Die Gemeinschaft
- Journal
- Die Gemeinschaft
- Volume
- 1926
- Issue
- 5 (5.9.1926)
- Date
- 1926-09-05
- Page
- Seite 1 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Die GEMEINSCHAFT Hefte für die religiöse Erstdrkung des Judentums. Herausgegeben von der Liberalen Synagoge Norden in Berlin Nr. 5 Berlin. 5- September 1926 INHALT: Ein gutet Jahr — Vom Denken im Judentum — Gedanken eines Laien Ober den Religioniunterridit — Aui der Tiefe .— Ausbau und Hoffnungen — Mitteilungen — Anieigen__■_' Unsere Festzeit. Ein gutes Jahrl Von Rabbiner Dr. M. Salomomki. v__f „Möge unter lahr den guten gleichen!" Achtzehngebet, 9. Lobiprtich. Wenn die religiöse Betätigung und das Entflammtsein weiter jüdischer Kreise ein wirklicher Maßstab für den Erfolg unserer Herbstfeste wäre, dann könnten wir zufrieden sein. Aber die macht* volle Stimme der Tage des Schofar, der Kasteiung und der Huttenfeier verhallt sehr schnell, und schon vor dem Schluß der heiligen Wochen sinkt die angebahnte Erhebung sichtbar in sich zusammen. Kein Grund zur Resignation, bevor unsere Seelen den Antlug versuchen! Doch ein Recht zur Betrachtung leite sich hieraus her, wie wir das Wesen unserer Feste und den Eingang in ein neues Jahr nachhaltig gestalten und eine gute Zeit vorbereiten und herbeiführen, soweit Menschenkraft es vermag. Mit sehr abweichenden Gefühlen stehen die Kinder unserer Tage vor der Schwelle der Zukunft: Die Alten mit einem traditionellen und doch auch uns Moderne sehr bewegenden Gemut der Bangigkeit und halben Verzagtseins. Ein otfenbarer Zug des tiefen Nachdenkens Uber Lebtn und Schicksal, das dem Juden zu eigen ist, Schuldbewußtsein und hoher Ernst prägt sich darin aus. Die Anderen nahen ganz ungetrübt, nur mit ihrer Erwartung beschäftigt, selbstsüchtig und genußfroh, mit reichlichen Wünschen für das eigene Wohl versehen. Es ist wohl klar, daß unsere Sympathie, so sehr wir in dieser ernsten Zeit das Ringen nach Aufstieg und das Verlangen nach Glück begreifen können, 1