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Das Füllhorn · 1836-10-07 · 41 (7.10.1836) · p. Spalte 327-328

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Journal
Das Füllhorn
Volume
II (1836)
Issue
41 (7.10.1836)
Date
1836-10-07
Page
Spalte 327-328 (sequence 4)
Language
German
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327 328 (Prag. 12. Sept.) Auf eine würdige Weise feierte die hiesige Jsraelitengemeinde die Krönung Sr. Majestät de- Kaiser- Ferdinand!. Auf dem israel. Rathhause versammelten sich am 8. d. M. früh um 9 Uhr die Borsteher und Honoratioren! der Gemeinde in dem SitzungSsaale, allwp da- Bildniß Sr. Majestät feierlich aufgestellt war. Der erste Vorsteher — der al- Schriftsteller und Mensch hochgeachtete Hr. Landau, hielt darauf eine vortreffliche Rede, nach deren Beendigung die ganze Versammlung, unter Vorkragung de- Bildnisse-, unter Begleitung der israelitischen Zünfte, unter ihren Fahnen, sich nach der israel. Normalhauptschule, woselbst der Hr. Direktor Wanizek ein» Rede an die versammelte Jugend hielt, und sich hierauf in die Metselsynagoge begab. Hier wurde die gottesdienstliche Feierlichkeit noch dadurch erhöht, daß die Gebete zum ersten Male «ach dem neuen RktuS mit Begleitung der Orgel von den Chorknaben gesungen wurden. Der Kapellmeister destädtischen Theaters, Hr. Sk raup, der bereits seit einem halben Jahre den Choristen deneuen Tempelden Gesangunterricht ertheilt, spielte die Orgel. Nach dem Eingangsgebete hielt der neue Prediger, Hr. vr. Sach-, eine Predigt, nach deren Schluffe der Ober, rabbi von Böhmen da- Tabernakel öffnete, die mit einer silbernen Krone bedeckte Gesetzrolle erhob und einen dreimaligen Segen über Ihre Majestäten den Kaiser, die Kaiserin und das ganze Hau- Oesterrrich auSrief, welcher immer von der zahlreichen Menge in dem vollgedrängten Gotteshause mit einem lanttn Vivat beantwortet wurde. Pfalmengesänge machten den Schluß. Zur Erinnerung des merkwürdige« Tagewurde von der Gemeinde ein Fond für arme Waisen angelegt, und 50 arme Kinder wurden neu gekleidet. *) Historische MiSzelle. Die Wahrheit der Stellen der heiligen Schrift, siche vv« de« Siege SesakS über Rehabea« >i««ich iß bi» «»-wen« Nochricht in diese» »«treffe in km.« d. W.»» -«richtigen. handeln, *) haben kürzlich eine merkwürdige Bestättignng erhalten. Einer der großen Paläste der Lgyp, tischen Könige zu Karnak ward zum Theil von Sesak, oder, wie die Aegyptier ihn nennen, Schcschonk gebaut, und an einer der noch stehenden Mauern entdeckt?. CHampollion, als er im Jahre 1828 Theben besuchte, ein Stück von einer Skulptur, die Siege diese- Pharao verstellend, der die Oberhäupter von dreißig überwundenen Nationen zu den Götzenbildern schleppt, die man in Teben anbetete. Unter den Gefangenen ist einer, auf dessen Schild in Hierogly. phen die Worte geschrieben stehen: Jeoudah Melek, d. h. König von Judäa. Diese Figur stellt also Rehabeam vor, den einzigen von Sesak überwundenen König, u. so hätten wir denn nach Verlauf von 2800 Jahren das unverwerflichste Zeugniß wider die Gegner der Wahrhaftigkeit der heiligen Geschichte. Ein Abdruck des Portraits jenes König- Rehabeam befindet sich in der zweite« Lieferung der „Gallerie der ausgezeichnetsten Israeliten aller Jahrhunderte re." Aphorisme aus dem Thalmud. Mar, der Sohn Rabina, beschloß sein Gebet mit folgendem Zusatze: Mein Gott.! Bewahre meine Zunge, daß nichts BöseS ihr entfahre, und meine Lippen, daß sie nicht- Trügliches sprechen. Die Lästerungen Anderer laß mich geduldig ertragen; wie Staub will ich der Zertretung Anderer mich hingeben. Deiner Lehre sei mein Herz geöffnet, mit Eifer laß mich Dein.Gesetz erfüllen. Bewahre mich vor bösen Begegniffen, vor bösen Neigungen, vor böse« Weibe, so wie vor allen ander« Uebeln, die hienieden in der Welt erscheinen. Zerstöre und vereitle die Anschläge und Gedanken derer, die BöseS gegen mich im Sinne haben. O, möchten diese «eine Bitte« und Wünsche »eine- Herzenwohlgefällig vor Dir erscheinen, «ent Gott, Hort sud Erlöser l »)!. Könige. Kop. K. ll. Chronik, 12, K—d. igirt von Rabbiner S. Äö. Rosenfeld. — Gedruckt in der Fr. Huma»»'scheu Buchdruckerrt."

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