Vorbereitungs - Gottesdienst für Pessach am Sonntag, den 4. April, vormittags. Auch hier lag eine für diesen Tag besonders gestaltete Liturgie dem Gottesdienst zu Grunde. Alle diese Veranstaltungen sollten der Aufgabe dienen, religiöses Fühlen aüch in denen zu wecken, die infolge der wirtschaftlichen Verhältnisse den regelmäßigen Sabbatgottesdienst nicht besuchen können. Daneben liefen unsere regelmäßigen monatlichen Gemeinde Abende. Beim 2. Gemeindeabend am 23. Oktober hielt Herr Prof. Friedländer einen Vortrag Ober die Liberale 'Weltkon/erenz in London von 1926, Uber ihren Verlauf, ihre Aufgabe, ihre Bedeutung. Im Vortrag und in der regen Aussprache wirkte sich die Frage aus, wie weit die dort ausgesprochenen Gedanken und die in England und Amerika durchgeführten Einrichtungen für uns fruchtbar gemacht werden könnten. ■ Am d. Gemeindeabend war Generalversammlung, in der der neue Vorstand gewählt wurde und eine eingehende Aussprache über die Arbeit des Vereins stattfand. Der j. Gemeindeabend war der Aufklärung über den sozialen und wirtschaftlichen Wiederaufbau unserer Glaubensbrüder aus dem Osten und im Osten gewidmet. Der Generalsekretär der „Ort"-Gesellschaft hielt einen Lichtbildervortag über „Jüdische Aufbauarbeit in der Werkstätie und auf dem Felde", die unter dem Zeichen steht „Keiner Partei dienstbar*. Allgemein zeigte sich das Interesse für die Tätigkeit des „Orr und die Bereitschaft zur Mitarbeit, die sich nicht bloß in der Annahme einer dahingehenden Resolution äußerte, sondern auch im Beitritt mehrerer Teilnehmer. Einen ganz anderen Charakter, den einer religiösen Weihestunde trug der 6. Geineindeabemi; an ihm sprach Direktor Dr. Ludwig Holländer über „Mein jüdisches Bekenntnis". Es war für alle Hörer etwas Besonderes, einen Mann, den man bisher nur als politischen Redner kennen gelernt hatte, von seinem Allerpersönlichsten reden zu hören, von seinem Gott-Suchen und -Ringen, von religiösen Kämpfen und L'ebcrwinden. Die tiefe Ergriffenheit, mit der alle lauschten, kam hernach auch in der angeregten Aussprache zu Tage. - Die Arbeit des Winters fand ihren fröhlichen Ausklang in einem Purim-Maskenball, der am 23. März unsere Freunde vereinigte. Schwer war der <Weg dieses 'Winters; aber wir sind dem Ziele wieder einen Schritt naher gekommen: Das Interesse für 10