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Die Gemeinschaft · 1926-11-28 · 6 (28.11.1926) · p. Seite 2

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Journal
Die Gemeinschaft
Volume
1926
Issue
6 (28.11.1926)
Date
1926-11-28
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Weihe erfahren an den Makkabäerhelden, zu denen unser Chanucka-Fest das jüdische (bedenken wiederum zurückführt. Der Vorzug dieser Persönlichkeiten besteht darin, daß sie ohne das die biblischen Schriften erfüllende Geheimnis der Berufung »ich meldeten und die Last und opfervolle Aufgabe der Ehrenrettung der jüdischen Volksgemeinschaft übernahmen und glücklich durchführten. Die ausgesprochene Bereitschaft tles Himmels.zur Mithilfe stand ihnen nicht zur Verfügung; privilegierte ketter sind sie nicht gewesen: umsomehr haben sie »ich selbst geheiligt, durch die Hingabe für die anderen, dur« h di,- Olm zum Todesmut, durch freudiges Märryrertum, Diese Menschen haben alle gewußt, dab ihr Leben kein,- Aussicht mehr auf Dauer und Erhaltung besali. Würden sie heule leben, keine Versicherung nähme Nie auf! Wer die (lefahr bewußt sucht,«steht allein. Sie aber lebten ein höheres Sterhen, damit die jüdische Idee und wieder jüdische Menschen entstanden und lebten. So wurden sie unsterblich. Können wir in -unseren Tagen ahnliches geloben, in uns rrzi UKCn f Wird überhaupt dergleichen von dem einzelnen für die Gesamtheit verlangt"- Ach, wir sind wohl alle zu sehr des Lebens Nüc hternhe it verfallen und betrachten die Religion und ihr' < iebote als eine Erleichterung oder. Erschwerung für den ein/einen, wissen garnicht mehr, daß wir nur für die anderen da sind, f ür den einen ist das Judentum Muß und ein Paragrapherisvsteni, die Formenwelt, in die man sich hineingewöhnt, für den anderen ist sie lediglich ^>bjekt der Untersuchung. Wo aber die Menschen erst anfangen, ihre eigenen Seelen zu sezieren, da überlassen sie die Domäne des Gefühls dem Urteil der Vernunft und verlieren die rechte Weihe. Wer immer fragt: Was will ich mit der Religion, was wird durch sj.- in mir ausgelost, wer standig seinen seelischen Puls hihlt und sich beobachtet, als wäre er heillos krank und sein eigener Patient, der kommt bestimmt nicht zur Ruhe, zur Weihe, zu Gott. Doch welche Medizin macht uns gesund in dieser weit verbreiteten Modekrankheit, die jeder mitmacht und mancher behalt? Ein unbekannter Irgendwer hat vor mehreren Woc hen eiti Schreiendes Wort an die Berliner Mauern geheftet: ..Hingabe". Mag auch sehr viel verworrenes Empfinden dazu drängen, daß «•ine Seele ihren Sc hmerz auf diese Art verhallend in die Nac ht hiiuusiuU. das Bewußtsein war auf dem rei hten Wege. ..Hingabe-' soll cm uns täglich entgegenschreien. Hingabe an das <iuw. Vertrauen und treue- Gefolgschaft unserem Gefühl, das alle in gibt jedem f/Kcn die rc< lue We ihe! Der Tempel unsere^' Herzens darf nic ht dauernd verfallen und fremden Göttern geöffnei sein. Wir müssen zurüc k zu uns, wir müssen naher zu einander rücken. Wiederweihe ist mehr;eL ne ue- We ihe, und darum lehrt uns ( hanucka. daß wir als luden es mit den Juden versuchen. Dann werden wir bald einsehen, daß neben starken Schattenseiten auch Lichtseiten

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