Das Füllhorn
- Journal
- Das Füllhorn
- Volume
- II (1836)
- Issue
- 41 (7.10.1836)
- Date
- 1836-10-07
- Page
- Spalte 321-322 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Gin Leitblstt» zunächst für und über Israeliten. Nro. 41. Bamberg, Freitag 7. Oktober 1836. Sine Stimme ruft: in der Wüst« bahnet den Weg de- Herrn, ebnet in der Steppe ein« Straff« für unfern Gott! Iesaia «. Moses Mendelssohn an seine Glaubensgenossen an seinem hundertjährigen Geburtstage. Sin« Geisterstimme. (Fortsetzung.) Israel, suche den Herrn! doch such'ihn in Reinheit de« Wandel«, Such' ihn im Licht, und er wird finden sich lassen von dir! Offne demGIauben deinHerz, der Wri«heit, der erhabenenSonne, Last dich erwärmen von ihr, dafie die Liebe gebiert! — Ach! und dir Hoffnung, die himmelrntstiegene, göttliche Freundin, Laß fie nicht weichen von dir! halt' an der'Lieblichen fest! Harre, geduldeter Dulder! S« nahet der Tag der Erlösung. Bald verschwindet sie ganz, jene ägyptische Nacht, Di« Jahrtausend« lang' dein Schicksal deckte, da« herbe. Ach, fie war finster und lang! und sie erhellte kein Stern! Lang', Jahrtausend« lang', auf de« Osten« geschloffene Pforte Heftetest sehnsucht-voll du den umdüsterten Blick, Hoffend, fie würden sich öffnen; die purpurglühenden Flügel Würden sich endlich dreh'n hoch in den Angeln von Gold, .Und durch sie ein,i«h'a di« beglückende Sonne der Freiheit, Eilend »um Kamps mit der Nacht, froh, wie ein muthiger Held- Doch umsonst! Stet« blieb st»-«schlöffen, diePfort', u. bewachend Lagen i«ei Ungeheu'r, furchtbar» Wächter, davor: Faneti-mu« der Sin» «nd EgoiSmu« der and'r«, Jener mit flammende« Blick, dieser mit blinzelndem Aug'. Furchtlo» wagt' ich den Kampf mit den Ungethümen, «.kämpfend Trat an di« Pstrt' ich hi», rufend da» magisch« Wort, Val «in gütiger Soll mir gelegt auf di« sterblich« ripp«. Und mit d«r muthigea Hand öffnet' ich kühn da« Portal. Sich, da schoff «in purpurner Strahl, dj, Roth« de« Morgen«, Darau« h«r»ve in di» Nacht, fr«udj, verkündend den Lag. Gold umsäumt« die Gipfel der Berg«, die deinen Gesichtskreis Bilden, da« Frühroth liehoffen den baldigen Tag. — Doch hat Wort st« gehalten, die schmeichelnde Trösterin Hoffnung? Ward au« dem Frühroth schon leuchtender, wärmender Tag? Nein! noch prangt nicht dieSonn' an deinem umdunkeltenHimmrl! Nimmer so finster di« Nacht! — noch ist et aber nicht Tag Denn von denWächtrrn, die wild umlagern diePfort« drtAufgang«, Wohl ist der Sine erlegt, aber der andere lebt. Ach, und er hüllt sich in tausend Gestalten! Versöhner der Lüg«, Hüllet den häßlichen Leib oft in der Wahrheit Gewand. Sr, der Geborne der Nacht, er kämpft mit den Waffen de« Lichte« Für da« ergrauet« Reich s»in«r Gebärerin Nacht. Er, der Gehrnna'S finsteren Räumen entstiegen, -rberdrt Sich wie ein"Cherub, den Gott mit dem flammenden Schwert Bor'« Paradies gestellt, zu bewachen den Weg zu de« Leben- Goldene« Baum, de-Frucht nimmer dem Sünder geziemt. (Schluß folgt.) Über Profezeiungen. rc. rc. (Schluß.) Die dritte Profezeiuug ist der Ausspruch Jechestel'ö in seiner Profezeiuug über Ägypten, wo er sagt: (3V, 13) ,^lnd vom Lande Ägypten wird kein Fürst mehr erstehen." Wer sollte nicht wundem über diese vereinzelte Verkündigung, daß nämlich dieseso erhabene und berühmte ägyptische Reich mit all seinen Vornehme« und Fürsten und Weisen so sehr erniedrigt würde/ daß sich keiner «us sriuru Bewohnern würdig finde, sich zu erheben u. zu