Die Gemeinschaft
- Journal
- Die Gemeinschaft
- Volume
- 1926
- Issue
- 4 (14.5.1926)
- Date
- 1926-05-14
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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trägerin des Judentums ist, steht auch hier neben ihrem Mann. Gemeinsamer Weg. gemeinsame Teilnahm« an der heiligen Handlung, gemeinsames Gebet! Die Familie — stets die festeste Stütze des Judentums und der Gemeinden — ist auch im Gottesdienst nicht getrennt. Aber diese Aktivität derGemeindcmitglieder genügt nicht. Jedes Gemeindemitglied hat das Recht und die Pflicht, dem Vorstand Wünsche betreffs des Gottesdienstes, der Gebete, der Gesänge und Melodien zumachen, soweit es im Rahmen einer festen Ordnung möglich ist. Mag auch vielleicht mancher wohlgemeinte Vorschlag nicht durchführbar sein; aber sicher wird auch oft Gutes und Brauchbares zu Tage kommen. Das betreffende Gemeindemitglied wird dann mit Stolz empfinden: Die Anregung kommt von mir Und weiter ist unumgänglich erforderlich, daß jeder und jede an den Rabbiner der Gemeinde mit Wünschen Uber Predigtthema, Predigtinhalt herantreten kann. Wie oft ist irgend eine bedrängte Seele, die Zuspruch bedarf, wie oft sind Zweifel religiöser Art vorhanden, die man gern gelöst wissen will, wie oft weiß ein zerrissenes - Herz in seiner Qual nicht ein und aus! Religion und Leben scheinen im Widerspruch zu stehen. Welcher Segen kann da gestiftet werden, wenn an heiliger Stätte, im gemeinsamen Gottesdienst auf diese Dinge eingegangen werden kann. Manchmal mag wohl in der Predigt nur e i n Satz, e i n Hinweis genügen, Zweifel zu lösen, Trost zu spenden. Jedes Gemeindemitglied muß wissen und fühlen: Hier stehe ich nicht allein, ich bin unter Brüdern, unter Schwestern, die Religion ist mir Stab und Stütze im Allgemeinleben: in meiner Gemeinde, in meinem Gottesdienst finde ich diesen Stab. Nur wenn der Pulsschlag des Lebens im Goitesdierst seinen Widerhall findet, nur wenn der Gottesdienst kein Dienst für Gott, sondern in Gott ist, nur wenn jedes Gemeindemitglied lebendigen Anteil nehmen kann, wird Leben vom Gottesdienst auf die Gemeinde ausströmen und Segen spenden der Gesamtheit und jedem Einzelnen. Nachdem alle 4 Hefte des 1. Jahrganges unserer Gemeinschafft Ihnen zugegangen sind, bitten wir Sie um Einsendung eines kleinen Unkostenbeitrages von mindestens 0.50 M. auf das Postscheck-Konto des Herrn Moses Oottfeldt, Berlin 26553. NO 55. Heinrich Rollerstr. 24. Benutzen Sie die beigefügte Zahlkarte! ii