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Das Füllhorn · 1836-11-11 · 46 (11.11.1836) · p. Spalte 365-366

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Journal
Das Füllhorn
Volume
II (1836)
Issue
46 (11.11.1836)
Date
1836-11-11
Page
Spalte 365-366 (sequence 3)
Language
German
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365 366 de- Augenblickeließ sie nicht an eine Zukunft denken, die Beschwerde der Gegenwart machte eS ihnen unmöglich, für künftige Geschlechter zu sorge«. Nur einzelnen Wenigen wurde ein besseres LooS zu Theil, und diese beurkundeten ihre bessere Lage durch Vermächtnisse, die heute noch wohlthätig sortwirken. Ganz anderist es jetzt. Nachdem die Verhältnisse von Aussen sich etwagelichtet, und die Vergeudung der Kräfte durch Verfolgungen — Dank der Versetzung! — aufgehört haben; nachdem es Vielen gelungen, durch Spekulation und gedeihliche Geschäftsunternehmungen sich bedeutendes Vermögen zu erwerben, und^sohin im Stande waren, etwas fürs allgemeine Beste zu thun, sterben Viele — ja sogar kinderlos hin, ohne die— noch immer unter dem schweren Druck der Lasten und Verhältnisse seufzenden Menge ihrer Brüder, durch Vermächtnisse, ihrem Vermögen gemäß, wohlthätig zu bedenken! Sie hinterlassen ihre Schatze ihren einzelnen — oft ohnehin schon reichen Erben, und nehmen den Fluch ihrer Glaubcusbrüder mit ins Grab. Dieser Mangel des Gemeinsinnes, der sich noch auf dem Tvdtbette äußert, gereicht uns zur wahren Schande, und stehet der Abhilft der Lästigkeit unserer Verhältnisse sehr entgegen. Der Nachtheil und die ewige Straft fallt auf die Seele Derer, die abhelfen, die erleichtern könnten, es aber aus Mißgunst, in welcher sie ihre niedrige Seele aushaüchen, oder aus irrigen, falschen Ansichten und Begriffen, unterlassen. Ihr wollet euern reichern Brüdern die Last nicht leichter machen, so wähnet ihr. Wenn nun aber alle Reiche so Hinsterben, und nichts für die Nachwelt thon wollen, wie wird «A mit dieser am Ende auöfthen, wenn der Reichthum verschwunden sein wird, nnd an der Stelle der Reichen Geschäftsleute bedürftige Handwerker und arme AckrrSleute stehen werden? Muß nicht durch euern unverantworlichen Wahn die ganz« Religionsgesellschaft, ja die Religion selbst leiden? Müssen nicht Kultus und Schule zu Grunde gehen, wenn eS an Mitteln zu ihrer Unterhaltung gebricht? Und wer soll den Kränken laben, den Armen sättigen, wen« es der Wohlhabendere nicht thut? — Thuet lhr euere Schuldigkeit, so wird der Reichere seiner Zeit auch die seinige thun, und der leidenden Menscheit sein Opfer bringen — und so wird dem Ganzen geholfen fty». Nehmen euere Brüder aus andem Konfessionen bei ihren wohlthätigen Stiftungen, die so häufig und so reichlich Vorkommen, auf so kleinliche Berechnungen Rücksicht? Warum wollt ihr es nicht thun? Warum wollt ihr nur immer einige erfreuen, und nicht lieber Diele? Warum soll mit eurem Leibe auch euer Andenken hinschwinden, und die Mit- und Nachwelt euren Namen mit Verachtung und Hohn eussprechen? Freiherr von Dalberg über die Juden. (Schluß.) Aber waS sollen wir von der Religion halten, worin ein Dekan austreten kann, um gebietherisch von den Juden verlangen zu können, sie sollen den Wahn ablegen, als seien sie da- Volk Israels, und die Christen ihre aufgeworfene Unterdrücker. Wahrlich es gehört eine steche Stirne dazu, sich als aufgeworfene Unterdrücker aufzustellen, und den Unterdrückten vorzuschreiben, diese Anmaßung als Wahn anzusehen. — Und ihr armen verfolgten Juden, denkt nicht von allen Christen, daß sie so graußam seyn werden, eure heilige Gebräuche, euren heiligen Sabbath und euer frommes Gemüth zu verspotten, oder da- Abscheulichste zu wagen, waS kein Mensch gegen dm andern hier und jenseits verantworten kann, euch zwingen zu wollen, gegm eure Ueberzeugung zu handeln. — Die christlichen Kaufleute beschweren sich, daß ihnen die Juden Hen Rang ablaufen. Sehr wohl!—- Das Publikum gewinnt offenbar dabei. ES ist 1« Grunde eins, ob die christlichen Kaufleute da- Geld zusammenscharren, oder die Juden. — Es ist sehr begreiflich, daß alles Streben der Juden eine einseitige Richtung hat, und sie in L«>-

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