Die Gemeinschaft
- Journal
- Die Gemeinschaft
- Volume
- 1925
- Issue
- 2 (11.12.1925)
- Date
- 1925-12-11
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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geiz arbeitet. Wer versucht das? Wir brauchen nicht nur Führer, es fehlt uns an Geführten. Als Dienende betrachteten sich die Mackabäer. Klein bleiben wollen und nicht auf Lob warten, das ist ihr Geist und ihr Blut. Wie der Körper Vorrichtungen gegen übermäßiges Wachstum entfaltet, wie die Einsetzung der Oberen über fünfzig und zehn zur Wüstenzeit den besten Ratschlag Jetros darstellte, so sollen wir die jadische Arbeit ins Kleine umstellen. Auch in der Großstadt muß die Kein IIa wiederkehren! Errichtet statt einer großen Synagoge fünf kleine, in denen fünf Gemeinden entstehen, wo schon die Kinder sich kennen, Bruderschaften sich bilden, die Frauen sich besuchen, die Menschen von einander wissen und kaufen, sich helfen und trösten. Gebt jedem die Wertschätzung wieder, zeigt ihm, daß er mitberufen ist. Besser viele kleine Lichte, als (in riesenhaftes! i:arfgt nicht groß, fangt klein an! Senkt viele gute Kerne in den rechten Boden, das verspricht Ertrag! Versucht es immer wieder, neu und anders, nicht mit einem sogenannten Allheilmittel! Der gelehrte Bischof von Ermland, Dr. Augustinus Bludau weist in seiner jüngst erschienenen Schrift „Fest- und Fasttage der Juden im Urteile der Griechen und-ftömer"* darauf hin, daß es sich bei den Chanucka-Lichten, welche in der römischen Zeit von den Juden Qberall angezündet wurden, um eine Analogie mit den Sabbatlichten und denen der Jaum Kippurnacht handelt. Der letzte Brauch ist heute noch in vielen Synrgogen und Familien lebendig und dokumentiert den alten wirklichen Jaumtauwcharakter des Festes. Während aber beim Sabbat- und Versöhnungstag Sinn und Wesen des Tages mehr sagte als die Freudenflammen, wurde Chanucka schließlich nur zu einem — hier kann man wirklich sagen — scheinbaren Brauch degradiert Sein Licht ist wieder vergeistigt worden, und die Flammen haben eine Seele, eine neue Seele bekommen. Die Botschaft d<>r kleingehaltenen Kerzen, für deren Brenndauer — das ist bemerkenswert — religionsgesetzlich ein geringes Zeitmaß genügt, lautet: »Es keimt ein Reis vom Stanme Isais und ein Sproß bricht aus seinen Wurzeln". Laßt das Winzige das Große sein, 'liebet das Kleine! Was vom alten Stamme organisch, ob auch zart sich entwickelt, hat eine Zukunft im Judentum. Im begeisterten Liberalismus sehen wir diesen jungen Trieb. Er ist Schöpfung und Rückkehr, neues Dasein und Wiederbelebung Der Tischdank. Nach der Übersetzung von Dr. I'ranz Roienzweig, ausgewählt und bearbeitet von H. Falkenberg. Oeprieten teilt Du, II zum Mahle Ewiger, unser Gott in l irbe, in Milde und Gute und König dei All«, Brot teiht Du aui der wine Welt alltage lädt II unter allem Oeichopf; •) 1925. Wiiienichaftliche Blatter der Oermania, Berlin Nr I und 2