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Das Füllhorn · 1836-11-04 · 45 (4.11.1836) · p. Spalte 359-360

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Journal
Das Füllhorn
Volume
II (1836)
Issue
45 (4.11.1836)
Date
1836-11-04
Page
Spalte 359-360 (sequence 4)
Language
German
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halt«, wärm allerdingi« Stande, den Geist der Zweiftlsucht nnv de- Jndifferenti-mu-, der sich leider <o vielfältig kund gledt, zu verscheuche«, und mehr Liebe und Achtung für israelitische Religion herbeizuführm. Heil den Gemeinden, die da- Glück haben, solche Predigten z« vernehmen! (Preußen.) Der Kaufmann Muhr in Breslau beschwerte fich darüber, daß ihm von Seite einer Behörde ein Schreib« zukam, mit der Aufschrift: An den Juden rc. Derselbe erhielt hierauf von Sr. E^rllmz, demHrn.Jnstizmim'ster Mühler, folgende- Antwortschreiben: Ihr Schreiben ü. 6. 25. Sept. habe ich so eben erhalten, und kann Sie nur ersuchen, die Fälle an- -uzekgen, wenn Gencht-behörden oder einzelne Justizbeamten sich beikounnen lassen sollten, sich der Adresse: an den Juden K. zu bedienen. So wenig man es. sich einfallen lassen kann: an dm Christen di. di. oder: an dm Türken kl. dl. zu schreiben, eben so we« mg «erde ich eguthrißm, sich jmer Adresse an einen Jaden* zu bedienen. Wo eauf GlaubmSverhältniffe ankommt, stellt sich die Sache ander-, da ist die Bezeichnung "Jude oder jüdische Religion" an ihrer Stelle. Dieser uralte .Volksname ist jedenfalls ehrwürdiger und treffender als der, mosaischer oder alttestamentarifcher GlaubenSgenoß, und wie all' die Erfindungen neuerer Zeit heißen mögen, deren Gebrauch, weit entfernt, etwa- Höhereauöjiidrücken, nur verletzend ist, weil kein Jude oder überhaupt kein vernünftiger Mensch je zugeben wird, in der Benennung Jude läge etwa-, waS man zu umschreiben nöthig habe. Von Religion-Haß kann überall keine Rede seyn; wer dem Glauben seiner Väter oder sonst seiner religiös« Ueberzeugung folgt, ein ehrlicher Mann oder rechtschaffener Bürger de- Staateist, de« er aygehört, bleibt stet- «hrrWerth, und der kein höhere- Marktprinzip anerkennt, er nenne sich Jude oder Christ, ist ein Mann, gegen dm man weder Achtung noch vertrauen hegen kann, und dm man Achigirt von nur zu dulden hat, so lange et nicht che« Arm dtr Gerechtigkeit verfällt.' ' ' (Berlin, 21. Ökt.) Vor einigen Tagen hat dahiesige Polizei-Präsidium po« den betreffenden Ministerim den Auftrag ' erhalt« , die allerhöchste Kabinet-ordre in Betreff der alunpassend erschienenen Umschreibung de- Namen-/Jude und^det beschränkten Beilegung jüdischer Bomamen rc. zü sustrendiren, so daß dadurch dm Juden wieder die Erlaubniß zugestanden ist, jeden beliebigen Vornamen annehmm zu können. ' ' ' (Leipzig, 17. Okt.) Gestern reiste der auf hohe Ministertalverfügung anher gekommene Oberrabbiner vr. Frankel nach Dre-den zurück. Der Zweck seiner Reise, die Ordnung der Synagogen - und Schulverhältnisse der hiesigen, seiner Oberaufsicht in ReligionSangeltgenheiten anvertrauten israelitischen Gemeinde, ist vollständig erreicht worden. Gedanke. Wir gelüst« Alle, mehr oder weniger, zu kosten vom Baume der Erkenntnisd«S Guten und Bösen, und nicht aufremden Beispielen, au- -eigenem Schaden und auf eigene Gefahr wollen wir die. erst« -ehren der Moral und der Klugheit, dalebendige Gefiihl -der Beschränkung unserer Freiheit durch rin höhere- Gesetz, die Vernunft, schöpft« und erfassen.— Wir fehlen, und fühlen bald die Nachtheile unserer Fehltritte. Schmerz heißt die Ruthe, welche die ewige Vorsehung zu unserm Heile, nicht zu unftrm Verderb« gebunden hat. Da- Paradies der Unschuld schließt sich unsem Angen. Der Engel mit dem Flammenschwerdte, die Reue mit rothgeweinten Augen, steht drohmd und abwehrend am Eingänge deverlornen Lustgarten- und wir vernehmen die Stimme de- Welt>Richterin tzem neuerwachenden Vernunstvermögen: Ada«! Ada«! wo bist du? — (Waldhäuser.) Rabbiner S. W. Rosenfeld. — Gedruckt in der Kr. Humann'schen Buchdruckrrei.

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