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Das Füllhorn · 1836-01-01 · 43 (21.10.1836) · p. Spalte 343-344

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Journal
Das Füllhorn
Volume
II (1836)
Issue
43 (21.10.1836)
Date
1836-01-01
Page
Spalte 343-344 (sequence 4)
Language
German
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sige» Synagoge eine Prchigt, dft die LttS vevschlchmm Ständm «nd Personm der christliche« LonftffloN« ««geladenen Zuhörer darch die kurze« Sätze «nd »st treffenden Antithesen sehr ansprach. GS wird sehr ge« wünscht, daß auch künftig dieser geistreiche Redner die hiesige« Messen besuche« und seine Glaubensgenossen, wie andere Freunde religiöser Betrachtungen, durch .solche Predigte« erbauen möchte. (Berlin, S. Ost.) Den Vorgang eine- Auftrittes in Posen erzählt man hier nach Briefe« folgendermaßen. Zwei junge Leute tratest in daS Eomp« toir eines angestheuen israelitischen Kaufmanns, und redeten ihn per Jude an. Dieser remonstrirte gegen diese Anrede, wogegen jene sich auf die neulich« Anordnung berufen haben sollen, (wozu sie keineswegs befugt, da die Anordnung nur auf Verhandlungen bei Behörden, keineswegs auf den bürgerlichen Verkehr sich bezieht) und wiederholten ihre vorige Anrede. Hierauf soll der Angeredete sie auS seinem Hause hinau-spedirt haben; dies veranlaßte einen Auflauf,* und die Menge machte sich daran, da- HauS de- Juden zu beschädigen. Dieser suchte nun bei seinen Glaubensgenossen Unterstützung, und da in Posen sehr viele Fleischer Juden sind, so eilten eine große Anzahl von diesen mit ihren Beilen herbei, so daß die Schlägerei, die nun entstand, leicht nicht unblutig abgelaufen seyn kann, obgleich daS Gerücht hierüber nichtbestimmtesagt: nach Einigen wären nur ein paar Menschen verwundet worden,^ nach Ander« aber -einige geblieben. DaS Militair stellte die Ruhe bald wieder her, und die Gerichte, denen die Sache zur Untersuchung gegeben ist, werden die Schuldige« schon auSzufinden wissen. ES ist ganz offenbar, daß der , Sinn der Verordnungen sich nicht aufs gemeine Leben erstrecken kam, denn rS macht durchaus kein« be« Vlridigenden Eindruck , wem eS in einem gerichtlichen Moenmmt heißt: Heute erschien der Jude N.R., wohl Äupacht «Seinen solchenwem der Jude R-R. von «OW^ftystm i» gewöhnlichen Verkehr statt: Hr. R. Rmsa^rt von Ravgerchet wird: J»de. Nichtkan« ferner in dem Geiste der ganzen preuß. Verwaltung« Kege«, als irgend eine» Unterthanen zu kränke». (Herausgeber diese- AeitblatteS kam nicht, umhin, eine StUle auS seinem, im Jahre 1822 de« Ständen de- Königreich- Bayern übergebmen «womoire,- da» wenig unter dem Publikum bekamt wurde, hier um so mehr wikderzugeben, als sie durch diesen Vorfall in Pose« leider ans- Rene bestätigt «ich. Sie, lautet: "Immer warm eaber di« Staatsgesetze, die daS Vornrtheil de- Volkeerzeuget, genähret und unterhalten haben. Die Gesetze sind, außer ihre eigentliche« Zwecke, wahre Bildung-mittel für die Völker, u. ihr Einfluß auf die Moralität derselben ist größer, aldie der Schule und des Kanzel, «eil selbst letztere sich nach ihnen «odificiren, «nd die Richtung annehmen, die sie ihnen gewähren. Kanzel md Schule unterrichte« in Lehren; die Gesetze, unterrichte» und greift« tief ein — ir»S, Letzen; dft Schule bildet dm Knaben und Jüngling; die Gesetze — dm Man»; und je nachdem sie liberal, human md tolerant sind, oder nicht, je nachdem wich sich d«S Volkes. Geist richten und bilden. Hierin — und nur hierin scheint daS Geheimnis der unerklärlich scheinenden langen Andauer deft vielen Unheilerzeugten Hassegegen die Trümmer deunglücklichen Israels zu liegen. Die Gesetze warm immerhin der Spiritus, in welchem jene Mißgeburt einesakschverstandenen ReligionSeiftrS vor FLulniß bewahret, «nd bis auf unsere Lage leider erhalten wurde!) - _- Anzeige. Für di« ab-rtrannten Salldorfer gm, fern« ein: Do« den Israelit«,,» Hürde«. d»rch Hern, Reddinee H. Schwerz dortselbst.- ... 12 fl. 10 tr. Do« dm Israeliten ,u H a i« < fa r t h, durch H. Prftarandmlrhrer W. Obermeier, Unttr Mitwirkung de« Hm. AMtu«oor»e-«r< Rach. Mich. Oberweier ««d de» «evetlwüchttg. t«, Herrn Re«. Oberdörfer »oetsetdß 11 < 7 1)2. Sw«w« 2Usi.17lIAr Rabbiner S. W. Rosenfeld. — Gedruckt in der Fr. Humann'scheu vuchdrucktrei.

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